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23.06.2006Zentrum für Umweltforschung neu aufgestelltUnesco-Welterbe Mittelrhein, Hochwasser und ElementspeziationDas Zentrum für Umweltforschung (ZfU) der Johannes Gutenberg-Universität hat sich neu gegliedert. Im 19. Jahr seines Bestehens befasst sich das ZfU mit drei Forschungsschwerpunkten, die aktueller sind denn je zuvor: dem Unesco-Welterbe Mittelrhein und dessen Schutz; Extremereignissen wie Hochwasser, die klimabedingt sein können; und schließlich der Elementspeziation, einer relativ jungen Wissenschaft, die einzelne Elemente mit ihren verschiedenen Bindungsformen untersucht. Um der fachlichen Heterogenität der Mitglieder und Projekte gerecht zu werden, wird jetzt die Schwerpunktbildung durch Schwerpunkt-Koordinatoren auch nach außen sichtbar gemacht. "Die Neugliederung des Forschungszentrums hat der wissenschaftlichen Arbeit neue Impulse verliehen", sagt der Vorsitzende des Koordinationsausschusses des ZfU, Univ.-Prof. Dr. Alfred Seitz. Die Bedeutung des ZfU an der Universität Mainz wird unter anderem dadurch unterstrichen, dass an der diesjährigen Jahrestagung im April fast 40 Wissenschaftler aus vier Fachbereichen teilgenommen haben, darunter eine erhebliche Zahl an Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern, was den hohen Stellenwert des Zentrums gerade auch bei der jüngeren Wissenschaftlergeneration verdeutlicht. "Dies ist umso bemerkenswerter, da doch Umweltforschung in Zeiten knapper Ressourcen zunehmend aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist und das ZfU seit Jahren unter einer unzureichenden finanziellen und personellen Ausstattung leidet", sagt Seitz. Der neue Forschungsschwerpunkt "Unesco Weltkultur Mittelrhein" (Koordinator Prof. König, Institut für Mikrobiologie) umfasst Forschungsprojekte, die sich mit der Vielfalt der Flora und Fauna, dem Weinbau sowie geographischen Modellszenarien und Fragen der Gewässerqualität beschäftigen. Bei den laufenden Projekten geht es um die historische Veränderung der Landschaft und um aktuelle Probleme der Landnutzung. Im Forschungsschwerpunkt "Extremereignisse" (Koordinator Prof. Wilken, Institut für Geowissenschaften) werden seit mehreren Jahren die ökologischen Auswirkungen von Überflutungen durch Flüsse untersucht. Im Zentrum standen dabei Veränderungen von Flora und Fauna in Überschwemmungsgebieten, aber auch Transport von Krankheitserregern, Sedimentablagerungen und Probleme der Trinkwassergewinnung. In den nächsten Jahren wollen sich die Arbeitsgruppen dieses Schwerpunkts vermehrt mit dem Wechselspiel von extremer Trockenheit und Überflutungen sowie den Auswirkungen auf das Management von Grundwasser und auf die Trinkwassergewinnung befassen. Der 20. Jahrestag des Reaktorunfalls von Tschernobyl hat gerade wieder deutlich gemacht, wie wichtig Forschungen zum Verhalten der freigesetzten Elemente mit ihren verschiedenen Bindungsformen unter Umweltbedingungen sind. Der Schwerpunkt "Elementspeziation" (Koordinator Prof. Reich, Institut für Kernchemie) befasst sich unter anderem mit der Nutzung spurenanalytischer Verfahren zur Exploration der Bindungsformen radioaktiver Elemente, was für die Langzeitsicherheitsanalyse eines nuklearen Endlagers eine erhebliche Rolle spielt. Diese Untersuchungen werden auch im Graduiertenkolleg "Spurenanalytik von Elementspezies" fortgeführt, das zudem chemische Vorgänge in der Atmosphäre und die Elementspeziation in biologischen Proben und Böden bearbeitet. Druckversion |
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| Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 03.07.2006 |
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