Juniorprof. Dr. SARAH SCHOLL-SCHNEIDER

Juniorprofessorin für Kulturanthropologie / Volkskunde


Sarah Scholl-Schneider, geb. 1978 in Lengerich in Westfalen, studierte von 1998-2004 Politikwissenschaft, West- und Südslawistik sowie Volkskunde an der Universität Regensburg und der Masarykova Univerzita in Brno in der Tschechischen Republik. Während ihres 2005 aufgenommenen Promotionsstudiums am Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg war Scholl-Schneider im Studienjahr 2005/2006 zudem Kollegiatin des internationalen Promotionskollegs Ost-West zum Thema "Migrationen. Menschen und Ideen unterwegs im Europa der Moderne" der Ruhr-Universität Bochum. Ein Kurzstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sowie ein Forschungsstipendium der Deutsch-Tschechischen Historikerkommission für einen Aufenthalt in Prag unterstützten sie bei ihren dissertationsbezogenen Feldforschungsvorhaben in der Tschechischen Republik. Im Jahr 2009 legte Scholl-Schneider ihre mit dem Prädikat "summa cum laude" ausgezeichnete Dissertation "Mittler zwischen Kulturen. Biographische Erfahrungen tschechischer Remigranten nach 1989" an der Universität Regensburg vor.

Im Oktober 2009 wechselte Scholl-Schneider auf eine halbe Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Universität Augsburg, wo sie zusätzlich das deutsch-tschechische Oral-History-Projekt "Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern" koordinierte und in dessen Rahmen sie neben Interviews in Bayern umfängliche Feldforschungen in der Tschechischen Republik durchführte. Im Januar 2011 übernahm sie eine weitere halbe Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg, wo sie Veranstaltungen für den Elitestudiengang Osteuropastudien der Universitäten München und Regensburg anbot. Mit Wirkung zum 1. April 2012 wurde Scholl-Schneider zur Juniorprofessorin für Kulturanthropologie / Volkskunde am Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) berufen.

Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen aktuell neben dem Themenfeld Migration und Heimat v.a. im Bereich Methodologie, insbesondere qualitativen ethnographischen Methoden. In diesem Zusammenhang initiiert sie derzeit an der JGU eine "Interpretationswerkstatt" zur Analyse qualitativer Interviews, die sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler richtet, die empirisch arbeiten und ihre Verstehens- und Interpretationsprozesse (mit)teilen und präzisieren möchten.

Mit Kolleginnen und Kollegen aus Südost- und Ostmitteleuropa plant sie aktuell einige Projekte, etwa zum Einfluss ko-ethnischer Migration auf die post-sozialistischen Transformationsprozesse im östlichen Europa, zur Erinnerung an den "Eisernen Vorhang" sowie zur kulturellen Verarbeitung der Erfahrung der Freiheit nach 1989. Ihr Forschungsinteresse gilt dabei v.a. kulturellen Phänomenen und Prozessen innerhalb der alltäglichen Lebenswelt breiter Bevölkerungsschichten mit einem Fokus insbesondere auf Ostmitteleuropa.

Wissenschaftlicher Werdegang

April 2012
Ernennung zur Juniorprofessorin für Kulturanthropologie/Volkskunde am Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

2011
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft, Elitestudiengang Osteuropastudien, Universität Regensburg

2011-2012
Teilnahme an "ProfiLehre" -- Programm der Bayerischen Universitäten zur Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses

2009-2012
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte, Universität Augsburg

2009-2010
Werkvertragliche Koordination, Co-Leitung und Mitarbeit beim grenzüberschreitenden Interviewprojekt "Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern", Sudetendeutsche Stiftung, München

2009
Promotion (summa cum laude) am Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft der Universität Regensburg
Titel der Dissertation: "Mittler zwischen Kulturen. Biographische Erfahrungen tschechischer Remigranten nach 1989"

2008-2009
Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte, Universität Augsburg

2005-2006
Kollegiatin im Promotionskolleg Ost-West der Ruhr-Universität Bochum zum Thema "Migrationen. Menschen und Ideen unterwegs im Europa der Moderne"

2005-2009
Promotionsstudium am Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft, Universität Regensburg

2002-2003
Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft, Schwerpunkt: Mittel- und Osteuropa, Universität Regensburg

2000-2002
Studentische Hilfskraft beim Bohemicum Regensburg-Passau

2001
ERASMUS-Auslandssemester an der Masarykova Univerzita in Brno, Tschechische Republik

1998-2004
Magisterstudium Politikwissenschaft, West- und Südslawistik und Volkskunde an der Universität Regensburg

