Juniorprof. Dr. GESA ZUR NIEDEN
Juniorprofessorin für Musikwissenschaft
Gesa zur Nieden, 1978 in Hattingen an der Ruhr geboren, studierte von 1997-2001 Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft sowie Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Ihr letztes Studienjahr verbrachte sie mit Unterstützung durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdiensts und des Italienischen Außenministeriums an der Fakultät Storia e Critica delle Arti G. Mazzariol der Università degli Studi di Venezia Ca' Foscari in Italien, wo sie ihre Bachelorarbeit über Barbara Strozzi verfasste.
Mit einem Sokrates-Stipendium wechselte zur Nieden im Oktober 2001 an die Musikwissenschaftliche Fakultät der Université Paris Sorbonne und erlangte hier im Oktober 2002 den Maîtrise-Abschluss mit einem Mémoire über Arthur Honegger, bevor sie von Oktober 2002 bis Juni 2003 den Studiengang "Musique, Histoire, Société" an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) Paris belegte und schließlich mit dem Diplôme d'Etudes Approfondies erfolgreich abschloss. Anschließend arbeitete zur Nieden an ihrer deutsch-französischen Promotionsschrift "Vom grand spectacle zur great season. Das Pariser Théâtre du Châtelet als Raum musikalischer Produktion und Rezeption (1862-1914)", die sie an der EHESS Paris und an der Ruhr-Universität Bochum vorlegte und die im Juli 2008 mit dem Prädikat "summa cum laude" bewertet wurde.
Im Oktober 2008 trat zur Nieden eine Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Musikgeschichtlichen Abteilung des Deutschen Historischen Instituts Rom mit einem Projekt zu französischen Musikern und Komponisten im Rom des 17. Jahrhunderts an. Hier warb sie zusammen mit Dr. Anne-Madeleine Goulet das deutsch-französische ANR-DFG-Projekt "MUSICI - Europäische Musiker in Venedig, Rom und Neapel (1650-1750). Musik, nationale Identität und kultureller Austausch" in Kooperation mit der École Française de Rome und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein, das sie seit dem 1. Januar 2010 mit ihrer französischen Kollegin leitet.
Seit dem 1. April 2011 ist Gesa zur Nieden als Juniorprofessorin für Musikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Ihre Forschungen konzentrieren sich auf die Kultur- und Sozialgeschichte der Musik im Europa des 17.-20. Jahrhunderts, auf die Musikgeschichte Frankreichs und Italiens sowie auf musiksoziologische Fragestellungen zu Bauten und Räumen für Musik. Aktuell arbeitet sie zu musikalischen Austauschprozessen im Europa der Neuzeit innerhalb des MUSICI-Projekts und des Projekts "Europe and Beyond. Transfers, Networks and Markets for Musical Theatre in Modern Europe, 1740-1960" des Europäischen Hochschulinstituts Florenz.
An der JGU freut sich Gesa zur Nieden auf die Zusammenarbeit mit den hier ansässigen Spezialisten zur Kunst- und Kulturgeschichte des Italiens der Frühen Neuzeit. Daneben liegt ihr ganz besonders der Ausbau der fächerübergreifenden Forschung zu Frankreich im Rahmen internationaler Kontakte am Herzen, nicht zuletzt, um das interdisziplinäre Profil der Musikwissenschaft zu schärfen. In der Lehre sind ihr insbesondere die Öffnung und Sensibilisierung der Studierenden für unterschiedliche Forschungskulturen wichtig, die stets ein Mehr an Reflexivität zur Untersuchung der komplexen Erscheinungsformen von Musik bieten.
Lehrerfahrung hat Gesa zur Nieden bereits an der Universität der Künste Berlin sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fach Musikwissenschaft erworben. Die Musikwissenschaftlerin spielt selbst Klavier, Orgel und Klarinette und ist als C-Kirchenmusikerin ausgebildet. Neben ihrer Muttersprache Deutsch und sehr guten Englischkenntnissen spricht sie fließend Französisch und Italienisch.
