106 Millionen Euro für Spitzenforschung: Boehringer Ingelheim Stiftung und Land Rheinland-Pfalz fördern gemeinsam Mainzer Institut für Molekulare Biologie

Weitere Förderung des IMB in den Jahren 2020 bis 2027

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DER BOEHRINGER INGELHEIM STIFTUNG, DES MINISTERIUMS FÜR WISSENSCHAFT, WEITERBILDUNG UND KULTUR UND DER JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ

02.05.2018

Die gemeinnützige Boehringer Ingelheim Stiftung und das Land Rheinland-Pfalz unterstützen das Institut für Molekulare Biologie (IMB) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit weiteren 106 Millionen Euro in den Jahren 2020 bis 2027. Dabei übernehmen die Stiftung rund 54 Millionen Euro und das Land rund 52 Millionen Euro. Dies gaben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Vorsitzende des Vorstands der Boehringer Ingelheim Stiftung, Christoph Boehringer, heute in Mainz bekannt.

"Dank der ersten Spende der Boehringer Ingelheim Stiftung von 100 Millionen Euro vor neun Jahren konnte das neu gegründete Institut für Molekulare Biologie seine wissenschaftliche Erfolgsgeschichte beginnen. Heute ist das Institut auf dem besten Weg in die Weltspitze der Lebenswissenschaften und ein wissenschaftliches Aushängeschild von Rheinland-Pfalz. Das Land hat damals bereits die Institutsgründung mit dem Bau des Institutsgebäudes für 45 Millionen Euro unterstützt. Ich bin mir sicher, dass das Institut durch dieses herausragende gemeinsame Engagement weiterhin beeindruckende wissenschaftliche Forschungsleistungen erbringen kann. Damit trägt es auch zukünftig dazu bei, wichtige Erkenntnisse für ein tiefergehendes Verständnis der Prozesse im Innersten unserer Zellen und deren Auswirkungen auf unsere Gesundheit zu liefern", so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

"Wir engagieren uns für exzellente Wissenschaft in Mainz und in Deutschland und verstehen dies als Dienst für die Gesellschaft. Ziel unserer Initiativen für das IMB und die Universität Mainz war und ist es, Spitzenforschung in den Lebenswissenschaften zu fördern und international herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Mainz zu gewinnen. Dies kann nur gelingen, wenn wir ihnen Freiheit und beste Forschungsbedingungen bieten können. Deshalb unterstützen wir die Universität Mainz bis 2027 – zusammen mit der neuen Förderung – mit insgesamt über 200 Millionen Euro. Wir sind begeistert, wie schnell sich das IMB seit seiner Einweihung 2011 zu einem Zentrum für ausgezeichnete Grundlagenforschung mit internationaler Strahlkraft entwickelt hat. Diese Erfolgsgeschichte möchten wir nun gemeinsam mit dem Land fortschreiben", erklärt Christoph Boehringer, Vorsitzender des Vorstands, das Engagement der Boehringer Ingelheim Stiftung.

Vor dem Hintergrund der zukünftig gemeinsamen Unterstützung durch die Stiftung und das Land wurde ein gemeinsames Vertragswerk zwischen Land, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, IMB und Stiftung erarbeitet. In dem ab sofort im Internet veröffentlichten Regelwerk sind insbesondere die Freiheit von Forschung und Wissenschaft klarstellend formuliert und als weiterer Fokus weiterhin bestmögliche Rahmenbedingungen für das Forschungsinstitut gesichert worden, um auch zukünftig exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für das Institut gewinnen zu können. In einer separaten Vereinbarung regeln nur die Universität und das IMB untereinander die gemeinsamen Berufungen der wissenschaftlichen Direktoren des IMBs. Diese Regelungen orientieren sich an den Empfehlungen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK). Ebenfalls nur zwischen Universität und IMB wird es eine dritte Vereinbarung geben, die zum Beispiel die gemeinsame Nutzung von Großgeräten regeln wird.

"Mit dem IMB besitzt der Wissenschaftsstandort Mainz ein erfolgreiches und gemeinnütziges Forschungsinstitut im Bereich der Lebenswissenschaften. Die hohe Zahl der eingeworbenen Drittmittel unterstreicht die Exzellenz der Einrichtung. Auch der neue Vertrag wird den hohen Ansprüchen der Wissenschaftsfreiheit gerecht. Dabei wird das Institut weiterhin über optimale Rahmenbedingungen verfügen, wie sie auch andere renommierte Forschungsinstitute, zum Beispiel die Max-Planck-Institute, besitzen. Das IMB wird dadurch seine exzellente Wettbewerbsposition sichern können. Damit ist das Mainzer Institut hochattraktiv für Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt", führt Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf aus.

