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  28.03.2007

Beat Lutz zählt zu den meistzitierten Autoren der Verhaltensneurowissenschaften

Dritter Platz im Zitationsvergleich – Forschungen über Funktion von Endocannabinoiden

Über die große Bedeutung seiner jüngsten wissenschaftlichen Arbeiten kann sich Prof. Dr. Beat Lutz vom Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie der Johannes Gutenberg-Universität freuen: Er gehört zu den meistzitierten deutschsprachigen Autoren in den Verhaltensneurowissenschaften. "Laborjournal", ein Monatsmagazin für die Life-Science-Branche, nennt ihn in einem Zitationsvergleich für die Jahre 2001 bis 2004 unter den "meistzitierten Köpfen" an dritter Stelle. Lutz arbeitet vor allem an der Erforschung des körpereigenen Cannabinoid-Systems und seiner Rolle für das Gedächtnis. Die Zitationshäufigkeit gibt wieder, welche Bedeutung wissenschaftliche Publikationen in der Fachwelt genießen. Basis dafür ist in der Regel die Datensammlung des Institute for Scientific Information (ISI) in den USA.

In der Februar/März-Ausgabe 2007 von "Laborjournal" wurde ein Zitationsvergleich von Wissenschaftlern durchgeführt, die im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) auf dem Gebiet der Verhaltensneurowissenschaften forschen. Angst, Depression, Stress, Alkohol- und Drogenabhängigkeit und die entsprechenden Verhaltensweisen sind die bevorzugten Themen der Top 50 in den Verhaltensneurowissenschaften. "Neunzehn Forscher der Top 50 unter den deutschsprachigen Verhaltensneurowissenschaftlern arbeiteten zwischen 2001 und 2004 zumindest zeitweise an psychiatrischen Forschungseinrichtungen", schreibt das Blatt weiter. Hierzu gehören auch Beat Lutz und Krisztina Monory, eine Wissenschaftlerin seiner Arbeitsgruppe.

Lutz studierte Biochemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Nach einem Postdoc-Aufenthalt in den USA arbeitete er am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und dann am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, wo er sich der genetischen Analyse der Gedächtnisbildung bei Mäusen als Modellsystem widmete. Seit Ende 2004 ist er Leiter des Lehrstuhls Physiologische Chemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Ein Forschungsschwerpunkt von Beat Lutz besteht in Untersuchungen des Endocannabinoid-Systems bei der Gedächtnisverarbeitung. Diesem neuartigen neuromodulatorischen System wurde eine spezifische Funktion beim Auslöschen von Angstereignissen zugeordnet (Nature 2002; 418:530-534). Diese Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin "Nature" wurde im Zeitraum 2002 bis 2004 mehr als 200 Mal von Wissenschaftlern in ihren Arbeiten zitiert. Letztes Jahr konnten Lutz und seine Arbeitsgruppe zeigen, wie körpereigene Cannabinoide Nervenzellen schützen. Endocannabinoide, so die Wissenschaftler, bremsen übermäßige neuronale Gehirnaktivitäten, die unter Umständen zu epileptischen Anfällen führen können. Dabei spielen vermutlich die Cannabinoid-Rezeptoren in den Moos-Zellen, einem speziellen Typ von Nervenzellen im Hippocampus, eine zentrale Rolle (Neuron 2006; 51:455-466).



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