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  25.07.2007

Eintausendster Teilnehmer begrüßt

Gutenberg Herz-Studie erfreut sich großer Resonanz - Erste Zwischenergebnisse für Mitte 2008 erwartet

Mit einer der weltweit größten Studien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen – der Gutenberg-Herz-Studie – wollen die Mediziner des Mainzer Uniklinikums und des Fachbereichs Medizin neue Ansätze in der Prävention und Therapie von Herz- Kreislauferkrankungen schaffen. Das Risiko für das Entstehen dieser Erkrankungen könnte so besser vorhersehbar und die klinische Entwicklung neuer Medikamente optimiert werden. Seit dem Beginn der Studie, Anfang April diesen Jahres, konnten in mehr als 9.000 Untersuch-ungsstunden rund 8,5 Millionen Messwerte erhoben werden. Heute wurde mit Johann Reitz der 1.000 Teilnehmer der Studie am Klinikum der Johannes Gutenberg Universität Mainz begrüßt. Die Schirmherrin der Studie, die Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Doris Ahnen, und der Leiter der Studie, Prof. Dr. Stefan Blankenberg, erwarten bereits Mitte nächsten Jahres erste Zwischenergebnisse präsentieren zu können.

„Ich freue mich sehr über die hervorragende Resonanz dieser Studie“, sagte Wissenschaftsministerin Doris Ahnen. Unzählige Menschen könnten von der Gutenberg-Herz-Studie einen unmittelbaren Nutzen haben. Ich bin deshalb allen dankbar, die an der Studie teilnehmen und so dazu beitragen, die medizinische Forschung und die Prävention weiter zu verbessern“, sagte Ahnen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in der westlichen Welt – in Deutschland sterben alleine am Herzinfarkt jedes Jahr 150.000 Menschen. Daher zielen zahlreiche Forschungsanstrengungen darauf ab, vorherzusagen, ob jemand beispielsweise Herzinfarkt gefährdet ist oder nicht. So auch die Gutenberg- Herz-Studie die von Medizinern am Mainzer Uniklinikum in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Medizin der Johannes Gutenberg Universität und verschiedenen akademischen und industriellen Kooperationspartnern im PREVENT-it Zentrum für kardiovaskuläre Erkrankungen der Uniklinik durchgeführt wird.

Die Gutenberg-Herz-Studie

Insgesamt wurden mit Hilfe des Zufallsprinzips etwa 35.000 Bürgerinnen und Bürger, im Alter zwischen 35 und 75 Jahren, aus der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen von den Einwohnermeldeämtern für die Teilnahme ausgewählt. In einer ersten Untersuchung werden, neben Daten zum allgemeinen körperlichen Zustand, Laborparameter, wie etwa Liquid- und Glukosewerte, sowie DNA- und Eiweißmuster erhoben. Auch findet eine Überprüfung der Gefäßfunktion – der so genannten Endothelfunktion – mittels Ultraschall statt. So lassen sich Frühschäden in den Blutgefäßen erkennen und Gesundheitsrisiken minimieren. Ein wichtiges Ziel der Studie ist die Prüfung, ob sich diese Funktion als klinischer Routineparameter für die Bestimmung des kardiovaskulären Risikos – also beispielsweise des Herzinfarktrisikos – eignet.

Nach zweieinhalb Jahren folgt ein telefonisches Interview mit den Teilnehmern, bei der Daten zum allgemeinen Gesundheitszustand, wie beispielsweise Veränderungen des Gewichts oder des Blutdrucks, aber auch das auftreten von Erkrankungen abgefragt und registriert werden.

Der abschließende Vergleich folgt viereinhalb Jahre später mit der Wiederholung der im ersten Schritt vorgenommenen Untersuchungen. Am Ende der Studie sollen dann rund 16.300 der Probanden in die Studie eingeschlossen werden. Damit ist die Gutenberg-Herz-Studie eine der weltweit größten dieser Art.

„Wir freuen uns sehr, heute mit Herrn Reitz den 1.000 Teilnehmer der Studie begrüßen zu dürfen. Die Resonanz auf die Einladung durch die Einwohnermeldeämter ist im Vergleich zu anderen Studien überdurchschnittlich groß. Dies zeigt uns, welchen Stellenwert Vorsorgemaßnahmen in dem Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen einnehmen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Münzel, der Leiter der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Klinikums, zu der das PREVENT-it Zentrum für kardiovaskuläre Erkrankungen gehört.

„Für ein erstes Zwischenergebnis ist es allerdings noch viel zu früh. Mit ersten vorläufigen Ergebnissen ist frühestens ab Mitte des nächsten Jahres zu rechnen“, ergänzt der Initiator und Leiter der Studie Prof. Dr. Stefan Blankenberg.

Selbstverständlich ist die Teilnahme für Johann Reitz, den 1.000 Teilnehmer der Studie: „Nur mit Hilfe der durch die Studie gewonnenen Erkenntnisse kann später anderen Menschen auch geholfen werden. Zusätzlich erhalte ich auch noch Informationen über meinen eigenen Gesundheitszustand und eventuell bei mir bereits vorhandene Risiken. So kann ich einen kleinen Teil mit zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen - das ist doch toll“, erläutert der 73-jährige, gebürtige Mainzer.



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Foto: Peter Pulkowski
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Foto: Peter Pulkowski
Dr. Philipp Wild gratuliert mit dem Team des Zentrums dem 1.000 Teilnehmer, Johann Reitz



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