Univ.-Prof. Dr. MARINA HENNIG

Professorin für Netzwerkforschung und Familiensoziologie


Nach vorheriger Berufstätigkeit als Bauzeichnerin studierte Marina Hennig, Jahrgang 1961, an der Humboldt-Universität zu Berlin Soziologie und absolvierte ihr Diplom 1993 mit der Arbeit "Chancen oder Risiken für Mädchen? Versuch einer Annäherung an die geschlechtsspezifischen Wirkungen einer Neuschneidung des Ausbildungsmarktes". Danach war sie zunächst als Projektmitarbeiterin und folgend von 1998-2008 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Humboldt-Universität tätig. 1999 promovierte sie mit einer Arbeit zum Thema "Wandel von Werten und Einstellungen unter dem Aspekt des Autoritarismus deutscher Eltern im Zeitvergleich". In der Folgezeit entwickelte Hennig mit der Untersuchung sozialer Netzwerke und deren Unterstützungsfunktion einen Arbeitsschwerpunkt, der bis heute ihr Forschungsprofil prägt. So habilitierte sie 2005 zum Thema "Individuen und ihre sozialen Beziehungen. Ein netzwerktheoretischer Beitrag zur Überwindung der Gemeinschaft-Gesellschaft-Dichotomie". Gleichzeitig wurde ihr die Venia legendi für das Fach Soziologie erteilt. Anschließend forschte und lehrte Hennig als Privatdozentin am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und übernahm dort 2008 eine einjährige Vertretungsprofessur für den Lehrbereich Mikrosoziologie.

Hennig deckt mit ihren Forschungsschwerpunkten ein breites Spektrum der Soziologie ab, das die soziale Netzwerkanalyse einschließlich der Methodenentwicklung, die Sozialstrukturanalyse, soziale Ungleichheit, Sozialisation, Mikrosoziologie und Familie umfasst. Im Bereich der sozialen Netzwerkanalyse forscht Hennig gegenwärtig zur Habitustheorie Pierre Bourdieus und leitet das selbst beantragte DFG-Projekt "Versuch einer empirischen Rekonstruktion der Habitus- und Feldtheorie von Bourdieu durch Netzwerkanalyse" am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WBZ).

Zahlreiche Mitgliedschaften in renommierten Gesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und dem International Network for Social Network Analysis (INSNA) sowie mehr als 9 Drittmitteleinwerbungen als Antragstellerin und Mitantragstellerin in Projekten, finanziert durch namhafte Forschungsförderer wie bspw. der Fritz Thyssen Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), weisen Hennig als national und international anerkannte Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Familien- und Netzwerksoziologie aus.

Mit ihrer Berufung auf die Professur Netzwerkforschung und Familiensoziologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz freut sich Hennig besonders auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen am Fachbereich und in Rheinland Pfalz. "Durch meine Forschungen zur Nicht-Erwerbstätigkeit von Frauen haben sich bereits erste Forschungskontakte zu verschiedenen Vertretern vom Sozialministerium und von Verbänden entwickelt. Ich möchte diese Kontakt sehr gerne ausbauen und meine Forschungsaktivitäten, v.a. zum Wiedereinstiegsprozess von Frauen ins Erwerbsleben in Rheinland Pfalz, weiter fortführen", so Hennig.

Wissenschaftlicher Werdegang

August 2011
Berufung zur Universitätsprofessorin auf Lebenszeit für Soziologie der privaten Lebensformen an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)

2011
Gastprofessorin am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WBZ)

2009-2011
Projektleiterin des DFG-Projektes "Versuch einer empirischen Rekonstruktion der Habitus- und Feldtheorie von Bourdieu durch die Netzwerkanalyse" am WBZ

2008-2009
Wissenschaftliche Mitarbeiterin in drittmittelgeförderten Forschungsprojekten am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin

2008
Vertretung der Professur für Mikrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin

seit 2005
Privatdozentin am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin

2005
Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin
Titel der Habilitation:"Individuen und ihre sozialen Beziehungen. Ein netzwerktheoretischer Beitrag zur Überwindung der Gemeinschaft-Gesellschaft-Dichotomie"
Erteilung der Venia legendi für das Fach Soziologie

2000-2005
Wissenschaftliche Assistentin des Lehrbereichs Mikrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin

