Univ.-Prof. Dr. HEIKE GRIESER
Professorin für Alte Kirchengeschichte und Patrologie
Heike Grieser, geboren 1965 in Halden in Norwegen, absolvierte ein Studium der Katholischen Theologie, Geschichte und Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Angeregt durch ihr Geschichtsstudium und ihre Tätigkeit an der Mainzer Akademie der Wissenschaften wurde sie 1996 mit einer Dissertation zum Thema "Sklaverei im spätantiken und frühmittelalterlichen Gallien (5.-7- Jh.). Das Zeugnis der christlichen Quellen", die in der dortigen Reihe "Forschungen zur antiken Sklaverei" erschien, promoviert. Bis heute forscht Grieser zum Akademieprojekt "Antike Sklaverei". Im Jahr 2004 habilitierte Grieser mit der Arbeit "Olympias von Konstantinopel und ihre biographischen Zeugen". Verschiedene Lehrstuhlvertretungen im Zeitraum von 2004-2007 an den Universitäten Siegen, Tübingen und Saarbrücken gaben Grieser die Möglichkeit, ihre Kompetenzen in Forschung und Lehre auf verschiedenen Gebieten der Kirchengeschichte zu erweitern. 2007 nahm Grieser eine Professur für Kirchen- und Theologiegeschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes an.
Für ihre hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen, die sie in ihren akademischen Abschlussarbeiten zeigte, ist die Theologin mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Preis der Universität Mainz für ihre Dissertation und mit dem Preis der Antonie-Wlosok-Stiftung für ihre Habilitationsschrift. Eine offizielle Evaluation ihrer Lehrtätigkeit führte 2003 zum Preis des Senats der JGU für exzellente Leistungen in der Lehre.
Griesers Arbeiten beleuchten v.a. sozial- und rechtsgeschichtliche Fragen, sie greifen aber auch mentalitäts- und frömmigkeitsgeschichtliche Aspekte im Kontext der Theologie auf. Einen besonderen Schwerpunkt in Griesers Forschungen bildet das Thema "Christentum und Sklaverei in der Antike". So wurde der Theologin erst kürzlich von der DFG das Projekt "Theologie und Sklaverei von der Antike bis zur Frühen Neuzeit" bewilligt. Aber auch die Themen "Frauen und Familie im frühen Christentum" und die "Deutung von Sterben und Tod in der Alten Kirche" sind Gegenstand ihrer Forschungen. Aktuell arbeitet Grieser u.a. an dem Thema "Begründung der Praxis frühchristlicher Caritas", das einen wichtigen Beitrag zur Frage der frühchristlichen Identitätsbildung leisten soll.
Im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der JGU freut sich die Theologin v.a. auf den lebendigen Austausch mit den Studierenden und die neuen Möglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Wissenschaftlicher Werdegang
2010Berufung zur Universitätsprofessorin auf Lebenszeit für Alte Kirchengeschichte und Patrologie an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2007-2010
Professorin für Kirchen- und Theologiegeschichte an der Universität des Saarlandes
WS 2006/07
Vertretung der Professur für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen
2006-2007
DFG-Forschungsprojekt "Das christliche Grabrecht im lateinischen Westen (2.-8. Jahrhundert)"
WS 2004/05
Teilvertretung der Professur Historische Theologie an der Universität Siegen
2003
Lehrpreis des Senats der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für exzellente Leistungen in der Lehre
2005
Preis der Antonie-Wlosok-Stiftung für die Habilitationsschrift
2004-2005
Habilitation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Titel der Habilitationsschrift: "Olympias von Konstantinopel und ihre biographischen Zeugen"
Erteilung der Venia legendi für das Fach Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie
1997-2005
Wissenschaftliche Assistentin in der Abteilung Altertum und Patrologie am Seminar für Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
1997
Auszeichnung der Dissertation mit dem Preis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
1996
Promotion an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Titel der Dissertation: "Sklaverei im spätantiken und frühmittelalterlichen Gallien (5.-7. Jahrhundert). Das Zeugnis der christlichen Quellen"
1991-1997
Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Altertum und Patrologie am Seminar für Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
1990
Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien
Diplom im Fach Katholische Theologie
Studium der Katholischen Theologie, Geschichte und Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Stipendium der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Christentum / Theologie und Sklaverei
- Frühchristliche Carita
- Tod, Bestattung und Jenseitsvorstellungen
- Anfänge des Christentums in Deutschland
- Christentum im Umfeld der (paganen) Religionen
- Christlicher Volksglaube
- Frühchristliche Heilige
- Rezeptions- und Wirkungsgeschichte, z.B. Legenda aurea
- Frühchristliche Frauengestalten
- Funktionen und Rollen von Frauen in christlichen Gemeinschaften Familie
Mitgliedschaften
- Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.
