Univ.-Prof. Dr. WOLFGANG BREUL
Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte (Schwerpunkt: Neuzeit)
Wolfgang Breul, 1960 in Eschwege geboren, studierte Evangelische Theologie an den Universitäten Marburg, Bern und Göttingen. Nach seinem ersten Theologischen Examen in Marburg folgten ein Vikariat in der Kirchengemeinde Niederweimar (bei Marburg) und anschließend das zweite Theologische Examen. Danach arbeitete Breul als Pfarrer mit besonderem Dienstauftrag an der Philipps-Universität Marburg im Fachgebiet Kirchengeschichte des Fachbereichs Evangelische Theologie. 1999 wurde Breul mit einer Arbeit über die geistlichen Fürstentümer Hersfeld und Fulda in Spätmittelalter und früher Reformationszeit promoviert; seine Dissertation wurde mit dem Josef-Leinweber-Preis der Katholisch-Theologischen Fakultät Fulda ausgezeichnet. Im Anschluss erhielt er ein Forschungsstipendium zur Arbeit an einer "Bibliographie der Korrespondenz Johann Arndts" und war danach als wissenschaftlicher Assistent im Fachgebiet Kirchengeschichte an der Philipps-Universität Marburg tätig. 2006 habilitierte sich Breul mit einer Studie zum Reformprogramm des Halleschen Pietismus und seiner Wirkungsgeschichte. In einem von ihm eingeworbenen Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersuchte er seit Herbst 2007 "Das Eheverständnis des Pietismus im Alten Reich". Ab dem Wintersemester 2007/2008 hatte Breul zunächst einen Lehrauftrag für Kirchengeschichte und anschließend eine Vertretung des Lehrstuhls Kirchen- und Dogmengeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) inne, bevor er dort zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit berufen wurde.
Breuls wissenschaftliche Arbeiten und Forschungen weisen ihn thematisch breit aus. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt der Frühen Neuzeit (ca. 1500-1800) und der Verbindung der Kirchengeschichte mit politik- und kulturgeschichtlichen Themen und Fragestellungen. In diesem Sinne arbeitet Breul mit Kollegen und Kolleginnen aus Geschichts- und Kulturwissenschaften, Germanistik und anderen historisch arbeitenden Disziplinen in Deutschland, Nordamerika und Osteuropa zusammen.
An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz möchte Breul insbesondere die Arbeit an sozial- und kulturgeschichtlichen Zugängen zur Pietismusforschung intensivieren. Neben dem laufenden Projekt zum Eheverständnis im Pietismus des Alten Reich (Dr. Stefania Salvadori) sind weitere Publikationen sowie Forschungs- und Tagungsvorhaben in Vorbereitung, u.a. zu den Themen "Geschichtsbewusstsein und Zukunftserwartungen in Pietismus und Erweckungsbewegung", "Nonkonformismus um Pietismus", "Pietismus und Ökonomie" und zur religiösen Biographie und Autobiographie. In der Lehre freut er sich auf die vielfältigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen theologischen Fächern, der katholischen Schwesterfakultät und anderen geisteswissenschaftlichen Fachbereichen an der JGU.
Wissenschaftlicher Werdegang
September 2011Berufung zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit für Kirchen- und Dogmengeschichte (Schwerpunkt: Neuzeit) an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2008
Vertretung des Lehrstuhls Kirchen- und Dogmengeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2007-2008
Lehrauftrag für Kirchengeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Seit 2007
DFG-Projekt zum Eheverständnis des Pietismus im Alten Reich
2006
Habilitation im Fachgebiet Kirchengeschichte des Fachbereichs Evangelische Theologie an der Philipps-Universität Marburg
Titel der Habilitationsschrift: "August Hermann Franckes Universalprojekt und die pietistische Neuordnung in der Grafschaft Waldeck"
2001-2007
Wissenschaftlicher Assistent im Fachgebiet Kirchengeschichte an der Philipps-Universität Marburg
2000-2001
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Kirchengeschichte an der Philipps-Universität Marburg
1999-2000
Forschungsstipendium zur Arbeit an einer "Bibliographie der Korrespondenz Johann Arndts"
1999
Promotion an der Philipps-Universität Marburg
Titel der Dissertation: "Herrschaftskrise und Reformation"
1992-1995
Pfarrer im Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg
1990-1992
Vikariat
1983-1989
Studium der Evangelischen Theologie an der Philipps-Universität Marburg, der Universität Bern und der Georg-August-Universität Göttingen
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Spätmittelalter und frühe Reformation
- Täufertum der Reformationszeit
- Hallescher Pietismus
- Radikaler Pietismus
- Sozial- und Kulturgeschichte des Pietismus
Mitgliedschaften
- Historische Kommission zur Erforschung des Pietismus
- Wissenschaftlicher Beirat des Interdisziplinären Zentrums für Pietismusforschung Halle
- Wissenschaftlicher Beirat der Ebernburg-Stiftung
- Historische Kommission für Hessen
- Wissenschaftlicher Beirat des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde
- Wissenschaftliche Gesellschaft für Theologie, Sektion Kirchengeschichte
Publikationen (Auswahl)
- Herrschaftskrise und Reformation. Die Reichsabteien Fulda und Hersfeld ca. 1500-1525 (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 71), Gütersloh 2000.