"Mit der erneuten großzügigen Förderung des Instituts für Molekulare Biologie findet die Erfolgsgeschichte des Neuaufbaus forschungsstarker und international konkurrenzfähiger Lebenswissenschaften am Wissenschaftsstandort Mainz ihre Fortsetzung. Mein ausdrücklicher Dank gilt daher der Boehringer Ingelheim Stiftung und der Landesregierung Rheinland-Pfalz", erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Georg Krausch. "Denn die Zuwendung unterstützt den projektbezogenen Ausbau unserer universitären Spitzenforschung insbesondere auch durch die zahlreichen wissenschaftlichen Anknüpfungspunkte der Molekularen Biologie zu den etablierten Forschungsschwerpunkten an der Universität, aber auch zur Universitätsmedizin Mainz."

Eine wichtige Rolle spielt das IMB dabei auch als Nukleus für die fachliche Neuausrichtung der Biologie der JGU, die von der Boehringer Ingelheim Stiftung seit 2013 durch eine weitere Spende über 50 Millionen Euro unterstützt wird. Begünstigt durch einen Generationswechsel – 18 der 23 Professuren in der Biologie standen vor Kurzem zur Wiederbesetzung an –, konzentriert sich der Fachbereich Biologie seit 2017 auf die drei Schwerpunkte "Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie", "Entwicklungsbiologie und Neurobiologie" sowie "Molekulare Physiologie". "Die Strahlkraft des IMB hat uns schon mehrfach dabei geholfen, exzellente Köpfe nach Mainz zu holen", so der Präsident.

Flankiert wird diese wissenschaftliche Profilbildung durch die Errichtung von zwei modernen Forschungsgebäuden für die Biologie durch die JGU, unterstützt von der Landesregierung Rheinland-Pfalz. Im Juni 2018 wird mit dem BioZentrum I der erste Bauabschnitt eingeweiht, gleichzeitig erfolgt der Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt, das BioZentrum II. Mit diesen Neubauten werden adäquate Arbeitsmöglichkeiten für die neu berufenen Professorinnen und Professoren geschaffen, die auf exzellent ausgestattete, moderne Laborflächen und wissenschaftliche Geräte angewiesen sind. Die Neubauten liegen in unmittelbarer räumlicher Nähe zum IMB, zu den anderen naturwissenschaftlichen Instituten der JGU und zu den Instituten der biomedizinischen Forschung der Universitätsmedizin Mainz. So entsteht ein lebenswissenschaftliches Quartier auf dem Campus der JGU. Die kurzen Wege zwischen den verschiedenen Instituten unterstützen die enge Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der verschiedenen Einrichtungen und tragen zu einer besseren Sichtbarkeit der Lebenswissenschaften in Mainz bei.

"Das IMB ist ein junges Institut. Aber dank der Förderung durch die Boehringer Ingelheim Stiftung und das Land Rheinland-Pfalz konnten wir uns schnell entwickeln und zu einem international renommierten Forschungsinstitut aufsteigen. Wir sind begeistert, dass Stiftung und Land nun erneut so großzügig in das IMB investieren. Diese Zuwendungen sind gleichermaßen hohe Anerkennung und großer Vertrauensbeweis", so Prof. Dr. Christof Niehrs, Wissenschaftlicher und Gründungsdirektor des IMB. "Diese beispiellose Förderung gibt unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Freiheit, ihre selbstgesteckten Ziele zu verfolgen und ambitionierte Projekte unter optimalen Forschungsbedingungen zum Erfolg zu führen. Letztlich gewinnt dadurch der Campus Mainz auch international immer mehr an Anziehungskraft."

 

Boehringer Ingelheim Stiftung

Die Boehringer Ingelheim Stiftung ist eine rechtlich selbstständige, gemeinnützige Stiftung und fördert die medizinische, biologische, chemische und pharmazeutische Wissenschaft. Errichtet wurde sie 1977 von Hubertus Liebrecht, einem Mitglied der Gesellschafterfamilie des Unternehmens Boehringer Ingelheim. Mit ihrem Perspektiven-Programm "Plus 3" und den "Exploration Grants" fördert sie bundesweit exzellente unabhängige Nachwuchsforschergruppen. Außerdem dotiert sie den international angesehenen Heinrich-Wieland-Preis sowie Preise für Nachwuchswissenschaftler und fördert von 2009 bis 2027 das Institut für Molekulare Biologie (IMB) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit insgesamt rund 154 Millionen Euro. Seit 2013 fördert sie ebenfalls über zehn Jahre die Lebenswissenschaften an der JGU mit insgesamt 50 Millionen Euro.

 

Institut für Molekulare Biologie gGmbH

Das Institut für Molekulare Biologie gGmbH (IMB) ist ein Exzellenzzentrum der Lebenswissenschaften, das 2011 auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eröffnet wurde. Das IMB betreibt Grundlagenforschung, die darauf abzielt, die Biologie des Zellkerns zu verstehen. Es konzentriert sich hierbei auf zwei Schwerpunktbereiche – die Epigenetik und die Genomstabilität. Das Gebiet der Epigenetik erforscht, wie die Aktivität von Genen gesteuert wird. Die Erforschung der Genomstabilität versucht, die körpereigenen Mechanismen zu verstehen, die DNA-Schäden reparieren. Das IMB ist ein internationales Institut mit derzeit etwa 250 Mitarbeitern; mehr als die Hälfte der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stammt aus dem Ausland.