- Arbeitskreis Patristik (jüngere deutschsprachige Patrologinnen und Patrologen)
- Görres-Gesellschaft
- Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Kommission für Geschichte des Altertums - Mitarbeit am Projekt "Antike Sklaverei"
- Mitarbeit am Projekt "Novum Testamentum Patristicum. Ein patristischer Kommentar zum Neuen Testament"
- Arbeitsgemeinschaft der Kirchenhistoriker im deutschen Sprachraum
Publikationen (Auswahl)
Monografien- Der Philemonbrief = Novum Testamentum Patristicum. Ein patristischer Kommentar zum Neuen Testament (in Bearbeitung)
- Olympias von Konstantinopel und ihre biographischen Zeugen. Habilitationsschrift 2004. Erscheint in der Reihe Jahrbuch für Antike und Christentum. Ergänzungsbände. Kleine Reihe
- Sklaverei im spätantiken und frühmittelalterlichen Gallien (5.-7. Jh.). Das Zeugnis der christlichen Quellen. Stuttgart 1997 = Forschungen zur antiken Sklaverei 28
- (zus. mit A. Merkt) Volksglaube im antiken Christentum. Darmstadt 2009
- Die Anfänge des Christentums in Deutschland = Storia religiosa della Germania, hg. von Fondazione Ambrosiana Paolo VI. Im Druck
- Aufbruch in ein neues Leben. Frühe Asketinnen und die ersten Frauenklöster = Welt und Umwelt der Bibel 2 (2011) 42/7
- Die Legenda aurea des Jacobus de Voragine. Ein "Bestseller" des Mittelalters zwischen Unterhaltung und Belehrung = Libri pretiosi 13 (2010) 34/40
- Die Bestattung der Toten in antiker und frühchristlicher Tradition und Reflexion = Volksglaube im antiken Christentum, hg. v. H. Grieser, A. Merkt. Darmstadt 2009, 407/23
- Der Herr und seine Sklaven als Hausgemeinschaft. Das Konzept der familia im westlichen spätantiken und frühmittelalterlichen Christentum = Ehe - Familie - Verwandtschaft. Vergesellschaftung in Religion und sozialer Lebenswelt, hg. v. A. Holzem, I. Weber. Paderborn u.a. 2008, 125/43
- "Fiunt, non nascuntur Christiani" (Tertullian, Apologeticum 18, 4). Der Beitrag von Frauen zur Bekehrung der antiken Familie zum Christentum = Trierer Theologische Zeitschrift 117 (2008) 118/32
- Familie im Wandel (I). Christliche Hausgemeinschaft im antiken Rom = Katholisches Sonntagsblatt. Kirchenzeitung für die Diözese Rottenburg-Stuttgart 26 (25. 6. 2006) 30f.
- Die christliche Idealisierung des Sterbens - Beobachtungen anhand einiger griechischer Viten des 4. und 5. Jahrhunderts = Römische Quartalschrift für Christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte 101 (2006) 173/93
- Mönchisches Leben nach Johannes Chrysostomus = Edith Stein Jahrbuch 8 (2002) 235/45
- Sklaverei = Fünfzig Jahre Forschungen zur antiken Sklaverei an der Mainzer Akademie 1950-2000. Miscellanea zum Jubiläum, hg. v. H. Bellen, H. Heinen. Stuttgart 2001 = Forschungen zur antiken Sklaverei 35, 381/400
- Weibliche Askese im frühen Christentum: Freiheit und zu welchem Preis? = Frauen in Kultur und Gesellschaft. Ausgewählte Beiträge der 2. Fachtagung Frauen-/Gender-Forschung in Rheinland-Pfalz, hg. v. R. v. Bardeleben u.a. Tübingen 2000 = Frauen-/Gender-Forschung in Rheinland-Pfalz 2, 33/48
- Unterwegs in Gottes Namen. Melania die Jüngere berichtet über ihre Großmutter Melania die Ältere = Heilige Unruh. Bewegende Frauen in den Zeiten der Kirche, hg. v. H. König, I. Leicht. München 2000, 114/24
- Gab es Diakoninnen in der Geschichte der Kirche? Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse = Diakonat. Ein Amt für Frauen in der Kirche - Ein frauengerechtes Amt?, hg. v. P. Hünermann u.a. Ostfildern 1997, 189/91
- Texte aus der kirchlichen Tradition und lehramtliche Dokumente, übers. u. erklärt zus. mit R. Nürnberg, G. Muschiol = ebd. 367/411
- "Ich empfehle euch unsere Schwester Phoebe" (Röm 16,1). Funktionen von Frauen in frühchristlichen Gemeinden. Historische Überlegungen zum Diakonat der Frau = Schauen, worauf es ankommt … Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des Ständigen Diakonats im Bistum Mainz. Mainz 1996 = Mainzer Perspektiven. Berichte und Texte aus dem Bistum 9, 173/81
