Juniorprof. Dr. des. DAVID OELS
Juniorprofessor für Buchwissenschaft
Nach Abitur und abgeleistetem Zivildienst schrieb sich David Oels, geboren 1972 im westfälischen Marl, im Jahr 1993 zunächst an der Ruhr-Universität Bochum für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Romanistik, Anglistik und Philosophie ein, wechselte aber im Folgejahr an die Humboldt-Universität zu Berlin und die Freie Universität Berlin, wo er u.a. Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Psychologie studierte. Während seines Studiums absolvierte Oels Praktika in der Arbeitsstelle zur Erforschung der Geschichte der Germanistik des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar sowie in der Redaktion der "Zeitschrift für Germanistik", war außerdem als studentische Hilfskraft und Tutor am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität beschäftigt.
Mit seiner Magisterarbeit "(Un-)Wahrscheinlichkeiten. Zur Konstruktion und Rezeption von Binjamin Wilkomirskis 'Bruchstücke'" schloss er sein Studium im Jahr 2001 ab und arbeitete zunächst im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekt "Die Veränderungen von Literatur und Literaturmarkt in einer zunehmend durch Marketing bestimmten Kultur" an der HU Berlin mit. Hier war er von 2002 bis zu seiner Ernennung zum Juniorprofessor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Literatur beschäftigt und schrieb nebenher freiberuflich für das Ressort Politisches Buch/Sachbuch/Literatur der Frankfurter Rundschau. Weitere journalistische Arbeiten erschienen in der ZEIT, im Freitag und im Spiegel.
Seit 2004 arbeitet er im von ihm mitinitiierten Forschungsprojekt "Das populäre deutschsprachige Sachbuch im 20. Jahrhundert". Gemeinsam mit Erhard Schütz gibt Oels seit 2006 die wissenschaftliche Zeitschrift "Non Fiktion. Arsenal der anderen Gattungen" heraus und mit Andy Hahnemann erarbeitete er 2008 den Sammelband "Sachbuch und populäres Wissen", der in den einschlägigen germanistischen Fachjournalen durchweg positiv besprochen wurde. Im Jahr 2009 legte Oels an der Humboldt-Universität zu Berlin seine mit dem Prädikat "summa cum laude" ausgezeichnete Dissertation "RowohltsRotationsRoutine. Sachbuch, Taschenbuch und der Rowohlt Verlag vom Ende der Weimarer Republik bis in die fünfziger Jahre" vor, die in hohem Maße auf ungedruckten Quellen beruht.
Zum 1. April 2011 wechselte Oels schließlich als Juniorprofessor an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Hier beabsichtigt er am Institut für Buchwissenschaft ein Zentrum für Sachbuchforschung und populäres Wissen zu etablieren, das kultur-, medien- und wissensgeschichtliche sowie buchwissenschaftliche Forschungen initiiert und koordiniert.
Wissenschaftlicher Werdegang
2011Ernennung zum Juniorprofessor für Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2009
Promotion (summa cum laude) an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fach Neuere deutsche Literatur
Titel der Dissertation: "RowohltsRotationsRoutine. Sachbuch, Taschenbuch und der Rowohlt Verlang vom Ende der Weimarer Republik bis in die fünfziger Jahre"
2006-2007
Freier Mitarbeiter im Rudolf Borchardt-Archiv, Rotthalmünster
seit 2004
Mitarbeit im Forschungsprojekt "Das populäre deutschsprachige Sachbuch im zwanzigsten Jahrhhundert"
2002-2011
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin
2001-2002
Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt "Die Veränderung von Literatur und Literaturmarkt in einer zunehmend durch Marketing bestimmten Kultur"
Institut für deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin
seit 2001
Freier Mitarbeiter der Frankfurter Rundschau im Ressort Politisches Buch, Sachbuch, Literatur
2001
Magister Artium in den Fächern Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin
