Juniorprof. HARVEY MEYER, Ph.D.

Juniorprofessor für Theoretische Hadronen- und Kernphysik


Harvey Meyer, geboren 1978 in Montreux in der Schweiz, studierte Physik an der Université de Lausanne, bevor er im Jahr 2004 an der University of Oxford in Großbritannien mit einer Dissertation über "Glueball Regge Trajectories" promovierte. Im Anschluss arbeitete Meyer als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) und am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Cambridge, Massachusetts, USA. 2009 wurde er Fellow in der Abteilung für Theoretische Physik der European Organization for Nuclear Research (CERN) in Genf, Schweiz. Seit dem 1. April 2010 ist Harvey Meyer Juniorprofessor für Theoretische Kern- und Hadronenphysik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Harvey Meyer interessiert sich insbesondere für die Frage, wie man ein aus relativistischen Elementarteilchen zusammengesetztes Teilchen kennzeichnet und wie man dessen Eigenschaften, also seine Masse, seinen Radius oder sein magnetisches Moment am besten berechnen kann, wenn die Kraftgesetze zwischen den Elementarteilchen gegeben sind. Zudem untersucht er die dynamischen Eigenschaften solcher zusammengesetzter Teilchen. Im Kontext der Kernphysik entsprechen die Elementarteilchen den Quarks und Gluonen, deren gebundene Zustände Hadronen genannt werden. In vielen Fällen müssen die Eigenschaften der Hadronen quantitativ genau bestimmt werden, damit Experimente sensitiv auf bisher unbekannte Teilchen reagieren können.

Harvey Meyer hat bedeutend zum besseren Verständnis der Eigenschaften von heißer Quarkmaterie, wie sie in den ersten Mikrosekunden des Urknalls vorkam, beigetragen. Diese Materie ähnelt in ihren Eigenschaften kaum den üblichen Aggregatzuständen. Vielmehr handelt es sich um ein stark verkoppeltes Plasma, dessen elementare Freiheitsgrade geladene Teilchen sind. Aufgrund der starken Verkopplung wendet Meyer Monte-Carlo-Simulationen an, um die Eigenschaften von heißer Quarkmaterie quantitativ zu bestimmen. Die Ergebnisse vergleicht er mit experimentellen Studien zum Quark-Gluon-Plasma in Schwerionenkollisionen bei den Beschleunigern RHIC, LHC und bald auch FAIR. Derzeit beschäftigt er sich mit der Berechnung von dynamischen Eigenschaften, z.B. Spektralfunktionen, zeitartigen Formfaktoren und Lebensdauern von unstabilen Hadronen.

An seinem Forschungsumfeld an der JGU schätzt er insbesondere die Möglichkeit der Kooperation mit erfahrenen Kern- und Teilchenphysikern sowie Mathematikern und Physikern der Kondensierten Materie, die sich teils mit ähnlichen rechnerischen Problemen befassen. Meyers Arbeit an der JGU wird sowohl vom Forschungsschwerpunkt "Rechnergestützte Forschungsmethoden in den Naturwissenschaften" als auch vom Forschungszentrum "Elementarkräfte und mathematische Grundlagen" gefördert.

 

Wissenschaftlicher Werdegang

April 2010
Ernennung zum Juniorprofessor für Theoretische Kern- und Hadronenphysik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2009-2010
Fellow in der Theoretical Physics Division of the European Organization for Nuclear Research (CERN) in Genf, Schweiz

2008-2009
Research Scientist, Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.), Cambridge, USA

2006-2008
Postdoctoral researcher, M.I.T.

2004-2006
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY), Zeuthen

2001-2004
Promotion an der University of Oxford, Großbritannien
Thema der Dissertation: "Glueball Regge Trajectories"

1996-2001
Studium der Physik, Université de Lausanne (UNIL)
Thema der Diplomarbeit: "Warped compactification on an Abelian vortex in six dimensions"

Lehr- und Forschungsschwerpunkte

  • Rechenmethoden in der Gitter Quantenchromodynamik (QCD)
  • QCDPhasendiagramm, thermische Feldtheorie
  • Bestimmung dynamischer Eigenschaften aus euklidischer Quantenfeldtheorie
  • Hadronenstruktur und dessen Rechnung in der Gitter QCD.

Publikationen (Auswahl)

  • Harvey B. Meyer: Lattice QCD and the Timelike Pion Form Factor. (to appear in Phys.Rev.Lett) [arXiv:1105.1892] 4p.
  • Harvey B. Meyer: Transport Properties of the Quark-Gluon Plasma: A Lattice QCD Perspective. Eur.Phys.J.A47:86,2011,. [arXiv:1104.3708] 53 p.
  • Leonardo Giusti & Harvey B. Meyer: Thermal momentum distribution from path integrals with shifted boundary conditions. Phys.Rev.Lett.106:131601,2011,. [arXiv:1011.2727] 4p.
  • LHPC Collaboration: Nucleon structure from mixed action calculations using 2+1 flavors of asqtad sea and domain wall valence fermions. Phys.Rev.D82:094502,2010, [arXiv:1001.3620] 66 p. 
  • S.N. Syritsyn, et al. (LHP Collaboration): Nucleon Electromagnetic Form Factors from Lattice QCD using 2+1 Flavor Domain Wall Fermions on Fine Lattices and Chiral Perturbation Theory.Phys.Rev.D81:034507,2010. [arXiv:0907.4194] 44p.
  • Harvey B. Meyer: A Calculation of the bulk viscosity in SU(3) gluodynamics.Phys.Rev.Lett.100:162001,2008. [arXiv:0710.3717] 4p.
  • Harvey B. Meyer: A Calculation of the shear viscosity in SU(3) gluodynamics. Phys.Rev.D76:101701,2007. [arXiv:0704.1801] 4p
  • Harvey B. Meyer & Michael J. Teper: Glueball Regge trajectories and the pomeron: A Lattice study.Phys.Lett.B605:344-354,2005. [hep-ph/0409183]  16p.
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Bild in Originalgröße ansehen Foto: Prof. H. Wittig, Institut für Kernphysik
Juniorprof. Harvey Meyer, Ph.D.

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Arbeitsgruppe Theoretische Kernphysik
Institut für Kernphysik
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-20350
Fax +49 6131 39-25474

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