Univ.-Prof. Dr. CHRISTINE HEIL

Professorin für Kunstdidaktik an der Kunsthochschule Mainz


Christine Heil, 1965 in Flörsheim am Main geboren, studierte Bildende Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg sowie Erziehungswissenschaften und Mathematik an der Universität Hamburg. 1998 absolvierte sie ihr 1. Staatsexamen und ein zweijähriges Referendariat. In den folgenden drei Jahren sammelte Heil Berufserfahrung als Lehrerin am Gymnasium St. Georg in Hamburg Horn. Ihre wissenschaftliche Karriere setzte sie bereits während des Schuldienstes mit Lehraufträgen im Fach Kunst und visuelle Medien an der Universität Flensburg fort. Von 2003-2010 war Heil hier als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und später Akademische Rätin beschäftigt. In den Jahren 2004-2006 forschte und lehrte sie zusätzlich am Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik an der Universität Bremen und promovierte bei Prof. Dr. Maria Peters. 2007-2008 übernahm die Kunstdidaktikerin die Vertretung der Professur Kunst-Vermittlung-Bildung im Kulturwissenschaftlichen Institut: KUNST-TEXTIL-MEDIEN der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und vertiefte ihre Fähigkeiten auf den Gebieten Forschung, Lehre und Management einer universitären Einrichtung.

Als Kunstdidaktikerin, die ihre professionellen Erfahrungen auch in der künstlerischen Praxis und im kuratorischen Aufgabenbereich gesammelt hat, begreift Christine Heil die kunstpädagogischen Prozesse in enger Beziehung zu Kunstpraxen und Kunstwerken. In ihrem Arbeitsschwerpunkt stellt sie sich dem Selbstverständnis der Gegenwartskunst und setzt sich mit medialen Strukturen und Performance in Vermittlungssituationen und in partizipatorischen Kunstprojekten auseinander. Die Fragestellungen, die sich dabei ergeben, übersetzt sie durch Unterrichtsmodelle und konkrete Projekte wie Vermittlungsprojekte im öffentlichen Raum oder Ausstellungen in die Praxis zurück. Als Zwischenschritt in diesem Übersetzungsprozess spielt der Begriff der "Kartierung", wie sie eine methodische Form der Begegnung und Auseinandersetzung mit Kunst nennt, eine entscheidende Rolle.

In ihrem Forschungsschwerpunkt befasst sich Heil v.a. mit Fragen der Kunstdidaktik in Forschung und Lehre. Die Beziehung von Wissenschaft und Kunst, die seit den 1990er Jahren verstärkt in künstlerischen Positionen aufgegriffen wird, bietet Heil Impulse für ihre kunstpädagogischen Ansätze des forschenden Lernens im künstlerischen Kontext. Darüber hinaus bieten sie der Kunstdidaktikerin Erkenntnispotenziale für ihre empirische Erforschung von Unterrichts- und Praxisprozessen.

Seit März 2011 lehrt Heil an der Kunsthochschule Mainz das Fach Kunstdidaktik. Weil funktionierende Schnittstellen zwischen Lehrerbildung und der praktizierenden Kunst für angehende Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer von großem Nutzen sind, plant Heil aktuell einen "Kunstpädagogischen Salon" an der Kunsthochschule Mainz. Ziel ist es, ehemaligen Kunststudierenden, Lehrerinnen und Lehrern, Seminarleitern des Vorbereitungsdienstes sowie Künstlerinnen und Künstlern sowie weitere Experten aus dem Bereich Kunstvermittlung ein Forum für regelmäßigen Austausch zu bieten. Hier freut sich Heil besonders auf praxisnahe und lebendige Diskussionen zu konkreten Fragestellungen auf dem Gebiet der Kunstdidaktik. 

Künstlerischer und wissenschaftlicher Werdegang

März 2011
Berufung zur Universitätsprofessorin auf Lebenszeit für Kunstdidaktik an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2008-2011
Akademische Rätin im Fach Kunst am Institut für Ästhetisch-Kulturelle Bildung der Universität Flensburg

2007-2008
Vertretung der Professur für Kunst-Vermittlung-Bildung im Kulturwissenschaftlichen Institut: KUNST-TEXTIL-MEDIEN der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

2004-2006
Promotion (magna cum laude)
Titel der Dissertation: "Kartierende Auseinandersetzung mit aktueller Kunst. Reflexionsräume und Handlungsfelder zur Erfindung und Erforschung von Vermittlungssituationen"
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Kunstwissenschaft/Kunstpädagogik der Universität Bremen

2003-2008
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Kunst und visuelle Medien an der Universität Flensburg

2002-2003
Mentorin für das Fach Bildende Kunst im Rahmen des Vorbereitungsdienstes der Lehrerausbildung am Gymnasium St. Georg in Horn, Hamburg

2000-2003
Lehrerin am Gymnasium St. Georg in Horn, Hamburg
Fachvertreterin für die Fächer Bildende Kunst sowie Arbeit und Technik
Lehrbeauftragte im Fach Kunst und visuelle Medien an der Universität Flensburg

1998-2000
Referendariat in Hamburg und 2. Staatsexamen in Hamburg
Titel der schriftlichen Hausarbeit im Fach Bildende Kunst: "Wie rege ich Schülerinnen und Schüler an, merkwürdige Sachen zu machen, die sie dann auch noch ernst nehmen? Ästhetisches Handeln mit autochthonem Material"

1998
1. Staatsexamen (mit Auszeichnung)
Titel der Examensarbeit im Fach Bildende Kunst: "Text zwischen sprachlicher Bedeutung und visueller Erscheinung"

