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21.03.2007Deutsche Hochschullandschaft im StrukturwandelGroße Dynamik an den Fachbereichen der Universität(Mainz, 21. März 2007, gie) Für die Johannes Gutenberg-Universität Mainz war das Jahr 2006 gleich in mehrfacher Hinsicht besonders ereignisreich: Die Stichworte „Exzellenzinitiative“ einerseits und „Bolognaprozess“ sowie „Hochschulpakt 2020“ andererseits markieren die Herausforderungen, denen sich bundesdeutsche Universitäten aktuell zu stellen haben. „Die hiermit umrissenen Wandlungsprozesse betreffen die beiden Kernbereiche der deutschen Universitäten: eine Neuordnung der universitären Forschungslandschaft auf der einen Seite und der wohl tiefgreifendste Wandel des bundesdeutschen Studiensystems durch die Einführung der neuen gestuften Studiengänge auf der anderen Seite“, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. med. Jörg Michaelis, „und dies alles vor dem Hintergrund steigender Studierendenzahlen und stagnierender öffentlicher Budgets.“ Bildung, Wissenschaft und Forschung sind in den letzten Jahren stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit getreten und stehen damit auch auf der politischen Agenda von Bund und Ländern. Grund hierfür sind einerseits die Erkenntnis, dass diese Bereiche für die Entwicklung unserer Gesellschaft eine steigende Bedeutung gewinnen; andererseits auch die Debatten um Studiengebühren, NCs und den prognostizierten Anstieg der Studierendenzahlen. Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung der universitären Spitzenforschung hat ebenfalls eine breite Resonanz in der Öffentlichkeit erfahren. „Für uns ist der Wettbewerb zwar in der ersten Runde enttäuschend ausgegangen, denn unsere Graduiertenschule ‚Materials Science in Mainz (MAINZ)’ ist in der Endauswahl knapp gescheitert“, so der Präsident, „um so erfreulicher ist es nun für uns, dass nicht nur dieses Konzept, sondern auch zwei weitere Graduiertenschulen in der zweiten Ausschreibungsrunde der Exzellenzinitiative Anfang 2007 zu einem Vollantrag aufgefordert wurden.“ Neben einem Projekt aus dem Bereich der Kern- und Elementarteilchenphysik, sowie Atomphysik und Kernchemie „Precision at the Femto scale: the Key to New Physics (FEMTO)“ wurde auch das breit angelegte geistes- und kulturwissenschaftliche Projekt „Graduate School of Cultural and Social Studies“ ausgewählt. „Damit spiegelt sich unser traditionell breit angelegtes Fächerspektrum auch in den Vorentscheidungen der Gutachtergremien im Rahmen der Exzellenzinitiative wider“, erklärt Prof. Michaelis. Abgesehen von den konkreten Antragsprojekten für die Exzellenzinitiative wurden im vergangenen Jahr verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Johannes Gutenberg-Universität künftig im nationalen und internationalen Wettbewerb noch besser zu positionieren. Mit der Konstituierung der Gutenberg-Akademie, der höchsten Förderstufe im Rahmen der bereits 2005 eingeführten universitätsweiten strukturierten Promotionsstudien, schafft die Universität nun exzellente Promotionsbedingungen für die 25 begabtesten Doktorandinnen und Doktoranden. Diese „Juniormitglieder“ der Akademie erhalten Gelegenheit zum regelmäßigen und intensiven Austausch mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Seniormitgliedern) der Universität, die als interne Mentoren fungieren. Fachfremde Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur wirken zudem als externe Mentoren für die jungen Akademiemitglieder. „Damit wird die Johannes Gutenberg-Universität attraktiver für den wissenschaftlichen Nachwuchs, und und wir steigern zugleich die Karrierechancen der Absolventinnen und Absolventen der Akademie“, so der Präsident. Zudem hat der Senat im Januar 2007 die Satzung des Gutenberg-Forschungskollegs (GFK) verabschiedet, das derzeit seine Tätigkeit aufnimmt. Ziele dieser neuen Institution sind die Förderung und Unterstützung der exzellenten wissenschaftlichen Bereiche, die Entwicklung von Perspektiven zu neuen exzellenten Forschungsschwerpunkten und -strukturen von zukunftsträchtiger wis-senschaftlicher Bedeutung, die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Umsetzung dieser Perspektiven sowie die Förderung und Unterstützung interdisziplinärer Forschung durch den Aufbau eines Exzellenz-Netzwerks. Parallel und in Ergänzung zur Konzeption des GFK hat die Hochschulleitung ein spezielles Förderprogramm ausgeschrieben, um das im Strategiekonzept verankerte Ziel der Schwerpunktbildung umzusetzen. Im Rahmen dieses Programms wurden mehrere viel versprechende fachbereichsübergreifende Anträge konzipiert, die nach einer ersten Zwischenbeurteilung nun weiter ausformuliert werden und im Laufe des Jahres 2007 auswärtigen Experten zur Begutachtung vorgelegt werden sollen. Insgesamt haben das Programm zur Schwerpunktbildung, die Exzellenzinitiative sowie die Gründung der Gutenberg-Akademie zusammen mit dem parallel laufenden und sich weiter beschleunigenden Umstellungsprozess auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge zu einer großen Dynamik an den Fachbereichen geführt, was auch eine enorme Arbeitsbelastung für alle Beteiligten bedeutet. „All dies wurde parallel zum ‚Normalbetrieb’ bewältigt, der eigentlich seit Jahren aufgrund der knappen Ressourcen bei steigenden Studierendenzahlen in weiten Teilen ein ‚Ausnahmebetrieb’ ist“, so der Präsident, „dies zeigt, dass wir willens und in der Lage sind, die uns von der Politik gewährten Gestaltungsspielräume voll auszuschöpfen. Mehr noch: Es ist für unsere Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit von fundamentaler Wichtigkeit, dass die noch immer bestehende Detailsteuerung weiter reduziert wird. Hier gibt es nach wie vor erheblichen Novellierungsbedarf im Bereich des Hochschulgesetzes – die Ende 2006 verabschiedete ‚kleine’ Novelle konnte diese Notwendigkeit nicht abdecken.“ Druckversion |
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| Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 29.03.2007 |
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