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  18.10.2006

Bundesministerium fördert Mainzer Mediziner

Forscherteam soll Impfstoff gegen Krebs entwickeln

Die Mainzer Mediziner sind dabei: Insgesamt wurden 176 Vorschläge eingereicht, 28 kamen in die zweite Stufe, davon werden nun 12 Projekte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen einer Förderung von Innovationsinitiativen mit insgesamt 150 Millionen Euro unterstützt. Am 18. Oktober werden die Siegerprojekte im Beisein von Forschungsministerin Annette Schavan in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert. Das Forscherteam um Prof. Dr. Ugur Sahin von der 3. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität wird dabei für den Zeitraum von zunächst drei Jahren für die Entwicklung von "pharmakologisch optimierten Ribonukleinsäuren als rekombinante Impfstoffe und Immunadjuvanten" mit einem Förderbeitrag von zwei Millionen Euro unterstützt. Das Ziel dieses Projektes ist, einen Impfstoff gegen Krebs zu entwickeln.

Das Mainzer Forscherteam um Sahin beschäftigt sich bereits seit 2002 mit der Entwicklung eines Impfstoffverfahrens gegen Krebs. Seit langem versuchen sich Wissenschaftler daran, auf der Basis von Ribonukleinsäure (RNS), die als Bestandteil der DNA Erbinformationen speichert und weitergibt, Impfstoffe und wirkungsverstärkende Hilfsstoffe (Adjuvantien) zu entwickeln. Diese so genannten Immunribopharmaka sind eine Art Arbeitskopien zum Einmalgebrauch einzelner Gene, die nach ihrer Verwendung zur Bildung von Eiweiß wieder aufgelöst werden. Auf diese Weise kann eine gezielte Antwort des Immunsystems gegen Krebs- oder Infektionsantigene ausgelöst werden, ohne dass es hierfür zu einer dauerhaften genetischen Veränderung im Erbgut von Zellen kommt. Bislang waren RNS-Impfstoffe für die direkte Anwendung jedoch nicht stabil genug: Nach der Injektion wurden sie zu schnell wieder abgebaut, als dass sie eine ausreichende Wirkung im Körper hätten erzielen können. Das Team um Sahin hat nun mit Hilfe gentechnischer Verfahren optimierte RNS-Ketten entwickelt, die als Impfstoff im Modell effiziente Antworten des Immunsystems auslösen und zur Hemmung des Wachstums und zur Rückbildung von Tumoren führen. Die benutzte Technologie zur pharmakologischen Optimierung der RNS ist ein breit nutzbares biotechnologisches Werkzeug, das sich auch zur Verbesserung bestehender Impfstoffe nutzen lässt. Da sich derartige Impfstoffe innerhalb weniger Wochen als Arzneimittel herstellen lassen, bieten sie die Möglichkeit einer für den individuellen Patienten angepassten Impfstoffentwicklung. Die Förderung des Projekts erlaubt der Arbeitsgruppe, das Verfahren bis zum ersten klinischen Test, der für 2008 geplant ist, weiterzuentwickeln.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Forscherteams aus der Biotechnologie von 2005 bis 2010 mit rund 150 Millionen Euro. Im Rahmen der Förderung sollen die Arbeitsgruppen neue Verfahren entwickeln, das Anwendungspotenzial herausarbeiten, technologisch validieren und eine kommerzielle Verwertung vorbereiten.



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Caroline Hänsch
Pressestelle Uniklinikum
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