1992-1993
École des beaux-arts und Université Le Mirail in Toulouse, Frankreich
Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks

1986-1997
Studium der Bildenden Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und Studium der Erziehungswissenschaften und Mathematik an der Universität Hamburg

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Arbeitsschwerpunkte
  • Kunstpädagogik
  • Didaktik der Kunstvermittlung
  • künstlerische und ästhetische Forschung
  • Begegnung und kartierende Auseinandersetzung mit originalen Werken und aktueller Kunst
  • mediale Strukturen und Performance in Vermittlungssituationen und in partizipatorischen Kunstprojekten
Forschungsschwerpunkte
  • qualitative Erforschung ästhetischer und kultureller Bildungsprozesse
  • informelle Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern mit Medien
  • ethnografische Methoden in Kombination mit künstlerischen Praxen

Publikationen (Auswahl)

Bücher
  • Kartierende Auseinandersetzung mit aktueller Kunst. Erfinden und Erforschen von Vermittlungssituationen. Schriftenreihe Kontext Kunstpädagogik, Band 11. München: kopaed-Verlag, 2007
Aufsätze
  • Beobachten, verschieben, provozieren. Ethnografische und künstlerische Zugänge zu kunstpädagogischen Feldern. In: Henschel, Alexander/ Sturm, Eva/ Zahn, Manuel (Hg.): Kunstpädagogische Positionen. Universität Oldenburg (in Vorbereitung).
  • Kunst einverleiben. Wenn Kunst und Essen in Ausstellungsräumen aufeinander treffen. In: Kulinaristik. Zeitschrift der Kultur- und Lebenswissenschaften. Herausgegeben im Auftrag des Kulinaristik-Forums Rhein-Neckar e.V. Heft 3| 1. JG 2011: Kulinarische Bildung, hrsg. von Alois Vierlacher.
  • Etwas setzt sich fort. Kunst, Partizipation, Bildung. In: Institut für Wissenschaft und Kunst (Hg.): Kunst-Fragen. Ästhetische und kulturelle Bildung. Erwartungen, Kontroversen, Kontexte. Wien: Löcker, 2010.
  • Wenn Schülerinnen und Schüler in kulturellen Feldern forschen: Bedingungen und Nebenwirkungen forschenden Lernens. In: Kultur.Forscher! Kinder und Jugendliche auf Entdeckungsreise. 1. Kultur-Forscher-Broschüre. Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Berlin 2010, S. 32f.
  • Institutionen in kulturellen Projekten. Christine Heil im Gespräch mit Carmen Mörsch. In: Manfred Blohm / Sara Burkhardt / Christine Heil (Hg.): Tatort Küche. Kunst, Kulturvermittlung, Museum. Die Küche als Lebens- und Erfahrungsort. Flensburg University Press, 2009
  • Bezugsräume, Kontexte, Kollisionen. Kartierende Erkenntnispraxen in Kunst und Wissenschaft. In: Torsten Meyer/ Andrea Sabisch (Hg.): Kunst Pädagogik Forschung. Bielefeld: Transcript, 2009
  • Medialer Eigensinn. Ein Projekt mit Kindern zu Fotografie und Ortserkundung. In: Themenheft "Medien im Kunstunterricht" der Zeitschrift "Die GRUNDSCHULE", 11/2009 (gem. mit Britta Wernecke)
Herausgebertätigkeit
onlineZeitschrift
  • Gründung sowie Mitherausgabe der onlineZeitschrift Kunst Medien Bildung ZKMB (www.zkmb.de) (gemeinsam mit Andreas Brenne, Torsten Meyer, Ansgar Schnurr). Herausgegeben wird die ZKMB im Auftrag der "Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung e.V." (vgl. www.kunst-medien-bildung.de), (in Vorbereitung/ ab September 2011)
Schriftenreihe
  • Manfred Blohm, Sara Burkhardt, Christine Heil (Hg.): Schriftenreihe "Medien - Kunst - Pädagogik". Flensburg University Press, 2006 bis 2011
Bücher
  • Christine Heil, Martina Weber (Hg.): Normalitätsverschiebungen. Zwei angewandte Medienanalysen zu Geschlechterinszenierungen in Videoclips und Gewaltdarstellungen in Spielfilmen. Flensburg University Press, 2009
  • Manfred Blohm, Sara Burkhardt, Christine Heil (Hg.): Tatort Küche. Kunst, Kulturvermittlung, Museum. Die Küche als Lebens- und Erfahrungsort. Flensburg University Press, 2009
  • Manfred Blohm, Christine Heil, Maria Peters, Andrea Sabisch und Fritz Seydel (Hg.): Über Ästhetische Forschung. Lektüre zu Texten von Helga Kämpf-Jansen. München: kopaed-Verlag, 2006
Herausgabe und Mitarbeit bei Zeitschriften
  • Themenheft-Moderation DIE GRUNDSCHULE: "MedienKunst. Wiki, Volco und Co im Kunstunterricht", Heft 11/2009 (gem. mit Manfred Blohm)
  • Themen-Moderationen in K+U "Orientierungen im kunstpädagogischen Handeln", Heft 334/335, 2009 zu "Forschen" (gem. mit Manfred Blohm) und zu "Künstlerischer Prozess"
  • Mitarbeit am Themenheft K+U "Methodisch Handeln", Hg.: Fritz Seydel, 304/305, 2006
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Univ.-Prof. Dr. Christine Heil

Kontakt Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Christine Heil
Kunstdidaktik
Kunsthochschule Mainz
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-32123
Fax +49 6131 39-30287

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