Yaroslav Tserkovnyak kommt mit Humboldt-Forschungspreis nach Mainz

International renommierter Wissenschaftler arbeitet mit Gastgeber Jairo Sinova im Bereich der kondensierten Materie zusammen

24.10.2018

Der theoretische Physiker Prof. Dr. Yaroslav Tserkovnyak wird mit Unterstützung der Alexander von Humboldt-Stiftung nach Mainz kommen, um seine Forschungen zusammen mit seinem wissenschaftlichen Gastgeber Prof. Dr. Jairo Sinova am Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) fortzusetzen. Tserkovnyak untersucht in seinen Forschungen neuartige dynamische Phänomene in magnetischen Materialien – auch bekannt als Spintronik. Die Spintronik nutzt das magnetische Moment des Elektrons, um Informationen darzustellen und zu speichern, während die gängige Halbleiterelektronik nur auf der elektrischen Ladung des Elektrons aufbaut. Tserkovnyaks Ziel: Er möchte die Quanten-Freiheitsgrade, insbesondere im Grenzbereich zwischen klassischer und Quantenphysik, untersuchen und nutzen. Dabei konzentriert er sich vor allem auf isolierende Materialien. Nutzen lassen sich die Ergebnisse beispielsweise in Quanteninformationsbereichen oder bei Schaltkreisen, die neurobiologischen Strukturen des Nervensystems ähneln.

Der gebürtige Ukrainer Tserkovnyak hat an der University of British Columbia in Vancouver in Kanada Physik und Mathematik studiert. Seine anschließende Promotion führte er an der Harvard University durch. Bereits damals stand der Spin im Fokus seiner Forschungen: Das Thema seiner Dissertation lautete "Spin and Charge Transfer in Selected Nanostructures". Es folgten weitere drei Jahre Forschung in der Harvard Society of Fellows, bevor ihn sein Weg an die Westküste der Vereinigten Staaten führte, an die University of California in Los Angeles. Hier erhielt er zunächst eine Stelle als Assistant Professor, bevor er 2013 zum Professor berufen wurde.

Mit den Forschungspreisen der Alexander von Humboldt-Stiftung können jährlich bis zu 100 Spitzenforscherinnen und -forscher aus aller Welt für Forschungsaufenthalte nach Deutschland eingeladen werden. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.