Juniorprof. Dr. MARION GINDHART

Juniorprofessorin für den Arbeitsbereich "Paradigma Alte Welt"


Marion Gindhart, 1970 in Dillingen an der Donau geboren, studierte von 1990-1996 Klassische Philologie mit Schwerpunkt Latein, Klassische Archäologie und Alte Geschichte an der Universität Augsburg. Mit einer Arbeit über die "Apologie" des Apuleius erlangte sie hier ihren Magisterabschluss. Bereits während ihrer Studienzeit arbeitete Gindhart im Projekt "Erschließung der astronomischen und mathematischen Literatur der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek und der Studienbibliothek Dillingen (Inkunabelzeit-1700)" am Institut für Europäische Kulturgeschichte Augsburg. Von 1997-1999 war Gindhart als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Klassische Philologie an der Universität Augsburg beschäftigt und erhielt für die nachfolgende Promotion eine Förderung als Stipendiatin am Graduiertenkolleg "Wissensfelder der Neuzeit" der Universität Augsburg sowie als Stipendiatin im Rahmen des Frauenförderprogramms der Universität Augsburg. Daneben war Gindhart von 2000-2003 Lehrbeauftragte im Fach Klassische Philologie an den Universitäten Augsburg und Würzburg.

Mit einer diskursanalytischen Doktorarbeit zum Thema "Das Kometenjahr 1618. Untersuchungen zur Rezeption, Vermittlung und Instrumentalisierung antiken und zeitgenössischen Wissens in der frühneuzeitlichen Kometenliteratur des deutschsprachigen Raumes" wurde sie im Juni 2004 mit dem Prädikat "summa cum laude" im Fach Klassische Philologie an der Universität Augsburg promoviert. Von 2005-2008 war Gindhart als Lehrbeauftragte für den Bereich Antikenrezeption an der Philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel tätig und wechselte im April 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Seminar für Klassische Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Hier wurde sie zum 1. Oktober 2010 zur Juniorprofessorin für den Arbeitsbereich "Paradigma Alte Welt" ernannt.

Gindhart möchte im interdisziplinären Dialog Aspekte der Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte in Forschung und Lehre vertiefen und ihre bisherigen Forschungsschwerpunkte ausbauen. So wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für kulturwissenschaftliche Forschungen (Engi, CH) und drittmittelgeförderten Projektgruppen die Beschäftigung mit dem frühneuzeitlichen Disputationswesen verstärkt weitergeführt, u.a. durch eine Tagung zur Polyfunktionalität von Disputationen. Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften existieren bereits auf der Ebene von Lehre (Ringvorlesung "Reisen in Vergangenheiten", Workshop "Hieroglyphen - Interpretation und Rezeption seit der Antike", Seminar "Körperwelten") und Forschung (etwa im Bereich "Frühe Konzepte von Mensch und Natur"); das Thema "Lehrdichtung als poetisches und epistemisches Modell. Untersuchungen zur Entwicklung der Gattung nach Manilius" soll durch eine Monographie erschlossen werden.

Wissenschaftlicher Werdegang

Oktober 2010
Ernennung zur Juniorprofessorin für das Fach Latinistik, Arbeitsbereich "Paradigma Alte Welt" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2008-2010
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Klassische Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2005-2008
Lehrbeauftragte an der Philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

2004
Promotion (summa cum laude) im Fach Klassische Philologie an der Universität Augsburg
Titel der Dissertation: "Das Kometenjahr 1618. Untersuchungen zur Rezeption, Vermittlung und Instrumentalisierung antiken und zeitgenössischen Wissens in der frühneuzeitlichen Kometenliteratur des deutschsprachigen Raumes"

August 2002 – Juli 2003
Stipendiatin im Rahmen des Frauenförderprogramms der Universität Augsburg

2000-2003
Lehrbeauftragte im Fach Klassische Philologie an der Universität Augsburg und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

August 1999 – Juli 2002
Stipendiatin am Graduiertenkolleg "Wissensfelder der Neuzeit" der Universität Augsburg

1999-2004
Promotionsstudium im Fach Klassische Philologie an der Universität Augsburg

