Univ.-Prof. Dr. STEFAN WEYERS
Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Theorie der Bildung und Erziehung
Stefan Weyers, geboren 1962 in Homburg/Saar, studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg die Fächer Erziehungswissenschaft, Psychologie und Politikwissenschaft und schloss 1992 sein Studium "mit Auszeichnung" ab. Nach Lehraufträgen für politische Bildung an der Zivildienstschule Karlsruhe und der Stiftung Rehabilitation Heidelberg nahm Weyers von 1994-1999 eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Rekonstruktion soziomoralischer Lernprozesse in einem demokratisch geregelten Vollzug" am Erziehungswissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg an. 1998 wurde Weyers Lehrbeauftragter am Erziehungswissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg, bevor er 1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Entwicklung von Vorformen von Rechtsnormen" an das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main wechselte.
Mit einer Dissertation zum Thema "Moral und Delinquenz. Moralische Entwicklung und Sozialisation straffälliger Jugendlicher" promovierte Weyers 2003 am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo er im Anschluss zunächst Lehrbeauftragter war und ab 2004 dann eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter übernahm. Von 2005-2008 leitete er das DFG-Projekt "Entwicklung rechtlicher Vorstellungen und Orientierungen in der Adoleszenz im Kontext religiös-kultureller Differenz", angesiedelt am DIPF und an der Goethe-Universität. Dort habilitierte sich Weyers 2010 mit einer Arbeit "Zur Entwicklung von Rechtsvorstellungen in Kindheit und Jugend. Vorformen, Rechtsbegriffe, Menschenrechte und die Koordination normativer Regelbereiche" und erwarb die Lehrbefugnis für das Fach Erziehungswissenschaft. Nachdem er bereits im Wintersemester 2007/08 und seit Oktober 2009 die Vertretung einer Professur für Allgemeine Pädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) übernommen hatte, wurde Weyers am 16. Mai 2012 zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Theorie der Bildung und Erziehung an die JGU berufen.
Neben den allgemeinen Grundlagen des Fachs möchte Weyers in Forschung und Lehre Themen aufgreifen, die für Bildung und Erziehung und deren theoretische Reflexion in modernen Gesellschaften besonders relevant sind, u.a. die Themen "Demokratie und Menschenrechte", "Interkulturalität und Migration" sowie "Umgang mit Diversität und Ungleichheit". Weitere Schwerpunkte liegen auf der diachronen Analyse von Bildungs- und Erziehungsprozessen (Geschichte, Biographie, Entwicklung) und auf Forschungsmethoden.
Wissenschaftlicher Werdegang
Mai 2012Berufung zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Theorie der Bildung und Erziehung an das Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2010
Habilitation am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Titel der Habilitationsschrift: "Zur Entwicklung von Rechtsvorstellungen in Kindheit und Jugend. Vorformen, Rechtsbegriffe, Menschenrechte und die Koordination normativer Regelbereiche"
Verleihung der Lehrbefugnis für das Fach Erziehungswissenschaft
2009-2012
Vertretungsprofessur für "Allgemeine Pädagogik" am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2007-2008
Vertretungsprofessur für "Allgemeine Pädagogik" am Pädagogischen Institut (heute: Institut für Erziehungswissenschaft) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2005-2008
Projektleiter des DFG-Projekts "Entwicklung rechtlicher Vorstellungen und Orientierungen in der Adoleszenz im Kontext religiös-kultureller Differenz" am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
2004-2012
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main (im WS 2007/08 und von Okt. 2009 bis Mai 2012 beurlaubt)
2003-2004
Lehrbeauftragter am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main
2003
Promotion (summa cum laude) am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Titel der Dissertation: "Moral und Delinquenz. Moralische Entwicklung und Sozialisation straffälliger Jugendlicher"
1999-2004
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Entwicklung von Vorformen von Rechtsnormen" am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main (Förderung: VW-Stiftung)
1998-2000
Lehrbeauftragter am Erziehungswissenschaftlichen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
1994-1999
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Rekonstruktion soziomoralischer Lernprozesse in einem demokratisch geregelten Vollzug" am Erziehungswissenschaftlichen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
1993-1999
Lehrtätigkeit in den Fächern Psychologie, Pädagogik und Soziologie an der Kinderkrankenpflegeschule des Klinikums Mannheim
Honorarmitarbeiter bei den Diakonischen Werken Baden und Württemberg für die fachliche Einführung und Begleitung von Zivildienstleistenden (für die Bereiche Jugend- und Behindertenhilfe)
1993
Lehraufträge für politische Bildung an der Zivildienstschule Karlsruhe und bei der Stiftung Rehabilitation Heidelberg
1992
Magister Artium ("mit Auszeichnung") im Fach Erziehungswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Titel der Magister-Arbeit: "'Auslese', totale Verfügungsgewalt und 'Typenzucht' - Zur Theorie und Praxis nationalsozialistischer Pädagogik"
1984-1992
Studium der Fächer Erziehungswissenschaft, Psychologie und Politikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Erziehungs- und Bildungstheorien
- Demokratische Erziehung und Menschenrechtsbildung
- Pädagogische Ethik
- Entwicklung und Sozialisation
- Normenentwicklung in Kindheit und Jugend (Moral, Recht, Religion)
- Interkulturalität und Migration
- Jugend, Gewalt und Delinquenz
- Qualitative Forschungsmethoden und Methodentriangulation
Publikationen (Auswahl)
- Weyers, Stefan (unter Mitarbeit von Nils Köbel, Sascha Benedetti & Christian Betzel) (2012): Entwicklung von Rechts- und Menschenrechtsvorstellungen. Menschenrechte und Normenkonflikte aus Sicht christlicher und muslimischer Jugendlicher. Frankfurt am Main (im Druck).
