Neues Obama Institute betreibt Amerikaforschung von der Kolonialzeit bis ins 21. Jahrhundert

Interdisziplinäre und transregionale Forschungsplattform an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eingerichtet

10.02.2017

Mit dem neu gegründeten Obama Institute for Transnational American Studies hat das Department of English and Linguistics der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eine interdisziplinäre Forschungsplattform eingerichtet, die die Rolle der USA in einer sich wandelnden globalen Welt aus dem Blickwinkel von Kultur, Geschichte, Literatur, Medien, Wirtschaft, Recht, Religion, Medizin, Kunst und Musik untersucht. Dabei ist die Forschung am Obama Institute richtungsweisend für die Neudefinition von Area Studies und Kulturwissenschaften im 21. Jahrhundert und schließt eine Lücke in der Forschungslandschaft, indem es amerikanistische Forschung nicht länger auf die Nationengrenzen der USA beschränkt. Das Obama Institute untersucht neben kulturellen Austauschprozessen ebenso Wechselbeziehungen unterschiedlichster Art und fragt beispielsweise, wie sich Nationalstaaten wie die USA zu Beginn des 21. Jahrhunderts neu formieren, wie sich infolge der vielfältigen Herausforderungen globaler Migration und Flüchtlingsbewegungen neue Gesellschaftszusammenhänge etablieren und wie sich Dialogprozesse – etwa zwischen indigenen Gruppen und Siedlergesellschaften – vollzogen haben.

"In Verbindung mit unserem dreigliedrigen Forschungsansatz aus Transnationalität, Interdisziplinarität und Interkulturalität ist es diese thematische und die damit verbundene fachliche Breite, die das neue Obama Institute auszeichnen und von der die Forschung und Lehre im Bereich der American Studies an der JGU profitieren", betont Prof. Dr. Alfred Hornung, Sprecher des Obama Institute. Derzeit arbeiten rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Forschergruppen der Kultur-, Literatur-, Geschichts-, Sozial- und Rechtswissenschaften sowie der Geografie disziplinübergreifend an Forschungsprojekten des Obama Institute zusammen. Zudem werden mit dem Obama Fellowship Gastwissenschaftler aus den USA an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz eingeladen, um hier zu forschen und zu lehren. Im Bereich der Nachwuchsförderung vergibt das Obama Institute seit 2015 jährlich den mit 1.000 Euro dotierten Obama Dissertation Prize für die beste Doktorarbeit im Bereich der transnationalen Amerikastudien.

"Mit der mit Barack Obama, dem 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten, abgestimmten Namensgebung der neuen Forschungsplattform möchten wir in Lehre und Forschung die mit seiner Konzeption verbundene Idee eines multiethnischen, weltoffenen und liberale Werte international vertretenden Landes vermitteln – zum Verständnis der transnationalen Position der amerikanischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert", so Prof. Dr. Alfred Hornung stellvertretend für das Executive Board des neuen Obama Institute.

"Die Amerikanistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat im Forschungsrating des Wissenschaftsrats in allen vier Kriterien – Forschungsqualität, Reputation, Forschungsermöglichung sowie Transfer an außeruniversitäre Adressen – sehr gute bis herausragende Bewertungen und damit Top-Platzierungen im bundesweiten Vergleich erzielt", betont der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. "Dies belegt die Leistungsfähigkeit der Mainzer Amerikanistik, die durch die Vernetzung innerhalb des interdisziplinär aufgestellten Obama Institute noch weiter verstärkt wird", so Krausch weiter. Darüber hinaus ist die Mainzer Amerikanistik auf europäischer Ebene vielfach vernetzt, so etwa mit dem Clinton Institute des University College Dublin, dem Rothermere American Institute an der Universität Oxford, dem Eccles Center for American Studies in London oder dem Roosevelt Institute for American Studies in den Niederlanden. Zudem bestehen vielzählige internationale Partnerschaften, etwa der Stanford University in Kalifornien, der Columbia University in New York, dem Kings College London oder der University of Sydney. Seit vielen Jahren unterhält die Mainzer Amerikanistik eine Trinational Summer School, ein Kooperationsprojekt mit der Georgia State University und der Peking University, das den internationalen Doktorandenaustausch und gemeinsame Forschungsprojekte im Bereich der Amerikanistik befördert.