Univ.-Prof. Dr. TANJA POMMERENING
Professorin für Ägyptologie
Tanja Pommerening, geboren 1969 in Frankfurt am Main, studierte Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg. Nach dem 3. Staatsexamen und der Approbation als Apothekerin im Jahr 1994 absolvierte sie ebenfalls in Marburg von 1997-2001 den Magisterstudiengang Ägyptologie. Parallel dazu schloss sie 1999 sie ein zweijähriges Graduiertenstudium der Geschichte der Pharmazie ab. Unterstützt durch ein Förderstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes widmete sich Pommerening einer Dissertation über die altägyptischen Hohlmaße, mit der sie 2004 im Fach Ägyptologie promoviert wurde. Bei ihren Untersuchungen gelang es der Wissenschaftlerin, eine bis dahin nicht beachtete Maßeinheit, das sog. dja-Maß, als Grundlage von altägyptischen Rezepturen zu erschließen. Durch die neuen Erkenntnisse ergab sich ein grundlegender Wandel in der Interpretation der Wirksamkeit altägyptischer Heilmittel.
Im Jahr 1999 wurde Pommerening Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Pharmazie der Universität Marburg und unterrichtete ab 2002 zudem im Marburger Fachgebiet Ägyptologie. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz lud sie im Jahr 2006 als Gastwissenschaftlerin an das Fachgebiet Ägyptologie ein. Während eines Forschungsstipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Untersuchung der medizinischen Rezepte des alten Ägyptens, einer halbjährigen Mitarbeit im Sonderforschungsbereich 295 "Kulturelle und sprachliche Kontakte" sowie einer einsemestrigen Vertretungsprofessur für das Fach Ägyptologie sammelte Pommerening weitere Erfahrungen in Forschung, Lehre und Management.
In internationaler Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen wurde die Ägyptologin mehrfach ausgezeichnet u.a. mit dem Jerry Stannard Memorial Award der Universität Kansas und mit dem Dalberg-Preis für Transdisziplinäre Nachwuchsforschung der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.
Seit September 2010 ist Pommerening als Universitätsprofessorin an der JGU tätig und leitet hier das Fachgebiet Ägyptologie. Ihre Forschungen widmen sich der ägyptischen Philologie und der materiellen Kultur mit derzeitigen Schwerpunkten in den Bereichen Natur- und Heilkunde, Wissenschaftsgeschichte, Metrologie und Mumifizierungswesen. Sie ist u.a. Mitglied des German Mummy Project sowie des Grabungsteams in Dayr al-Barsha der Katholieke Universiteit Leuven. Ihre Arbeitsweise ist gleichermaßen durch geistes- wie naturwissenschaftliche Methoden und Denkweisen geprägt.
In der Lehre beschreitet die Ägyptologin neue Wege. Ihr Projekt "Lehre lernen" wurde kürzlich von der JGU ausgezeichnet. Derzeit arbeitet Pommerening am Aufbau eines Graduiertenkollegs zum Thema "Frühe Konzepte von Mensch und Natur" an der JGU und kooperiert fächerübergreifend mit Forschungseinrichtungen wie dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz, den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim und dem Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften an der JGU.
Besonders freut sich die Wissenschaftlerin auf weitere Kooperationen v.a. im Bereich des konstruktiven Dialogs von Geistes- und Naturwissenschaften.