1999 
Promotion im Fach Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin
Titel der Dissertation:"Wandel von Werten und Einstellungen unter dem Aspekt des Autoritarismus deutscher Eltern im Zeitvergleich"

1998-1999
Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrbereichs Mikrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin

1993-1997
Wissenschaftliche Mitarbeiterin in Drittmittel geförderten Forschungsprojekten an der Humboldt-Universität zu Berlin

1990-1992
Studentische Mitarbeiterin bei der Aktiengesellschaft für Prozessteuerungs- und Informationssysteme (PSI AG)

1990-1991
Interviewer für die GFK Nürnberg

1989
Studium der Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin

1985-1989
Mitarbeiterin an der Botschaft in der Islamischen Republik Iran

1982-1984
Exportbearbeiterin, im Außenhandelsbetrieb Chemie-Export-Import

1980-1982
Bauzeichnerin im VEB BMK Ingenieurhochbau Berlin

Lehr- und Forschungsschwerpunkte

  • soziale Netzwerkanalyse
  • Mikrosoziologie
  • empirische Sozialforschung
  • Sozialstruktur
  • Geschlecht und Familie

Mitgliedschaften

  • Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)
  • Mitglied im International Network for Social Network Analysis (INSNA)
  • Mitglied in der Sektion Familiensoziologie der DGS
  • Mitglied im Sprecherrat der Sektion Soziologische Netzwerkforschung der DGS
  • Mitglied im Beirat der Forschungsstelle Grundlagen Kulturwissenschaft an der Universität Passau

Publikationen (Auswahl)

Monografien und Herausgaben
  • Welfare State Regulations and Mothers’ Labour Market Participation in an Internationally Comparative Perspective.(Hrsg.) Special Issue in the International Journal of Sociology and Social Policy, 2012 (in Vorbereitung)
  • Probleme der Integration von Theorie und Methode in der Netzwerkforschung. (Hrsg. zusammen mit Christian Stegbauer). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Reihe: Netzwerkforschung, 2011 (in Vorbereitung)
  • Rahmen und Spielräume sozialer Beziehungen. Zum Einfluss des Habitus auf die Herausbildung von Netzwerkstrukturen. (zusammen mit Steffen Kohl). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Reihe: Netzwerkforschun, 2011
  • Verschenkte Potenziale? Lebensverläufe nicht erwerbstätiger Frauen. Jutta Allmendinger (in Zusammenarbeit mit Mareike Ebach, Marina Hennig und Stefan Stuth) , Campus, Frankfurt am Main, 2010
Aufsätze
  • (zusammen mit Mareike Ebach, Stefan Stuth und Anna Erika Hägglund) Frauen zwischen Beruf und Familie - ein europäischer Vergleich. Analysen zu den Einflussfaktoren auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In: Hans Bertram, Martin Bujard (Hrsg.) Familie, Politik und neue Lebensverläufe. Sonderband Soziale Welt 2011, S.159-260, (im Druck)
  • Soziales Kapital und seine Funktionsweise. In : Stegbauer, Christian, Häußling, Roger (Hrsg.) Handbuch Netzwerkforschung. VS Verlag für Sozialwissenschaft. S.179-191, 2010
  • (zusammen mit Ines Mergel) Die zehn wichtigsten Einführungen in die Netzwerkforschung. In : Stegbauer, Christian, Häußling, Roger (Hrsg.) Handbuch Netzwerkforschung. VS Verlag für Sozialwissenschaft.S.923-931, 2010
  • Rollenverhalten und soziale Netzwerke in großstädtischen Familien. In: Zeitschrift für Familienforschung. Journal of Family Research 3/2009 S.311-326. PDF
  • (zusammen mit Marcel Helbig) The Influence of Family Networks on the Educational Behavior of Elementary School Students. In: Schneider, Hanna L. and Lilli M. Huber (Hrsg.) Social Networks: Development, Evaluation and Influence. Nova Science Publishers, Inc., New York, S. 79-98, 2009
  • Mit welchem Ziel werden bestehende Netzwerke generiert? In: Stegbauer, Christian Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie: Ein neues Paradigma in den Sozialwissenschaften. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, S. 295 -308, 2008
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Univ.-Prof. Dr. Marina Hennig

Kontakt Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Marina Hennig
Netzwerkforschung und Familiensoziologie
Institut für Soziologie
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-24704

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