Juniorprof. Dr. BERND TRAXL
Juniorprofessor für das Fachgebiet Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt außerschulisches Sonderpädagogik
Bernd Traxl, 1978 im österreichischen Zams geboren, studierte von 1998-2003 Sonder- und Heilpädagogik sowie Psychoanalytische Pädagogik an der Universität Wien. Sein anschließendes Promotionsstudium an der Universität Innsbruck schloss er 2005 mit einer Dissertation zur Implikation unterschiedlicher Therapiemodelle in die sonder- und heilpädagogische Praxis ab. Von 2003-2010 absolvierte Traxl zudem eine Psychoanalyseausbildung in Innsbruck und besuchte vielfältige Weiterbildungen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie (München), der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (Innsbruck), des Mentalization Based Treatment (London) und der Child Psychotherapy Q-Sort (London). Seit 2007 ist Traxl zudem sowohl als Erwachsenenanalytiker als auch als Kinder- und Jugendanalytiker in freier Praxis tätig.
Seit seiner Studienzeit engagiert sich Traxl in verschiedenen sozial-, sonder- und heilpädagogischen Praxisfeldern. Dazu zählt u.a. seine Arbeit im sonderpädagogischen Förder- und Lehrbereich sowie in sozialpädagogischen Projekten mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen in Österreich und Italien. Von 2003-2010 war Traxl in der ambulanten sonder- und heilpädagogischen Förderung entwicklungsverzögerter bzw. verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher tätig. Zudem war Traxl am Aufbau und der Weiterentwicklung einer Psychotherapeutischen Ambulanz für Kinder- und Jugendliche in Innsbruck beteiligt sowie in der berufspolitischen Interessensvertretung von Kinder- und Jugendpsychotherapeuten engagiert. Er ist Vorstandsmitglied und Obmann der "Heilpädagogischen Familien" in Tirol, Vorstandsmitglied der Heilpädagogischen Gesellschaft Tirol sowie Mitglied der Kommission für Psychoanalytische Pädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE).
In seiner Forschung hat sich Traxl zuletzt insbesondere auf den Grenzbereich zwischen Heilpädagogik und Psychoanalyse konzentriert und beispielsweise zur heilpädagogischen Praxisgestaltung, zur Bedeutung affektiv-interaktioneller Prozesse in der heilpädagogischen Praxis sowie zu psychoanalytischen Perspektiven bei autistischen Störungen gearbeitet und publiziert. Im Rahmen der Innsbrucker Wirkungsstudie (W-INN) unter Leitung von Univ.-Prof. Josef Aigner befasst sich Traxl gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen mit der spezifischen Wirkung männlicher Bezugspersonen auf Kinder im Elementarbereich. In einem multimethodalen Design werden die Daten von videographierten Beobachtungen, projektiven Testverfahren, klassischen Fremdbeurteilungsverfahren und Fragebögen miteinander verknüpft, um sich der Frage nach der Bedeutung des Geschlechts für Kinder dieser Altersgruppe anzunähern. Zukünftige Forschungsprojekte sehen v.a. die differenzierte Untersuchung von Beziehungsdynamiken in sonderpädagogischen Handlungsfeldern vor.
Seit dem 1. April 2012 ist Bernd Traxl Juniorprofessor für das Fachgebiet Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt außerschulische Sonderpädagogik im Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Wissenschaftlicher Werdegang
April 2012Ernennung zum Juniorprofessor für das Fachgebiet Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt außerschulische Sonderpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2010-2012
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck, Österreich
2009-2012
Teammitglied der Psychologischen Studentenberatung der Universität Innsbruck, Österreich
2008-2012
Teammitglied der Psychotherapeutischen Ambulanz Innsbruck, Österreich
2007-2008
Gasttherapeut an der Universitätsklinik für medizinische Psychologie Innsbruck, Österreich
seit 2007
Psychoanalytiker in freier Praxis für Erwachsene und Kinder/Jugendliche
2005
Promotion an der Universität Innsbruck, Österreich
Titel der Dissertation: "Die Implikation transferierter Therapiemodelle in ein holistisch-integratives Rahmenkonzept für die heilpädagogische Praxis: Analyse und Konzeptualisierung"
seit 2003
diverse Weiterbildungen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie (München), der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (Innsbruck), des Mentalization Based Treatment (London) und der Child Psychotherapy Q-Sort (London)
2003-2010
Ambulante heilpädagogische Förderung, Heilpädagogische Familien GmbH, Innsbruck, Österreich
2003-2010
Psychoanalyseausbildung in Innsbruck, Österreich
2003-2005
Promotionsstudium an der Universität Innsbruck, Österreich
2002-2003
Sonderpädagogische Förder- und Lehrtätigkeit in Wien, Österreich
2000-2002
Heilpädagogische Betreuung in Wohngemeinschaften in Wien, Österreich
2000-2001
Sozial- und heilpädagogische Projektarbeit in Österreich und Italien
1998-2003
Studium der Sonder- und Heilpädagogik an der Universität Wien, Österreich
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Entwicklungsförderung bei Kindern und Jugendlichen
- Psychoanalytische Sonder- und Heilpädagogik
- Seelische Störungen im Kindes- und Jugendalter
- Psychodynamische und sonderpädagogische Diagnostik
- Bindung, Affektregulierung und Mentalisierung
- Relevanz und Integration unterschiedlicher therapeutischer Modelle für die sonder- und heilpädagogische Praxis
- Wirkung männlicher Bezugspersonen auf die Entwicklung von Kindern
Publikationen (Auswahl)
- Traxl, Bernd (2012): Der psychoanalytische Beitrag zur Professionalisierung heilpädagogischer Praxis. In: Heilpädagogik. Fachzeitschrift der heilpädagogischen Gesellschaft Österreich. Kaiser. Höbersdorf 2012 (im Druck).
- Traxl, Bernd (2011): Annäherung an die personale Objektwelt. Psychoanalytische Perspektiven bei autistischen Störungen. In: Kinderanalyse. Zeitschrift für die Anwendung der Psychoanalyse in Psychotherapie und Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters 19/4. Klett-Cotta. Stuttgart 2011.
- Traxl, B. (2010): Die Entwicklung struktureller Fähigkeiten im Kontext heilpädagogischer Arbeit. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2011.
- Traxl, B. (2009): Psychoanalytisch-pädagogische Anmerkungen zur Bedeutung affektiv-interaktioneller Prozesse in der heilpädagogischen Praxis. – In Datler, W., Steinhardt, K., Gstach, J., Ahrbeck, B. (Hrsg.): Der pädagogische Fall und das Unbewusste. - Psychosozial Verlag, Gießen 2009.
- Traxl, B. (2009): Heilpädagogische Praxisgestaltung: Die Integration psychotherapeutischer, kognitiver, sensorischer, motorischer und kreativtherapeutischer Zugänge. – VDM Verlag, Saarbrücken 2009.