Wissenschaftlicher Werdegang
September 2010Berufung zur Universitätsprofessorin für Ägyptologie an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2010
Vertretung der Professur für Ägyptologie am Institut für Ägyptologie und Altorientalistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2008-2009
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Ägyptologie des Instituts für Ägyptologie und Altorientalistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2008
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Sonderforschungsbereich 295 "Kulturelle und sprachliche Kontakte", Teilprojekt B.8: "Kindgötter" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2007-2010
Mitarbeit am DFG-geförderten Forschungsprojekt "Die medizinischen Rezepte Altägyptens in ihrem transdisziplinären Kontext philologisch, kulturhistorisch und pharmakologisch betrachtet"
2006-2007
Gastwissenschaftlerin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz(universitätsinternes Förderprogramm)
2005
Auszeichnung der Dissertation mit dem Dalberg-Preis für transdisziplinäre Nachwuchsforschung der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt in Verbindung mit den Thüringer Hochschulen
Jerry Stannard Memorial Award der University of Kansas, USA, für den Artikel "Altägyptische Rezepturen metrologisch neu interpretiert"
2002-2006
Lehraufträge im Fach Ägyptologie am Fachbereich Fremdsprachliche Philologien der Philipps-Universität Marburg
2004
Promotion (summa cum laude) im Fach Ägyptologie am Fachbereich Fremdsprachliche Philologien der Philipps-Universität Marburg
Titel der Dissertation: "Die altägyptischen Hohlmaße"
2002-2004
Promotionsförderstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
2001
Magister Artium (mit Auszeichnung) in Ägyptologie an der Philipps-Universität Marburg
Titel der Magisterarbeit: "Untersuchungen zu den Hohlmaßen in Alltag, Kult und Medizin"
Baseler ägyptologischer Nachwuchspreis für den Artikel "Neues zu den Hohlmaßen und zum Medizinalmasssystem" (3. Preis)
1999-2006
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Pharmazie der Philipps-Universität Marburg
1997-2001
Studium der Ägyptologie, Pharmaziegeschichte und Pharmazeutischen Biologie an der Philipps-Universität Marburg
1997-1999
Graduiertenstudium der Geschichte der Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg
1995-2010
Tätigkeit als Apothekerin
1995
3. Staatsexamen und Approbation als Apothekerin an der Philipps-Universität Marburg
1994-1995
Praktisches Jahr (PJ)
1994
2. Staatsexamen an der Philipps-Universität Marburg
1989-1994
Studium der Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Philologie
- Materielle Kultur
- Metrologie
- Heilkunde und Wissenschaftsgeschichte einschließlich der Beziehungen zu Griechenland
- Botanik und Pharmakobotanik Ägyptens und der griechisch-römischen Welt
- Mumifizierung
Publikationen (Auswahl)
Monografien- Annette Imhausen, Tanja Pommerening (Hgg.): Writings of Early Scholars in the Ancient Near East, Egypt, Rome and Greece. Translating Ancient Scientific Texts (Beiträge zur Altertumskunde; 286). Berlin/New York: De Gruyter 2010.
- Die altägyptischen Hohlmaße. (Studien zur Altägyptischen Kultur; Beiheft 10) Hamburg: Buske 2005. [ausgezeichnet mit dem Dalberg-Preis 2005]
- Weights and measures, Pharaonic Egypt. In: Roger Bagnall et al. (Hgg.): Encyclopedia of Ancient History, 13 Bde, Wiley-Blackwell, accepted, erscheint 2011.
- Milch einer Frau, die einen Knaben geboren hat. In: Panagiotis Kousoulis (Hg.): Proceedings of the Xth International Congress of Egyptologists. Leuven 2011 (Orientalia Lovaniensia Analecta). [im Druck].
- βούτυρος ‚Flaschenkürbis‘ und κουροτόκος im Corpus Hippocraticum, De sterilibus 214: Entlehnung und Lehnübersetzung aus dem Ägyptischen. Glotta. [im Druck].
- Tanja Pommerening, Elena Marinova, Stan Hendrickx: The Early Dynastic origin of the Water-lily motif. Chronique d'Égypte LXXXV (2010), fasc. 169-170, 14-40.
- Von Impotenz und Migräne – eine kritische Auseinandersetzung mit Übersetzungen des Papyrus Ebers. In: Annette Imhausen, Tanja Pommerening (Hgg.): Writings of Early Scholars in the Ancient Near East, Egypt, Rome and Greece. Translating Ancient Scientific Texts (Beiträge zur Altertumskunde; 286). Berlin / New York: De Gruyter 2010, S. 153-174.