1997-1999
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Klassische Philologie an der Universität Augsburg

1996
Magister Artium in den Fächern Klassische Philologie mit Schwerpunkt Latein, Klassische Archäologie und Alte Geschichte an der Universität Augsburg

1991-1997
Mitarbeiterin im Projekt "Erschließung der astronomischen und mathematischen Literatur der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek und der Studienbibliothek Dillingen (Inkunabelzeit-1700)" am Institut für Europäische Kulturgeschichte Augsburg

1990-1996
Studium der Klassischen Philologie mit Schwerpunkt Latein, Klassischen Archäologie und Alten Geschichte an der Universität Augsburg

Lehr- und Forschungsschwerpunkte

  • Frühneuzeitliche Kometenliteratur; Diskursiv gesteuerte Wahrnehmung und Deutung von Naturphänomenen
  • Frühneuzeitliches Disputationswesen
  • Paratexte und ihr Funktionsspektrum in der frühneuzeitlichen Druckliteratur
  • Rezeption paganer auctores (Vergil, Ovid) im westlichen Mittelalter
  • Antike Fachwissenschaften und ihre Rezeption; Antike Lehrdichtung
  • Pagane Literatur der Spätantike (Ausonius)
  • Mythenrezeption

Publikationen (Auswahl)

  • Erhard Weigels pro-loco-Disputation in Jena über den Kometen von 1652. Ein Paradigma für die Polyfunktionalität frühneuzeitlicher Disputationen, in: Sdzuj, Reimund B. / Seidel, Robert / Zegowitz, Bernd (Hrsgg.), Dichtung - Gelehrsamkeit - Disputationskultur. Festschrift für Hanspeter Marti zum 65. Geburtstag, Köln 2012 [im Druck].
  • Hrsg. mit Ursula Kundert: Disputatio (1200–1800). Form, Funktion und Wirkung eines Leitmediums universitärer Wissenskultur, Berlin 2010 (Trends in Medieval Philology 20).
  • Lineare und interaktive Ordnung. Zur Inszenierung der Städte und ihres Rombezuges im "Ordo urbium nobilium" des Ausonius, in: Jahrbuch für Antike und Christentum 51 (2008 [2010]), 68-81.
  • Ignibus haut unquam vanis micuisse cometen. Lateinische Gelegenheitsgedichte in Druckwerken zum Kometenjahr 1618, in: Schlegelmilch, Ulrich / Thanner, Tanja (Hrsgg.), Die Dichter und die Sterne. Beiträge zur lateinischen und griechischen Literatur für Ludwig Braun, Würzburg 2008 (Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft N.F. Beiheft 2), 171-199.
  • Nárkissos – Narcissus – Narziss: Reflexionen und Brechungen eines Mythos, in: Käppel, Lutz / Klein, Dorothea (Hrsgg.), Das diskursive Erbe Europas. Antike und Antikerezeption, Frankfurt a. M. u.a. 2008 (Kulturgeschichtliche Beiträge zum Mittelalter und der frühen Neuzeit 2), 25-62.
  • Art. "Astrologische Textsorten", in: Paravicini, W. (Hrsg.), Hirschbiegel, J. / Wettlaufer, J. (Bearbb.), Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Hof und Schrift, Ostfildern 2007 (Residenzenforschung 15 III), 73-86.
  • Das Kometenjahr 1618. Antikes und zeitgenössisches Wissen in der frühneuzeitlichen Kometenliteratur des deutschsprachigen Raumes, Wiesbaden 2006 (Wissensliteratur im Mittelalter 44).
  • Evolat ad superos portaque evadit eburna. Intertextuelle Strategien und Vergilparodie im Cupido cruciatus des Ausonius, in: Rheinisches Museum für Philologie 149.2 (2006), 214–236.
  • Art. "Astrologie", in: Paravicini, W. (Hrsg.), Hirschbiegel, J. / Wettlaufer, J. (Bearbb.), Höfe und Residenzen im Spätmittelalterlichen Reich. Bilder und Begriffe. Teilband 1: Begriffe, Ostfildern 2005 (Residenzenforschung 15 II.1), 235–238.
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Fax +49 6131 39-24797

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