Univ.-Prof. Dr. UWE OBERLACK

Professor für Experimentelle Teilchen- und Astroteilchenphysik


Uwe Oberlack, geboren 1967 in Heidelberg, studierte Physik an der Technischen Universität München und promovierte mit einer Forschungsarbeit am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik mit dem Gammastrahlen-Teleskop COMPTEL auf dem Compton Gammastrahlen-Observatorium. Für seine Forschungsarbeit über radioaktives 26Al, die auch die Erstellung der ersten vollständigen Himmelskarte im Lichte der 1.809 MeV Gammastrahlen aus dem Zerfall von 26Al beinhaltete, wurde er 1998 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Nach einem Aufenthalt als Postdoc an der Columbia University, während dem er an einem neuartigen Compton-Teleskop für Stratosphären-Ballonflüge arbeitete, nahm er einen Ruf an die Rice University in Houston, Texas an und lehrte dort ab 2001.

Der Schwerpunkt des Physikers ist die Suche nach schwach interagierender dunkler Materie mit Hilfe der Detektortechnologie einer Zeitprojektionskammer, der sog. "Time Projection Chamber", die mit dem bei -100°C verflüssigten Edelgas Xenon gefüllt ist. Daneben betreibt Oberlack seine Forschungen in der Gammastrahlen-Astronomie und deren Instrumenten weiter. Der Physiker ist ein weltweit anerkannter Experte im Bereich der direkten Suche nach dunkler Materie. Er ist Gründungsmitglied der XENON-Kollaboration, die eines der zwei führenden Experimente zum Nachweis von dunkler Materie betreibt, und hat eine führende Rolle bei der Entwicklung, dem Bau, dem Betrieb und der Auswertung des XENON-Experiments gespielt.

Im Rahmen seiner Berufung an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) verfolgt der Physiker den Ausbau des XENON-Experiments und etabliert damit ein  zukunftsträchtiges Forschungsfeld in der Experimentellen Teilchen und Astrophysik (ETAP) der JGU. Oberlack freut sich besonders darauf, in einem dynamischen Umfeld eine eigene Gruppe im expandierenden Feld der experimentellen Astroteilchenphysik aufbauen zu können. Die Ausstattung seiner Professur wird durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sowie durch das Forschungzentrum Elementarteilchen und Mathematische Grundlagen (EMG) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unterstützt.

Wissenschaftlicher Werdegang

Juli 2010
Berufung zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit für Experimentelle Teilchen- und Astroteilchenphysik an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2001-2010
Assistant Professor of Physics and Astronomy, und William V. Vietti Junior Chair of Space Physics an der Rice-University, Houston, Texas, USA

1998-2001
Postdoc Research Scientist und Associate Research Scientist an der Columbia University, New York, USA

1997
Promotion an der Technischen Universität München und am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching
Titel der Dissertation: "Über die Natur der galaktischen 26Al-Quellen-Untersuchung des 1,8 MeV-Himmels mit COMPTEL"
Otto-Hahn Medaille der Max Planck-Gesellschaft für die erstmalige Erstellung einer vollständigen Himmelskarte im Lichte der 1.809 MeV Gammastrahlen-Linie von radioaktivem 26Al

1994-1996
Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

1993-1997
Promotionsstudium an der Technischen Universität München und am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching

1992-1993
Diplomarbeit am Centre d'Etude Spatiale des Rayonnements, Toulouse, Frankreich

1987-1992
Studium der Physik an der Technischen Universität München

Publikationen (Auswahl)

  • E. Aprile et al. (XENON100 Collaboration) "First Dark Matter Results from the XENON100 Experiment", Phys. Rev. Lett. 105 (2010): 131302.
  • P. Shagin, R. Gomez, U. G. Oberlack, P. Cushman, B. Sherwood, M. McClish, R. Farrell "Test of avalanche photodiodes for liquid xenon scintillation: Quantum efficiency and gain." Journal of Instrumentation (JINST) 4 (2009): P01005.
  • J. Angle et al. (Xenon10 Collaboration) "Constraints on Inelastic Dark Matter from XENON10", Phys. Rev. D 80 (2009), 115005.
  • P. Sorensen et al. (XENON10 Collaboration) "The scintillation and ionization yield of liquid xenon for nuclear recoils." Nucl. Instr. Meth. A, 601 (2009): 339-346.
  • J. Angle et al. (XENON10 Collaboration) "Limits on spin-dependent WIMP-nucleon cross-sections from the XENON10 experiment." Phys. Rev. Lett., 101 (2008): 091301.
  • J. Angle et al. (XENON10 Collaboration) "First Results from the XENON10 Dark Matter Experiment at the Gran Sasso National Laboratory." Phys. Rev. Lett., 100 (2008): 021303.
  • E. Aprile, A. Curioni, K. L. Giboni, M. Kobayashi, U. G. Oberlack, S. Zhang "Compton Imaging of MeV Gamma-Rays with the Liquid Xenon Gamma-Ray Imaging Telescope (LXeGRIT)." Nucl. Instr. Meth. A, 593 (2008): 414-425.
  • U. Oberlack (for the XENON Collaboration) "First Limits on WIMP Dark Matter from the XENON10 Experiment." Journal of Physics: Conf. Series, 110 (2008): 062020.
  • A. Pullia, F. Zocca, C. Olsen, P. Shagin, U. Oberlack, "A Cold Low Noise Preamplifier for Use in Liquid Xenon", IEEE Nuclear Science Symposium Conf. Record, Vol. 1 (2007): 424-428.
  • A. Curioni, E. Aprile, T. Doke, K. L. Giboni, M. Kobayashi, and U. G. Oberlack "A study of the LXeGRIT Detection Efficiency for MeV Gamma-Rays during the 2000 Balloon Flight Campaign." Nucl. Instr. Methods Phys. Res., Sect. A, 576 (2007): 350-361.
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Bild in Originalgröße ansehen Foto: Peter Pulkowski
Univ.-Prof. Dr. Uwe Oberlack

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Univ.-Prof. Dr. Uwe Oberlack
Arbeitsgruppe Experimentelle Teilchen- und Astroteilchenphysik (ETAP)
Institut für Physik
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-25167
Fax +49 6131 39-25169

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