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04.06.2007Lernen für die medizinische Zukunft in RuandaPraktikantin aus Ruanda will Wissen im eigenen Land weitergebenAus dem Gesundheitsministerium in Kigali an die Fachhochschule nach Neu-Ulm, dann an die Uniklinik Mainz und abschließend zum International-Management-Training nach Berlin: Bei einer Weiterbildung wie dem „Industrielandtraining Krankenhausmanagement Ruanda“ wartet einiges auf die Teilnehmer. Bereits seit einigen Wochen wirft die Ruanderin Beatrice Uwayezu nun einen Blick hinter die Kulissen des einzigen Uniklinikums in Rheinland-Pfalz. Dabei durchläuft sie verschiedene Stationen, wie die Personalabteilung, das Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), das Koordinierungszentrum für Klinische Studien und die Klinik Apotheke. Beatrice Uwayezu ist 41 Jahre alt und hat als gelernte Krankenschwester und Hebamme in verschiedenen Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen in Ruanda schon viel gesehen. In einem europäischen Krankenhaus war sie allerdings bislang noch nicht. Zuletzt im ruandischen Gesundheitsministerium als Leiterin von Projekten gegen Tuberkulose, Malaria und AIDS tätig, wurde sie als eine von zwanzig afrikanischen Ärzten und Krankenhausmanagern von der Fachhochschule Neu-Ulm für ein Pilotprojekt zur langfristigen Weiterbildung in der Entwicklungszusammenarbeit ausgewählt. Das „Industrielandtraining Krankenhausmanagement Ruanda“ ist der Kern dieses Projekts. Dabei sollen die Stipendiaten auch als Multiplikatoren für die Umsetzung von Reformschritten im Krankenhaussektor des eigenen Landes wirken. Im Rahmen eines Assessment Centers in Tansania werden jährlich 20 Gesundheitsexperten, Ärzte und Verwaltungsmanager aus den Ländern Tansania, Malawi, Ruanda und Kamerun ausgewählt. Es folgen ein viermonatiger Intensiv-Kurs in Deutsch und an der Fachhochschule Neu-Ulm Unterricht in verschiedenen Fächern des Krankenhausmanagements. Den Abschluss des Projektes bilden ein Praktikum im Verwaltungsbereich eines Krankenhauses in Deutschland sowie ein achtwöchiges „International Management Training“ in Berlin. „Unser Land befindet sich, wie Deutschland, gerade mitten in einer Gesundheitsreform. Ziel bei uns ist es die wenigen Ärzte, die wir in Ruanda haben hauptsächlich im medizinischen Bereich einzusetzen und die administrativen Aufgaben an andere Berufsgruppen weiterzugeben. Für die Uniklinik Mainz habe ich mich interessiert, weil hier mein Praktikum eng an meine bisherigen Tätigkeiten angepasst ist. Auch wollte ich gerne das ruandische Partnerland Rheinland-Pfalz und die Landeshauptstadt einmal persönlich näher kennen lernen“, sagt Beatrice Uwayezu. „Besonders interessant bei meinem Praktikum war die Zeit im IMBEI. In Ruanda kennen wir bislang keine derartige Dokumentation und statistische Auswertung von Krankheiten im Bezug auf Geschlecht, Lebensalter oder ähnlichem. Diese ist jedoch auch gerade für Diagnosen und anschließende Therapien extrem wichtig, wie ich hier lernen konnte. Ich hoffe die vielen und interessanten Aspekte auch in meiner Heimat anwenden und später auch an Kollegen, Auszubildende und andere Interessierte weitergeben zu können. Ich bin dankbar hier sein zu können und freue mich über die vielen positiven Eindrücke, die ich mit zurück nach Ruanda nehmen kann.“ Druckversion |
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| Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 04.06.2007 |
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