Wissenschaftlicher Werdegang
April 2011Ernennung zur Juniorprofessorin für Musikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2010-2012
Leiterin des deutsch-französischen ANR-DFG-Projekts MUSICI "Europäische Musiker in Venedig, Rom und Neapel (1650-1750)" in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut Rom, der École Française de Rome (Anne-Madeleine Goulet) und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Gerald Neumann)
2008-2011
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Musikgeschichtlichen Abteilung des Deutschen Historischen Instituts Rom mit einem Forschungsprojekt zu französischen Musikern und Komponisten im Rom des Barock (1580-1715)
seit 2009
Affiliierung beim Forschungsprojekt "Europe and Beyond: Transfers, Networks and Markets of Musical Theatre in Modern Europe" des Europäischen Hochschulinstituts Florenz
2008
Wissenschaftskoordinatorin am Centre Marc Bloch Berlin
2008-2009
Lehraufträge im Fach Musikwissenschaft an der Universität der Künste Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin
2008
Deutsch-französische Promotion (co-tutelle de thèse) (summa cum laude) an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris und der Ruhr-Universität Bochum
Titel der Dissertation: "Vom grand spectacle zur great season. Das Pariser Théâtre du Châtelet als Raum musikalischer Produktion und Rezeption (1862-1914)"
2006-2008
Affiliierung als Doktorandin beim internationalen Forschungsprojekt "Oper im Wandel der Gesellschaft – Die Musikkultur europäischer Metropolen im 'langen' 19. Jahrhundert" (Volkswagen)
seit 2005
Affiliierung als Doktorandin und als "chercheuse associée" am Centre Marc Bloch Berlin
2003-2008
Promotionsstudium an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris und der Ruhr-Universität Bochum
mit Unterstützung durch Doktorandenstipendien des Deutschen Historischen Instituts Paris und der Studienstiftung des deutschen Volkes
2003
Diplôme d'Études Approfondies an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris
2002
Stipendiatin der Richard-Wagner-Stipendienstiftung zum Besuch der Bayreuther Festspiele
2001-2003
Studium im Studiengang "Musique, Histoire, Société" an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris
2001-2002
Studium der "musicologie" an der Fakultät Musikwissenschaft der Université Paris Sorbonne – Paris IV mit einem Sokrates-Stipendium (Maîtrise)
2000-2001
Studium am Institut Storia e Critica delle Arti G. Mazzariol der Università degli Studi di Venezia Ca‘ Foscari in Venedig (Musikkurse des DUTARS) mit einem Stipendium des Italienischen Außenministeriums/ DAAD
1997-2001
Studium der Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum (B.A.)
1994-1996
C-Kurs für Kirchenmusik in Bochum, danach Organistin und Chorleiterin in Hattingen Geboren 1978 in Hattingen (Ruhr)
Lehr- und Forschungsschwerpunkte
- Kultur- und Sozialgeschichte der Musik
- Musiksoziologie
- Bauten und Räume für Musik
- Musikgeschichte Frankreichs und Italiens des 17.-20. Jahrhunderts
- Kulturgeschichte des europäischen Musiktheaters im "langen" 19. Jahrhundert
Publikationen (Auswahl)
- "O la Francia o la Spagna. Finalità delle rappresentazioni musicali tra storia politica e storia culturale", in: Caroline Giron-Panel / Anne-Madeleine Goulet (Hg.), La Musica a Roma nel Seicento, École Française de Rome, Januar 2012. [im Erscheinen]
- Talia Bachir-Loopuyt / Anna Langenbruch / Sara Iglesias / Gesa zur Nieden (Hg.), Musik – Kontext – Wissenschaft: Interdisziplinäre Forschung zu Musik. Musiques – contextes – savoirs: Perspectives interdisciplinaires sur la musique, Frankfurt am Main, 2011 [in Vorbereitung].
- Gesa zur Nieden, Vom Grand Spectacle zur Great Season. Das Pariser Théâtre du Châtelet als Raum musikalischer Produktion und Rezeption (1862-1914), (= Die Gesellschaft der Oper, Bd. 6) Wien/Köln/Weimar, 2010.
- Sven Oliver Müller / Philipp Ther / Jutta Toelle / Gesa zur Nieden (Hg.), Oper im Wandel der Gesellschaft. Kulturtransfers und Netzwerke des Musiktheaters im modernen Europa, Wien/München, 2010.
- Daniel Martin Feige / Tilman Köppe / Gesa zur Nieden (Hg.), Funktionen von Kunst, Frankfurt am Main, 2009.
- "Musik als Emblem aufstrebender Metropolen. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Funktionen von Musik am Beispiel des Projekts der Hamburger Elbphilharmonie", in: Daniel Martin Feige / Tilman Köppe / Gesa zur Nieden (Hg.), Funktionen von Kunst, Frankfurt a.M., 2009, S. 211-224.
- "Europäische Tendenzen in der Entwicklung des Opernbühnenbilds im 19. Jahrhundert am Beispiel von Italien, Frankreich und Deutschland", in: Peter Stachel/ Philipp Ther (Hg.), Wie europäisch ist die Oper? Die Geschichte des Musiktheaters als Zugang zu einer kulturellen Topographie Europas, Wien/Köln/Weimar, 2009, S. 55-72.
- "Vom grand spectacle zur great season. Das Théâtre du Châtelet als Raum musikalischer Produktion (1862-1909)", in: Hans Erich Bödeker / Patrice Veit / Michael Werner (Hg.), Espaces et lieux de concert en Europe, 1700-1920. Architecture, musique, société, Berlin, 2008, S. 387-415.
- "Un solennel bouquet s'apprête. La cantate Napoléon III au Théâtre du Châtelet à l’occasion de la Saint-Napoléon 1863", http://musique.ehess.fr/docannexe.php?id=222, Mai 2006, 11 S.
- "Les associations de concert parisiennes et la musique contemporaine française: programmation ou communication?", in: Danièle Pistone/ Jean-Pierre Mialaret (Hg.), L'Observation des Pratiques de Concert, actes de la journée du 30 mars 2002, Université de Paris-Sorbonne, Observatoire Musical Français, Série Conférences et Séminaires, n° 15, 2003, S. 21-40.