- Generalreform. August Hermann Franckes Universalprojekt und die pietistische Neuordnung in der Grafschaft Waldeck (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus 58), Göttingen 2012. (in Druckvorbereitung).
- Pietismus (Urban-Taschenbücher), in Vorbereitung (2012).
- Gemeinsam mit Lothar Vogel: Rezeption und Reform. Festschrift für Hans Schneider zu seinem 60. Geburtstag (Quellen und Studien zur hessischen Kirchengeschichte 5), Darmstadt und Kassel 2001.
- Gemeinsam mit Lothar Vogel and Marcus Meier: Der radikale Pietismus (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus 55), Göttingen 2010. Zweite Aufl. 2011.
- Hans Schneider: Gesammelte Aufsätze I: Der radikale Pietismus (Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte 36), gemeinsam mit Lothar Vogel, Leipzig 2011.
- Gemeinsam mit Christian Soboth: Liebe, Sexualität und Ehe im Pietismus (Hallesche Forschungen 30), Halle/Saale 2011. (im Druck)
- Landesherrliche Klosterpolitik unter Landgraf Wilhelm II. von Hessen, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 52 (2000), S. 121-150.
- Vom Humanismus zum Täufertum. Das Studium des hessischen Täuferführers Melchior Rinck an der Leipziger Artistenfakultät, in: Archiv für Reformationsgeschichte 93 (2002), S. 26-42.
- Johann Arndt und die konfessionelle Entwicklung Anhalts, in: Hans Otte / Hans Schneider (Ed.): Frömmigkeit oder Theologie. Johann Arndt und die "Vier Bücher vom wahren Christentum" (Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens 40), Göttingen 2007, S. 45-67.
- Fürst, Reformation, Land - Aktuelle Forschungen zu Landgraf Philipp von Hessen (1504-1567) (together with Holger Th. Gräf), in: Archiv für Reformationsgeschichte 98 (2007), S. 274-300.
- "Mit gutem Gewissen". Zum religiösen Hintergrund der Doppelehe Landgraf Philipps von Hessen, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 119 (2008), S. 149-177.
- Gottfried Arnold und das eheliche und unverehelichte Leben, in: Udo Sträter e.a. (Ed.): Alter Adam und Neue Kreatur. Pietismus und Anthropologie. Beiträge zum II. Internationalen Kongress für Pietismusforschung 2005 (Hallesche Forschungen 28), Tübingen 2009, S. 357-369.
- Art. "Pietismus", in: Enzyklopädie der Neuzeit Bd. 10, Stuttgart 2009, S. 12-19.
- Elisabeth von Thüringen - Literatur aus dem Jubiläumsjahr (together with Lothar Vogel and András Korányi), in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 59/2009 [June 2010], S. 179-296.
- Marriage and Marriage-Ciriticism in Pietism: Philipp Jacob Spener, Gottfried Arnold and Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, in: Jonathan Strom (Ed.): Pietism and Community in Europe and North America 1650-1850 (Brill Series in Church History 45; Religious History and Culture Series 4), Leiden 2010, S. 37-53.
- Luthers Eheschließung 1525: ein theologisches Zeichen? In: Dietrich Korsch/Volker Leppin (Ed.): Martin Luther - Theologie und Biographie (Spätmittelalter, Humanismus, Reformation 53), Tübingen 2010, S. 145-159.
- De Lutero a Calvino: la confessionalizzazione del principato di Anhalt, in: Laura Ronchi de Michelis / Lothar Vogel (Ed.): "Giovanni Calvino e il calvinismo: La migrazione di uomini, idee, libri", Dimensioni e problemi della ricerca storica, Roma 2010 (2), S. 151-165.
- "Hoffnung besserer Zeiten". Der Wandel der "Endzeit" im lutherischen Pietismus um 1700, in: Achim Landwehr (Ed.): Frühe Neue Zeiten (Mainzer Historische Kulturwissenschaften 8), Bielefeld 2012. (forthcoming)
