Lehrpreis

Qualitätssicherung in der Lehre

Neben den schon seit längerer Zeit etablierten Verfahren der Qualitätssicherung in der Forschung nimmt das Bewusstsein zu, dass auch die Qualität der Lehre systematisch gesichert werden muss. Der 2001/2002 eingerichtete "Preis des Senates der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für exzellente Leistungen in der Lehre" stellt, neben den vom Zentrum für Qualitätssicherung und
-entwicklung  (ZQ) durchgeführten Lehrevaluationen, einen weiteren Baustein eines Systems der Qualitätssicherung in der Lehre dar.
Mit der Vergabe des Lehrpreises ist das Ziel verbunden, die fundamentale Bedeutung der Lehre an einer Universität ins Bewusstsein zu rücken und anzuerkennen. Darüber hinaus soll damit eine permanente Diskussion didaktischer Konzepte und Fragen der Lehre an der Universität angestoßen werden.

Mit der Verleihung eines Lehrpreises soll ferner deutlich werden, dass erst die Zusammenführung von fachlichem Wissen, didaktischer Qualifikation und persönlichem Engagement zu herausragenden Lehrleistungen und damit zur Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Faches wie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz insgesamt beiträgt.

Vergabeverfahren

Die Verantwortung für das Verfahren liegt grundsätzlich bei den Fachbereichen, wobei der Senat die folgenden Rahmenbedingungen festgelegt hat:

  • Die Verleihung des Preises erfolgt auf der Basis einer studentischen Bewertung (bspw. einer formalisierten Evaluation von Lehrveranstaltungen). 
  • Die Organisation des Verfahrens wird den Fachausschüssen für Studium und Lehre in den Fachbereichen bzw. den Fachbereichsräten übertragen. 
  • Pro Fachbereich wird ein Preisgeld in Höhe von 1.000,00 Euro zur Verfügung gestellt, das auf maximal zwei Preisträger/innen verteilt werden sollte.
  • Der Preis kann grundsätzlich an alle Lehrenden (d. h. an Professorinnen und Professoren, Hochschuldozentinnen und -dozenten,  Privatdozentinnen und -dozenten, akademische und künstlerische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie Lehrbeauftragte) verliehen werden. 
  • Die Teilnahme der Fachbereiche ist freiwillig.

Steigende Akzeptanz: Der Lehrpreis von 2002-2004

Das Lehrpreisverfahren wurde zwischenzeitlich dreimal - in den Jahren 2002, 2003 und 2004 -  durchgeführt. Wenngleich das Verfahren in einigen wenigen Fachbereichen noch nicht richtig in Gang gekommen und das Ziel einer flächendeckenden Evaluation der Lehrveranstaltungen noch nicht erreicht ist, so ist doch erkennbar, dass das Instrument der Veranstaltungsevaluation mittlerweile in vielen Fachbereichen regelmäßig eingesetzt wird.

Die steigende Akzeptanz lässt sich direkt an den Zahlen der teilnehmenden Fachbereiche und der Anzahl der Preisträgerinnen und Preisträger ablesen. Beteiligten sich im ersten Jahr 11 der 19 Fachbereiche und nominierten 14 Lehrende, wurden im darauffolgenden Jahr schon 20 Lehrende aus 14 Fachbereichen und im Jahr 2004 von 15 Fachbereichen 23 Lehrende nominiert.

Vorschlag zur Modifikation des Verfahrens

Vielfach wurde das Lehrpreisverfahren des Senates als überwiegend an den wissenschaftlichen Nachwuchs gerichtetes Fördersystem verstanden. Ordentlich berufene Professorinnen und Professoren beteiligten sich nur in geringerem Umfang an dem Verfahren und ließen ihre Veranstaltungen entsprechend seltener durch Studierende evaluieren. Zwar ist die Verleihung eines Lehrpreises für den wissenschaftlichen Nachwuchs - z. B. im Hinblick auf künftige Berufungsverhandlungen - zweifellos besonders interessant, jedoch sollten auch die Veranstaltungen von Professorinnen und Professoren in die Evaluation mit einbezogen werden, um so zu einem umfassenden System der Qualitätssicherung in der Lehre zu gelangen.

Die Abteilung Studium und Lehre hat daher vorgeschlagen, künftig in jedem Fachbereich einen Preis für Professorinnen und Professoren und einen Preis für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu vergeben. Beide Preise sollten mit jeweils 1.000,00 Euro dotiert werden. Im Zuge dessen sollte der Lehrpreis jedoch künftig nicht mehr teilbar sein.

Die Zukunft des Lehrpreises

Im Rahmen des Hochschulprogramms "Wissen schafft Zukunft" wird zukünftig auch auf Landesebene ein Wettbewerb der Lehre stattfinden. Das Verfahren sieht vor, die Preise fachgruppenbezogen zu vergeben.

Gruppen auf Landesebene Fachbereiche an der Universität
Mathematik und Naturwissenschaften 08 Physik, Mathematik und Informatik
09 Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften 
10  Biologie
Medizin 04   
Gesellschafts-, Rechts-, und
Wirtschaftswissenschaften sowie Sport
02  Sozialwissenschaften, Medien und Sport 
03  Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 
Ingenieurwissenschaften    
Kultur-, Sprach- und Geisteswissenschaften 01  Theologie 
05 Philosophie und Philologie 
06  Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft 
07  Geschichts- und Kulturwissenschaften 
Kunst und Musik  11  Musik und Bildende Kunst 

Beide Verfahren, der Lehrpreis der Universität und der im Rahmen des Hochschulprogramms "Wissen schafft Zukunft" aufgelegte Wettbewerb der Lehre, sollten zukünftig aber unbedingt aufeinander abgestimmt werden. Ein entsprechender Vorschlag der Abteilung für Studium und Lehre sieht vor, dass die Nominierung für das Lehrpreisverfahren des Landes auf dem Ergebnis des Lehrpreisverfahrens der Universität basiert.

Ausgehend vom Ergebnis des Lehrpreisverfahrens der Universität könnte für das Lehrpreisverfahren des Landes aus jedem Fachbereich ein wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter sowie eine Professorin bzw. ein Professor benannt werden. Dies bedeutet, dass die Universität Mainz je nach Zahl der Fachbereiche in den einzelnen Fächergruppen maximal vier Professorinnen bzw. Professoren sowie vier wissenschaftliche Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter pro Fachbereich benennt.

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