Schlafmangel und seine Auswirkungen

© sokaeiko / pixelio.deIm heutigen Arbeitsleben geht es in vielen Branchen stressig und hektisch zu. Kein Wunder, dass da wenig Zeit zum Schlafen bleibt. Doch selbst wenn die Zeit vorhanden ist, leiden viele Menschen unter Problemen mit dem Ein- und Durchschlafen.

Wenig Schlaf birgt Risiken für die Gesundheit

Im Volksmund gelten 8 Stunden Schlaf als angemessen. Dies wird jedoch von vielen Menschen unterboten. Die unmittelbare Folge ist ein Müdigkeitsgefühl und häufig Leistungs- und Konzentrationsschwäche. Dies sind jedoch nicht die einzigen Folgen, wie diverse Studien in den letzten Jahrzehnten gezeigt haben.

Höheres Risiko für Herzinfarkt

Eine Studie in den 1980er und 1990er Jahren mit 10.000 Probanden, die nach ihren Schlafgewohnheiten gefragt wurde, ergab, dass sich das Herzinfarktrisiko vergrößert, wenn Menschen wenig schliefen. Die Erhöhung des Herzinfarktrisikos lässt sich dadurch erklären, dass zu wenig Schlaf dem Körper Stress signalisiert, so dass es zu einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol kommt. Dieses erhöht den Blutdruck und steigert das Risiko für Fetteinlagerungen, die wiederum das Risiko für Diabetes und einen Herzinfarkt erhöhen.

Macht wenig Schlafen dick?

Neueste Forschungsergebnisse legen nahe, dass zu kurzes Schlafen und ein falscher Tag-Nacht-Rhythmus für die Fettleibigkeit großer Teile der Bevölkerung verantwortlich sein könnte und auch die Anfälligkeit für Diabetes erhöht. Die weit verbreitete Vorstellung, dass Nachtarbeiter und Menschen, die zu wenig schlafen, von beidem besonders betroffen ist, existiert schon lange. Dies wurde nun durch Experimente mit Mäusen bestätigt: Die nachaktiven Nager wurden zu verschiedenen Zeiten auf ihren Insulinhaushalt untersucht, und es kam heraus, dass ihre Insulinresistenz tagsüber am stärksten war. Da Mäuse nachtaktiv sind, fiel diese Insulinresistenz daher in die Zeit ihrer "Nachtruhe". Tagsüber war der Insulinhaushalt anders: Der Blutzuckerspiegel war niedriger, der Stoffwechsel aktiver. Als nun die Mäuse in ihrem natürlichen Tag- und Nachtrhythmus gestört wurden, konnte die Insulinresistenz tagsüber und nachts nachgewiesen werden - mit der Folge, dass die Mäuse bei einer fettreichen Ernährung schneller zunahmen.

Schlafmangel wirkt sich auch auf die Gene aus

In einem anderen Versuch wurden Probanden in einem Schlaflabor untergebracht und durften eine Woche über täglich höchstens 6 Stunden schlafen. Alle drei Stunden wurde den Teilnehmern Blut entnommen, um ihr Transkriptom zu untersuchen und damit herauszufinden, welche Gene aktiv wurden. Insgesamt stellte sich heraus, dass durch den eine Woche andauernden Schlafmangel insgesamt 711 Gene beeinflusst wurden. Es ist angesichts der Nager-Studie nicht verwunderlich, dass unter diesen Gene auch solche waren, die den Stoffwechsel steuern.

Fazit

Ausreichend schlafen und einen gewissen Tages- und Nachtrhythmus einhalten ist wichtig, um den Körper nicht zu stressen und den Stoffwechsel aktiv zu halten. Was ausreichend ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, doch die 8 Stunden, die der Volksmund so gerne zitiert, sind ein guter Anhaltspunkt. Wer Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen hat, sollte seinen Arzt konsultieren und eventuell einige Nächte im Schlaflabor verbringen, um seine Nachtruhe analysieren zu lassen.

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