Univ.-Prof. Dr. WOLFGANG GRADL
Professor für Experimentelle Kern- und Hadronenphysik
Wolfgang Gradl, 1970 in Heidelberg geboren, studierte nach dem Abitur von 1991-1997 Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Im Juli 1997 schloss er sein Studium mit einer Diplomarbeit zur Photoproduktion von Zweijet-Ereignissen ab, in der Daten des H1-Experiments am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) analysiert wurden. Im Anschluss promovierte Gradl am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg und legte hier im Jahr 2001 seine Dissertation über "The Readout System of the HERA-B Inner Tracker and Prospects of HERA-B in the Field of Drell-Yan Physics" vor.
Einen großen Teil der Promotionszeit und der anschließenden Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter nahm ein Forschungsaufenthalt am DESY in Hamburg für das Experiment HERA-B ein. Dort sammelte Gradl Erfahrungen im Design, Bau und Betrieb von großen Detektorsystemen. Er war u.a. für das Auslesesystem des Inneren Spurkammersystems (Inner Tracker) zuständig und maßgeblich an der Inbetriebnahme des gesamten Detektors beteiligt. Seit 2004 forscht er am Forschungsprojekt BABAR am SLAC National Accelerator Laboratory der Stanford University, USA; von 2004-2008 war er außerdem als Research Fellow an der University of Edinburgh in Großbritannien. Während eines Forschungsaufenthaltes am SLAC war er unter anderem für den störungsfreien Betrieb des Kalorimeters verantwortlich und koordinierte und plante notwendige Arbeiten am Detektor.
Als Mitglied der BABAR-Kollaboration arbeitet Gradl seit 2004 auf dem Gebiet der charmlosen hadronischen B-Zerfälle. Schwerpunkt seiner Forschung ist die Suche nach Effekten neuer Physik, die durch Quantenkorrekturen in charmlosen hadronischen Zerfällen von B-Mesonen auftreten können. Seit 2010 setzt er die Suche nach indirekten Hinweisen auf Physik jenseits des Standardmodells mit Charm-Mesonen am Experiment BES-III in Peking fort. Darüber hinaus untersucht er Symmetriebrechung in Zerfällen von leichten Mesonen mit dem Crystal-Ball Detektor am Mainzer Mikrotron MAMI.
Vor seiner Berufung zum Universitätsprofessor für Experimentelle Kern- und Hadronenphysik an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) im Oktober 2011 war Gradl bereits als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kernphysik der JGU tätig. Er beabsichtigt, die in dieser Zeit begonnenen Forschungsarbeiten weiterzuführen und durch angestrebte Kollaborationen das erfolgreiche Physikprogramm im Institut für Kernphysik zu erweitern.
Wissenschaftlicher Werdegang
Oktober 2011Berufung zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit für Experimentelle Kern- und Hadronenphysik an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Seit 2010
Forschungsaufenthalt am BES-III Experiment, Institute of High Energy Physics, Chinese Academy of Sciences, Peking, China
2008-2011
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kernphysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2004-2006
Forschungsaufenthalt am SLAC National Accelerator Laboratory, Stanford University, USA, für das BABAR-Experiment
2004-2008
Research Fellow für das Experiment BABAR an der University of Edinburgh, Großbritannien
2001-2003
Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei HERA-B am Physikalischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
2001
Promotion an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Titel der Dissertation: "The Readout System of the HERA-B Inner Tracker and Prospects of HERA-B in the Field of Drell-Yan Physics"
1999-2003
Forschungsaufenthalt am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), Hamburg
1997-2001
Promotionsstudium am Physikalischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
1997
Diplomabschluss im Fach Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Titel der Diplomarbeit: "Analyse harter γp Ereignisse bei großem xγ mit dem H1-Detektor"
1994-1995
Auslandsstudium an der University of Sussex, Großbritannien
Stipendium des DAAD
1991-1997
Studium der Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Suche nach Effekten von Physik jenseits des Standardmodells, CP-Verletzung in seltenen charmlosen B-Zerfällen
- Hadrondynamik und CP-Verletzung in D-Zerfällen
- Produktion und Zerfälle leichter Mesonen bei MAMI
Publikationen (Auswahl)
- Observation of the rare decay B+ to K+ pi0 pi0 and measurement of the quasi-two body contributions B+ to K*(892)+ pi0, B+ to f_0(980) K+ and B+ to chi_c0 K+
J. P. Lees et al., [BABAR Collaboration], Phys.Rev. D84 (2011) 092007. - Analysis of the D+ to K- pi+ e+ nu_e decay channel
P. del Amo Sanchez et al. [BABAR Collaboration], Phys.Rev. D83 (2011) 072001. - B-meson decays to eta-prime rho, eta-prime f_0, and eta-prime K*
P. del Amo Sanchez et al., [BABAR Collaboration], Phys.Rev. D82 (2010) 011502. - Improved Measurement of B+ to rho+rho0 and Determination of the Quark-Mixing Phase Angle alpha
B. Aubert et al. [BABAR Collaboration], Phys.Rev.Lett. 102 (2009) 141802. - Measurement of Time-Dependent CP Asymmetry in B0 to c anti-c K(*)0 Decays
B. Aubert et al. [BABAR Collaboration], Phys.Rev. D79 (2009) 072009. - Measurement of time dependent CP asymmetry parameters in B0 meson decays to omega K0(S), eta-prime K0, and pi0 K0(S)
B. Aubert et al. [BABAR Collaboration], Phys.Rev. D79 (2009) 052003. - Measurement of CP-violating asymmetries in B0 to (rho pi)0 using a time-dependent Dalitz plot analysis
B. Aubert et al. [BABAR Collaboration], Phys.Rev. D76 (2007) 012004. - Observation of B to eta-prime K* and evidence for B+ to eta-prime rho+
B. Aubert et al., [BABAR Collaboration], Phys.Rev.Lett. 98 (2007) 051802. - Limits for the central production of Theta+ and Xi-- pentaquarks in 920-GeV pA collisions
I. Abt et al. [HERA-B Collaboration, Phys.Rev.Lett. 93 (2004) 212003. - Measurement of the b anti-b production cross-section in 920-GeV fixed target proton nucleus collisions
I. Abt et al. [HERA-B Collaboration], Eur.Phys.J. C26 (2003) 345. - Studies of aging and HV break down problems during development and operation of MSGC and GEM detectors for the inner tracking system of HERA-B
Y. Bagaturia et al.[HERA-B Inner Tracker Collaboration], Nucl.Instrum.Meth. A490 (2002) 223, ICFA Instrum.Bull. 24 (2002) 54.
