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  12.04.2006

Keine Entspannung der Studiensituation in Sicht

Rund 34.000 Studierende zum Sommersemester 2006 erwartet

Die Studierendenzahl an der Johannes Gutenberg-Universität bleibt auf hohem Niveau. Mit voraussichtlich rund 34.000 wird die Zahl der eingeschriebenen Studierenden zwar gegenüber dem Vorjahr (34.339) leicht rückläufig sein, dennoch ist die Universität vom Normalzustand noch sehr weit entfernt. So ist seit dem Sommersemester 2001 die Zahl der Einschreibungen konstant gestiegen und liegt jetzt um 23 Prozent über dem Stand von vor fünf Jahren. "Von einer Entspannung der Situation kann daher keine Rede sein", sagt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität, Univ.-Prof. Dr. med. Jörg Michaelis. "Um weiteren Rekordmarken wachsender Studierendenzahlen entgegenzusteuern, sahen wir uns leider gezwungen, den Umfang der Zulassungsbeschränkungen gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zu erweitern. Vor dem Hintergrund des bundesweit anhaltenden Trends stetig steigender Studierendenzahlen rechnen wir zudem damit, dass sich diese Situation weiter verschärft."

Die Kultusministerkonferenz hat im Oktober 2005 eine Prognose über die Entwicklung der Zahl der Studienanfänger, Studierenden und Hochschulabsolventen bis 2020 vorgelegt und damit für Alarmstimmung an den deutschen Universitäten gesorgt: So wird ein drastischer Anstieg der Studierendenzahlen von derzeit knapp zwei Millionen auf bis zu 2,67 Millionen im Jahr 2014 vorausgesagt. Diesen anhaltenden Trend wachsender Studierendenzahlen spürt die Johannes Gutenberg-Universität insbesondere auch durch die Bewerberlage: Mit 6.086 Bewerbungen um einen Studienplatz im Sommersemester 2006 wurde die Höchstmarke des Vorjahres (6.030 Bewerbungen im Sommersemester 2005) nochmals übertroffen. 2001 zählte die Universität noch 1.500 Bewerbungen. Das heißt: In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Bewerberzahl vervierfacht.

Im Vergleich ist die Zahl der für das erste Fachsemester eingeschriebenen Studierenden aber keineswegs im gleichen Maße gestiegen: Waren es im Sommersemester 2001 noch 1.900, so werden im Sommersemester 2006 wohl knapp 3.000 ihr Studium beginnen, was eine Steigerung um knapp 60 Prozent bedeutet. "Der Anteil der erfolgreichen Bewerbungen hat sich somit innerhalb der zurückliegenden fünf Jahre deutlich verringert – oder umgekehrt: Immer weniger Bewerberinnen und Bewerber erhalten die Zulassung zu dem von ihnen erwünschtem Studium", sagt Michaelis. "Gerade vor diesem Hintergrund führen wir Zulassungsbeschränkungen nur schweren Herzens ein. Denn es ergeben sich für die Schülerinnen und Schüler immer weniger Perspektiven für die Zukunft, zumal die Alternative einer Berufsausbildung auch für Abiturientinnen und Abiturienten immer schwieriger wird." Waren im Sommersemester 2005 noch 43 Studiengänge an der Johannes Gutenberg-Universität zulassungsbeschränkt, sind es in diesem Sommersemester 61 der insgesamt 127 grundständigen Studiengänge. "Gerne würden wir die Zulassungsbeschränkungen in deutlichem Umfang zurücknehmen", sagt Michaelis. "Aber angesichts der enormen Bewerberzahlen können wir in diesen Fächern nur mit den Beschränkungen einen regulären Studienbetrieb aufrechterhalten."

Insgesamt hatte das Studierendensekretariat im vergangenen Jahr fast 20.000 Bewerbungen zu bearbeiten. Wie wenig effizient das aktuelle Zulassungsverfahren aufs Ganze gesehen ist, zeigt sich beim Blick auf die Neueinschreibungen: Trotz gestiegener Bewerberzahlen ging die Zahl der Neuimmatrikulationen mit 4.453 Studierenden im Jahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr (5.203) deutlich zurück. Das Verhältnis von Bewerbungen und Neueinschreibungen entsprach im Wintersemester 2005/2006 einer Quote von nur 32,3 Prozent. Vier Jahre zuvor, im Wintersemester 2001/2002, lag diese Quote noch bei 82,9 Prozent. "Es bewerben sich somit immer mehr Personen, aber immer weniger schreiben sich am Ende auch an der Mainzer Universität ein", sagt Michaelis. "Die Ursache hierfür liegt wohl in den Mehrfachbewerbungen der Abiturienten, die damit an möglichst vielen Hochschulen ihre Chancen auf einen Studienplatz verbessern wollen. Aus Bewerbersicht ist dies natürlich folgerichtig und legitim. Die Universitäten müssen daher dringend ein tragfähiges Verfahren entwickeln, wie mit diesen Mehrfachbewerbungen effizient umgegangen werden kann. Wir setzen hier große Hoffnung in die Umstrukturierung der jetzigen ZVS in Dortmund in eine bundesweite Serviceeinrichtung der Hochschulen."

Mit ihrem langjährigen Know-how und ihrer vorhandenen Infrastruktur könnte die ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) kurzfristig zu einer wirkungsvollen Entlastung beitragen, die den Aufwand nicht nur für die Hochschulen, sondern auch für die Bewerber massiv reduzieren würde. Denn statt die identischen Bewerbungsunterlagen sechsmal an einzelne Hochschulen zu schicken, wofür in der Regel sechs beglaubigte Kopien des Abiturzeugnisses usw. nötig sind, wäre künftig nur eine einzige Bewerbung erforderlich, die dann für alle gewünschten Hochschulen gilt. Die Länder haben bereits ihre grundsätzliche Zustimmung signalisiert. Jetzt muss dies umgehend umgesetzt werden, damit das neue Verfahren im kommenden Jahr institutionalisiert werden kann. "Es bleibt zu hoffen, dass die anstehende Föderalismusreform diesen absolut sinnvollen Prozess nicht behindert, sondern die politisch Verantwortlichen die Notwendigkeit einer solchen Serviceeinrichtung erkennen und zügig den erforderlichen rechtlichen Rahmen schaffen", sagt Michaelis.



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