Lehr- und Forschungsschwerpunkte

  • Remigration und ko-ethnische Migration
  • Methodologie, insbesondere Theorie und Praxis der Oral History
  • Kulturtransfer und Interethnik
  • Erinnerungskultur, Erinnerung und Medialität
  • Biographieforschung
  • Eliten und Transformationsprozesse im östlichen Europa

Publikationen (Auswahl)

Monografie und Herausgeberschaften
  • (2012) Erinnerungskultur und Lebensläufe. Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern. Hg. mit Peter Fassl und Marita Krauss. München, in Vorbereitung.
  • (2011) Mittler zwischen Kulturen. Biographische Erfahrungen tschechischer Remigranten nach 1989. Münster/New York/München/Berlin (= Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.V., Bd. 94).
  • (2010) Sudetské příběhy/Sudetengeschichten. Vyhnanci, starousedlíci, osídlenci/ Vertriebene, Alteingesessene, Neusiedler. Praha, Hg. Antikomplex/Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte, bearbeitet von Sarah Scholl-Schneider, Miroslav Schneider und Matěj Spurný.
  • (2009) Heimat als Erfahrung und Entwurf. Berlin, Hg. mit Silke Flegel und Natalia Donig.
Aufsätze
  • (2012) Musikalische Brücken. Musik im lebensgeschichtlichen Erzählen ehemaliger und heutiger Bewohner der Stadt Boží Dar/Gottesgab im Erzgebirge. In: Das immaterielle Kulturgut Musik im Spannungsfeld von 'Lebenswelt' und 'Monument' (= Berichte des interkulturellen Forschungsprojektes "Deutsche Musikkultur im östlichen Europa", Bd. 6). Stuttgart, in Vorbereitung.
  • (2012) Mehr als Fragen und Antworten. Interkulturelle Oral History in der Praxis. In: Peter Fassl/Marita Krauss/Sarah Scholl-Schneider (Hg.): Erinnerungskultur und Lebensläufe. Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern. München, in Vorbereitung.
  • (2012) "Doch das Größte, das ist die Freiheit des Menschen". Der remigrierte tschechische Liedermacher Jaroslav Hutka und seine Erfahrung(en) der Freiheit. In: Frank Hoffmann (Hg.): "Die Erfahrung der Freiheit". Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Europäischen Revolution 1989/91 (= Deutschland in Europa, Bd. 2). Berlin 2012, S. 123-140.
  • (2011) (gem. mit Marita Krauss) Heimatbilder. Multiperspektivische Zugänge zum Zusammenleben in der Mitte Europas. Fotografien aus dem Projekt "Sudetendeutsche Vertriebene in Bayern", in: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde 52 (2011) Schwerpunkt: Blickpunkte I. Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa, S. 7-39.
  • (2010) "Die Remigration ist schwieriger als die Emigration". Die Rückkehr tschechischer Emigranten in ihre Heimat nach 1989. In: Jasna Čapo-Žmegač/Christian Voß/Klaus Roth (Hg.): Co-ethnic Migrations compared. Central and Eastern European Contexts (= Studies on Language and Culture in Central and Eastern Europe 14). München, S. 195-211.
  • (2010) Wie "Elefanten im Porzellanladen"? Interkulturelle Transferprozesse tschechischer (West-)Remigranten nach 1989. In: Volkskunde in Sachsen 22 (2010), S. 241-263.
  • (2009) Vom Eisernen Vorhang zum samtenen Vorhang in den Köpfen. Tschechische Remigranten und deren Wahrnehmung von Heimat zwischen Ost und West. In: Jahrbuch für Europäische Ethnologie 4 (2009), S. 203-218.
  • (2007) Entwurzelt oder verästelt? Die Zwangsemigration und Remigration des tschechischen Schriftstellers Jiří Gruša. In: Silke Flegel/Anne Hartmann/Frank Hoffmann (Hg.): Wahl und Wagnis Migration. Beiträge des Promotionskollegs Ost-West, Berlin, S. 49-62.
  • (2006) "Ohne den Traum von einem besseren Europa können wir niemals ein besseres Europa schaffen". Die Europa-Konzeption Václav Havels in seinen Essays und Reden. In: Ost-West Perspektiven 6 (2006), S. 135-151.
Bild in Originalgröße ansehen
Bild in Originalgröße ansehen Foto: Peter Pulkowski
Juniorprof. Dr. Sarah Scholl-Schneider

Kontakt Kontakt
Juniorprof. Dr. Sarah Scholl-Schneider
Kulturanthropologie/Volkskunde
Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-21035
Fax +49 6131 39-21037

Zum Inhalt der Seite springen Zur Navigation der Seite springen