Juniorprof. Dr. JULIA STENZEL
Juniorprofessorin für Theaterwissenschaft
Julia Stenzel, Jahrgang 1978, studierte von 1998-2003 Dramaturgie, Komparatistik und Neuere deutsche Literatur an der Bayerischen Theaterakademie und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Nach ihrem Diplomabschluss mit Auszeichnung übernahm sie eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der LMU. Zeitgleich arbeitete sie an ihrer Dissertation zum Potenzial kognitionswissenschaftlicher und wahrnehmungstheoretischer Modelle für die Theaterwissenschaft, die sie 2007 abschloss. Im Rahmen von Bayern excellent verfolgte sie von 2009-2012 ein Postdoc-Projekt zur "Reformulierung der Antike" auf der Bühne und im Drama des 19. Jahrhunderts. Das Projekt war assoziiert an die an der LMU angesiedelten Forschergruppe "Anfänge (in) der Moderne" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Seit 2011 ist Stenzel Mitglied im Kolleg der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs. Mit Wirkung zum 11. April 2012 wurde Julia Stenzel zur Juniorprofessorin für Theaterwissenschaft am Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ernannt.
Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind u.a. Grenzgebiete von Kulturwissenschaft und Cognitive Science, theatrale und literarische Reformulierungen der Antike, Tanztheater seit den 1960er Jahren, Theorien und Praxen der Historiographie sowie gattungs- und medientheoretische Zugänge zum Drama. Neben einer Monographie zum Thema der Antike-Rezeption im 19. Jahrhundert wird Stenzel in Mainz v.a. zum Theater des Mittelalters und der Frühen Neuzeit arbeiten. Als eine große Chance sieht sie hier auch die interdisziplinäre Lehre zusammen mit der Mediävistik. Auch die Grenzgebiete der Performance Art zwischen Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft werden sie in den nächsten Jahren beschäftigen. Sie plant außerdem ein interdisziplinäres Projekt zum Potenzial kognitionswissenschaftlicher Modelle für die film-, theater- und kunstwissenschaftliche Rezeptionsforschung, in das in besonderem Maße auch Doktoranden und Postdoktoranden eingebunden sein sollen.
Wissenschaftlicher Werdegang
April 2012Ernennung zur Juniorprofessorin für Theaterwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Februar 2009 – März 2012
Postdoc-Projekt zur "Reformulierung der Antike: Archê und Kommentar in Antike-Inszenierungen des 19. Jahrhunderts", finanziert aus Mitteln von Bayern excellent
Mitarbeit in Forschung und Lehre am Institut für Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München
Assoziiertes Mitglied der Forschergruppe "Anfänge (in) der Moderne" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
April 2008 – Januar 2009
Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Studienkoordinatorin am Zentrum Seniorenstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Juli 2007
Promotion (magna cum laude) an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Titel der Dissertation: "Der Körper als Kartograph? Umrisse einer historischen Mapping Theory"
2006-2008
Lehraufträge am Institut für Theaterwissenschaft und am Seminar für Religionswissenschaft und Philosophie der Religionen Europas an der Ludwig-Maximilians-Universität München
2003-2005
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Februar 2003
Diplom-Abschluss Dramaturgie (mit Auszeichnung) an der Ludwig-Maximilians-Universität München
1998-2003
Studium der Dramaturgie, Komparatistik und der Neueren deutschen Literatur an der Bayerischen Theaterakademie und der Ludwig-Maximilians-Universität München
Preise und Stipendien
- Stipendiatin im Förderkolleg der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern (seit März 2011)
- BGF-Habilitationsstipendium (11/2011-2012-09/12; Rückgabe 02/2012)
- Alumna des Förderprogramms der LMU für den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs (lmuMentoring; 2010-2011)
- Shortlisted Candidate für ein Research Fellowship am Humanities Center at Harvard (Harvard University / Volkswagen Stiftung; 2010)
- Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes (1998-2003)
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Kulturwissenschaft und Cognitive Science
- Kultur-, Theater- und Medientheorie
- Theorien und Praxen der Historiographie
- Theater der Antike und des Mittelalters
- Antike-Rezeption
Publikationen (Auswahl)
Monografie, Herausgeberschaften- Der Körper als Kartograph? Umrisse einer historischen Mapping Theory. München 2010. [Dissertation]
- Hg. zus. mit Christiane Hille: Matthew Barney: Cremaster Anatomies. Beiträge zum 3. interdisziplinären Winterkolleg des Departments Kunstwissenschaften der LMU. Bielefeld 2012 (ersch. Herbst 2012).
- Hg. zus. mit Friederike Krippner und Andrea Polaschegg: Die andere Antike. Historisierung und Politisierung der Altertümer auf der Bühne des 19. Jahrhunderts (in Vorbereitung; ersch. vsl. Herbst 2013)
- "Stoffwechsel, oder: Mimesis als Prinzip der Überschreitung in Matthew Barneys Cremaster Cycle", in: Matthew Barney: Cremaster Anatomies. Beiträge zum 3. interdisziplinären Winterkolleg des Departments Kunstwissenschaften der LMU. Hg. v. Christiane Hille und Julia Stenzel. Bielefeld 2012 (ersch. Herbst 2012).
- "Das Quaken der Journale. Die aristophanischen 'Frösche' zwischen literarischer und politischer Öffentlichkeit", in: Meike Wagner (Hg.): Agenten der Öffentlichkeit. Theater und Medien im 19. Jahrhundert, Bielefeld 2012 (b. Hg.).
- "Antikenräume, Gegenwartsräume, hybride Räume: Das labile Subjekt im Totaltheater", in: Theater und Subjektkonstitution. Beiträge zum 10. Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft, Bielefeld 2012 (im Druck).
- "Begriffe des Aristoteles", in: Metzler Handbuch Drama, hg. v. Peter W. Marx. Stuttgart 2012, 12-31.
- "Von schäumenden und kontrollierenden Kommentaren. Die Berliner Antigone-Inszenierung von 1842 und ihre Reformulierungen in der politisierten Literatur des Vor- und Nachmärz", in: Alterität als Leitkonzept für historisches Interpretieren. Hg. v. Anja Becker und Jan Mohr, Berlin 2012; S. 379-401.
- "Embodiment. Zur Produktivität interdisziplinärer Missverständnisse", in: Maske und Kothurn 1-2/09, 11-22.
- "Der Zuschauer im Bild der Antike. Konstruktionen des 19. Jahrhunderts", in: Forum ModernesTheater 1/09, 3-17.
- "Gefallene links liegen lassen? Zur Rolle von Alltagsmetaphern in Interpretationen von Tanz und Tanztheater", in: KulturPoetik. Journal for Cultural Poetics 2/06, 254-272.
- "Inszenierte Unvollständigkeit. Frühe dramatische Versuche zur Biographie Ludwigs II. von Bayern", in: Literatur in Bayern 3/05, 26-35.