Titel der Magisterarbeit: "(Un-) Wahrscheinlichkeiten. Zur Konstruktion und Rezeption von Binjamin Wilkomirskis 'Bruchstücke'"
2000-2001
Freier Mitarbeiter bei Freitag. Die Ost-West-Wochenzeitung - Ressort Kultur
1999
Praktikum in der Arbeitsstelle zur Erforschung der Geschichte der Germanistik des Deutschen Literaturarchivs, Marbach am Neckar und bei der Zeitschrift für Germanistik, Berlin
1998-2000
Tutor am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin
1996-2000
Studentische Hilfskraft am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin
1994-2001
Studium der Neueren deutschen Literatur, Älteren deutschen Literatur, Philosophie, Psychologie und Europäischen Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin
1993-1994
Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Romanistik, Anglistik und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum
1993
Auslandsaufenthalte: Touristeninformation/Café Great Blasket Island, Co. Kerry, Irland; St. Joseph’s University, Philadelphia, P.A., USA
1991-1992
Zivildienst an der Christopherus-Haus-Schule – Schule für Seelenpflegebedürftige (Ersatzsonderschule) in Bochum-Gerthe
1991
Abitur an der Gesamtschule Berger-Feld in Gelsenkirchen
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
Schwerpunkte in der Lehre- Buchhandels- und Verlagsgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts
- Buch im Medienkontext
- Buch in der Populärkultur des 20. Jahrhunderts
Forschungsschwerpunkte
- Sachbuchforschung und Populärwissenschaft
- Verlagsgeschichte und Buchmarkt
Publikationen (Auswahl)
- Non Fiktion. Das Arsenal der anderen Gattungen. Zeitschrift, erscheint zweimal pro Jahr, hrsg. von David Oels, Michael Schikowski, Ute Schneider und Erhard Schütz. Jg. 2006-2007 Berlin: Weidler; Jg. 2008ff. Hannover: Wehrhahn. www.non-fiktion.de.
- RowohltsRotationsRoutine. Markterfolge eines Kulturverlags vom Ende der Weimarer Republik bis in die fünfziger Jahre. Essen: Klartext 2011 [im Erscheinen].
- Sachbuch und populäres Wissen im 20. Jahrhundert. Hrsg. von Andy Hahnemann und David Oels. Frankfurt am Main u.a.: Lang 2008.
- Das BuchMarktBuch. Der Literaturbetrieb in Grundbegriffen. Hrsg. von Erhard Schütz u.a. Reinbek: Rowohlt 2005, 2., durchges. Aufl. 2010 [Mitherausgeber].
- Hugo von Hofmannsthal – Walther Brecht. Briefwechsel. Mit Briefen Hugo von Hofmannsthals an Erika Brecht. Hrsg. von Christoph König und David Oels. Göttingen: Wallstein 2005.
- "Dieses Buch ist kein Roman". Jürgen Thorwalds "Die große Flucht" zwischen Zeitgeschichte und Erinnerungspolitik. In: Zeithistorische Forschungen 6 (2009) 3, S. 367-390. www.zeithistorische-forschungen.de/16126041-Oels-3-2009.
- "Den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik angeben". Zu einem unpassenden Beispiel in C.P. Snows Die zwei Kulturen. In: Non Fiktion 4 (2009) 2, S. 51-70.
- Rowohlts Rotationsroutine. Das moderne Taschenbuch in Deutschland und der rasante Aufstieg des Rowohlt Verlags nach 1945. In: Solitäre und Netzwerker. Akteure des kulturpolitischen Konservativismus nach 1945 in den Westzonen Deutschlands. Hrsg. von Peter-Uwe Hohendahl und Erhard Schütz. Essen 2009, S. 185-208.
- C.W. Ceram plant rowohlts deutsche enzyklopädie. Ein Fundstück. In: Non Fiktion 1 (2006) H. 1, S. 33-46.
- Ceram – Keller – Pörtner. Die archäologischen Bestseller der fünfziger Jahre als historischer Projektionsraum. In: Geschichte für Leser. Populäre Geschichtsschreibung in Deutschland im 20. Jahrhundert. Hrsg. von Wolfgang Hardtwig und Erhard Schütz. Stuttgart 2005, S. 345-370.
- "A real-life Grimm's fairy tale". Korrekturen, Nachträge, Ergänzungen zum Fall Wilkomirski. In: Zeitschrift für Germanistik N.F. 14 (2004) H. 2, S. 373-390.
