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  09.07.2007

Das eigene Immunsystem zum Schutz gegen Hautkrebs und Allergien nutzen

Neuer Direktor der Mainzer Universitäts-Hautklinik, Prof. Stephan Grabbe, hat vielfältige Ziele

Seit 01. Juni 2007 ist Prof. Dr. Stephan Grabbe neuer Direktor der Hautklinik des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Klinische Schwerpunkte des Mediziners sind vor allem Hautkrebserkrankungen, entzündliche Hautkrankheiten und Allergien. Wissenschaftlich beschäftigt sich Prof. Grabbe vorwiegend mit der Funktionsweise des Immunsystems der Haut. Ziel seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist es, Immunantworten des Körpers gezielt an- oder abzuschalten und so Erkrankungen individuell therapieren zu können. Für die Patienten an der Mainzer Hautklinik möchte er aktuell zunächst den Service weiter verbessern. Dass sich die Patienten der Hautklinik rundherum gut behandelt fühlen, steht dabei an erster Stelle.

Tränende Augen, rote Pusteln, ständiges Niesen oder juckende Stellen am Körper, das kennen viele. Allein in Deutschland sind mehr als 40 Prozent der Erwachsenen von unterschiedlichsten Allergien betroffen. Das sind doppelt so viele wie vor zwanzig Jahren. Hinzu kommt, dass Allergien im Kindesalter bereits eine der häufigsten chronischen Erkrankungen darstellen. Über die Ursachen des Auftretens und der Zunahme in den letzten Jahren tappen die Fachleute allerdings noch weitgehend im Dunkeln. Einer der Licht in die Sache bringen möchte ist Prof. Dr. Stephan Grabbe, neuer Direktor der Universitätshautklinik Mainz. Immunantworten des Körpers gezielt an- und abzuschalten und so Erkrankungen individuell therapieren zu können, lautet sein wissenschaftliches Ziel. Daher beschäftigt er sich in diesem Bereich bereits seit Jahren unter anderem mit der so genannten Antigenpräsentation. Diese stellt einen entscheidenden Schritt bei einer allergischen Reaktion dar, aus der sich die Immunreaktion des Körpers ergibt und der damit möglicherweise zum Auftreten allergischer Beschwerden führt. Insbesondere untersucht er „Dendritische Zellen“. Dies sind hoch spezialisierte antigenpräsentierende Zellen, die als Teil des Immunsystems in der Haut und Schleimhaut sitzen und in der Lage sind, Allergene zu erkennen, aufzunehmen und zu verarbeiten. Doch nicht nur zur Kontrolle von Immunantworten wie z.B. Allergien, sondern auch zur gezielten Stimulation von Immunantworten können dendritische Zellen genutzt werden. Bereits heute kann die gezielte Aktivierung des Immunsystems dazu führen, dass zum Beispiel Hauttumore durch das eigene Immunsystem attackiert werden, während bei Allergien durch eine Inaktivierung dieses Systems krankhafte Immunantworten geheilt werden können. In den letzten Jahren hat sich – auch durch wissenschaftliche Arbeiten von Prof. Grabbe – gezeigt, dass beispielsweise gegen Hautkrebs gerichtete Immunabwehrmechanismen gezielt durch Verwendung von dendritischen Zellen aktivieren lassen. So kann schon jetzt der sogenannte „helle Hautkrebs“ sehr erfolgreich auf diese Weise mit einer einfachen Creme behandelt werden, die gezielt das körpereigene Immunsystem aktiviert. Auch für die Therapie des – weitaus gefährlicheren – malignen Melanoms, des „schwarzen Hautkrebses“ soll diese Strategie in Zukunft eingesetzt werden. „Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg“, erläutert Prof. Dr. Stephan Grabbe. „Diesen möchte ich auch in Mainz weiterhin konsequent und beherzt verfolgen. Vor allem gilt es aber den Anforderungen des Klinikalltags gerecht zu werden und eine Patientenversorgung auf hohem Niveau zu gewährleisten. Für die Patienten möchte ich mit meinem Team zunächst den Service verbessern, indem Wartezeiten abgebaut und die telefonische Erreichbarkeit verbessert werden. Ziel ist außerdem, dass verschiedene Untersuchungs- und Behandlungsprozesse innerhalb der Klinik noch besser ineinander greifen. Die Mainzer Hautklinik gehört eindeutig zu den besten Hautkliniken Deutschlands und ist wissenschaftlich weltweit anerkannt. Ich fühle mich gleichermaßen stolz und herausgefordert, diese Klinik in Zukunft leiten zu dürfen. Ich hoffe meine bisherige Arbeit auf hohem Niveau weiterführen und mit einer ebenso hochklassigen Krankenversorgung verbinden zu können.“

Zur Person:

Prof. Dr. Stephan Grabbe wurde 1961 geboren und studierte bis 1987 Humanmedizin und Philosophie in Münster und Cardiff. 1988 legte er das Amerikanische Staatsexamen für Mediziner (FMGEMS) ab. Verschiedene Tätigkeiten, unter anderem an der Hautklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und am Massachusetts General Hospital der Harvard University in Boston folgten. Als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie für Allergologie und Phlebologie bekam er 1996 eine Professur für Dermatologie und Dermato-Onkologie der Westfälischen Wilhelms- Universität Münster, bevor er im Dezember 2003 zuerst als kommissarischer Leiter und 2004 dann auch als Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Essen berufen wurde. Zahlreiche Veröffentlichungen und vielfältige Gutachtertätigkeiten, vor allem aber eine überaus erfolgreiche Drittmitteleinwerbung – sie beläuft sich bislang auf rund 5 Millionen Euro – sind Belege für den Erfolg seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Die Anerkennung der Fachkollegen drückt sich in der Verleihung zweier wichtiger Preise aus. 1995 erhielt Grabbe den „Oscar Gans-Förderpreis“ der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und 1997 den „Grünenthal-Förderpreis – Haut und Umwelt“. Seit 01. Juni ist er nun Direktor der Hautklinik des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.



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Caroline Hänsch
Pressestelle Universitätsklinikum
Tel +49 6131 17-7424
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