- Weyers, Stefan (2012): Juvenile Delinquency: Lack of Moral Motivation or Moral Ambivalence? In: Heinrichs, Karin/Lovat, Terence & Oser, Fritz (Eds.): Handbook of Moral Motivation. Theories, Models, Applications. Rotterdam (in print).
- Weyers, Stefan (2012): Moral. In: Andresen, Sabine/Hunner-Kreisel, Christine/Fries, Stefan (Hrsg.): Erziehung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart: Metzler (im Druck).
- Köbel, Nils & Weyers, Stefan (2012): The understanding of human rights and rule of law from the perspective of Kohlberg’s theory. In: Garz, Detlef/Nowak, Ewa & Zizek, Boris (Eds.): Kohlberg revisited. Rotterdam (in print).
- Weyers, Stefan (2012): Wie verstehen Kinder und Jugendliche das Recht? Sechs Phasen der Entwicklung rechtlichen Denkens. In: Journal für Psychologie, Jg. 20, Heft 2 (online-Journal).
- Weyers, Stefan (2011): Triangulation qualitativer und quantitativer Methoden bei der Rekonstruktion subjektiver Orientierungsmuster. In: Ecarius, Jutta & Miethe, Ingrid (Hrsg.): Methodentriangulation in der qualitativen Bildungsforschung. Opladen, S. 89-108.
- Weyers, Stefan (2011): "Selbstverwaltung", "Schulgemeinde", "demokratische Lebensform". Historische Perspektiven auf Strukturprobleme und Antinomien demokratischer Erziehung. In: Ludwig, Luise/Luckas, Helga/Hamburger, Franz & Aufenanger, Stefan (Hrsg.): Bildung in der Demokratie II. Tendenzen, Diskurse, Praktiken. Opladen, S. 141-152.
- Weyers, Stefan (2011): Zwischen Selbstbestimmung und religiöser Autorität, säkularem und göttlichem Recht. Normative Orientierungen christlicher und muslimischer Jugendlicher. In: Bohler, Karl F. & Corsten, Michael (Hrsg.): Begegnungen von Kulturen. Wiesbaden, S. 105-180.
- Weyers, Stefan & Köbel, Nils (2010): Folterverbot oder "Rettungsfolter"? Urteile von Jugendlichen über Moral, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit angesichts eines realen moralischen Dilemmas. In: Zeitschrift für Pädagogik, Jg. 56, Heft 4, S. 604-626.
- Weyers, Stefan (2010): Demokratische Partizipation durch "Just Communities". In: Dollinger, Bernd & Schmidt-Semisch, Henning (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität. Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog. Wiesbaden, S. 415-426.
- Weyers, Stefan (2009): Recht und Verrechtlichung. In: Andresen, Sabine; Casale, Rita; Gabriel, Thomas; Horlacher, Rebekka; Larcher Klee, Sabina & Oelkers, Jürgen (Hrsg.): Handwörterbuch Erziehungswissenschaft. Weinheim, S. 728-743.
- Weyers, Stefan/Sujbert, Monika & Eckensberger, Lutz H. (2007): Recht und Unrecht aus kindlicher Sicht. Die Entwicklung rechtsanaloger Strukturen im kindlichen Denken und Handeln. Münster.
- Weyers, Stefan (2006): Pacta sunt servanda? Das kindliche Verständnis von Verträgen am Beispiel des Tausches und der Leihe. In: Zeitschrift für Pädagogik, Jg. 52, Heft 4, S. 591-610.
- Weyers, Stefan (2005): "Sünder", "Dummer Junge", "Opfer", "Held"…: Biographische Selbstpräsentationen inhaftierter Jugendlicher. In: BIOS, Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, Jg. 18, Heft 2, S. 236-263.
- Weyers, Stefan (2004): Moral und Delinquenz. Moralische Entwicklung und Sozialisation straffälliger Jugendlicher, Weinheim und München.
