Univ.-Prof. Dr. TANJA SCHIRMEISTER
Professorin für Medizinische/Pharmazeutische Chemie
Tanja Schirmeister, Jahrgang 1963, absolvierte ihr Pharmaziestudium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Nach ihrer Approbation als Apothekerin im Jahr 1988 widmete sie sich ihrem Dissertationsthema "Enzymatische Hydrolyse E/Z-diastereotoper Diester und E/Z-diastereomerer Monoester". Im Jahr 1993 promovierte sie am Pharmazeutischen Institut, dem heutigen Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, der Universität Freiburg und erhielt für ihre Doktorarbeit das Prädikat "summa cum laude". Die gewonnenen Erkenntnisse fanden schnell Eingang in hochrangige Zeitschriften wie "Angewandte Chemie" und "Journal of Organic Chemistry". Darüber hinaus wurde die Arbeit mit dem Promotionspreis der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) ausgezeichnet. Im Anschluss widmete Schirmeister ihr Forschungsinteresse den Hemmstoffen von Cystein-Proteasen im Rahmen des Forschungsgebiets Enzym-Inhibitoren. Aus diesen Arbeiten ging 1999 ihre Habilitationsschrift hervor, für die Schirmeister mit dem Habilitationspreis der Fachgruppe für Medizinische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Fachgruppe Pharmazeutische Chemie der DPhG geehrt wurde. Im Folgejahr wurde Schirmeister auf eine Professur für Pharmazeutische/Medizinische Chemie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg berufen und forschte und lehrte dort am Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie.
In ihren Forschungsarbeiten untersucht Schirmeister eiweißspaltende Enzyme, die sog. Proteasen. Im menschlichen Organismus sind einige davon Mitverursacher von nur schwer zu behandelnden Krankheiten wie Krebs oder Osteoporose. Proteasen, die in Viren und Parasiten vorkommen, spielen entscheidende Rollen in den Lebens- und Vermehrungszyklen der Infektionserreger. Mithilfe der Synthese von Substanzen und der Isolierung von Naturstoffen aus marinen Schwämmen versucht Schirmeister Inhibitoren zu gewinnen, die den schädlichen Prozessen der Proteasen entgegenwirken. Diese neuen Wirkstoffe können später als Inhaltsstoffe von z.B. antiinfektiven Medikamenten in der Krankheitsbehandlung eingesetzt werden. Schirmeisters großer Erfolg auf diesem Forschungsgebiet basiert auf einer optimalen Kombination von synthetischen Arbeiten mit biochemischen Untersuchungen.
Ihre zahlreichen Kooperationen mit nationalen und internationalen Universitäten sowie mit anderen Forschungseinrichtungen weisen Schirmeister als anerkannte Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung von niedermolekularen Enzymhemmstoffen aus.
Mit Wirkung zum 1. September 2011 wurde Schirmeister zur Universitätsprofessorin auf Lebenszeit für Medizinische/Pharmazeutische Chemie an das Institut für Pharmazie und Biochemie – Therapeutische Lebenswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) berufen. Mit ihren vielfältigen Erfahrungen und Erfolgen in ihrem Forschungsgebiet plant die Pharmazeutin, Forschungseinrichtungen der JGU wie das Naturstoffsynthesezentrum und den Schwerpunkt Arzneistoff Membrantransport und-Targeting (SAMT) zu unterstützen.
Wissenschaftlicher Werdegang
September 2011Berufung zur Universitätsprofessorin auf Lebenszeit für Medizinische/Pharmazeutische Chemie an das Institut für Pharmazie und Biochemie – Therapeutische Lebenswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2000-2011
Professur am Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
1999-2002
Lehraufträge an den Universitäten Heidelberg und Freiburg
1999
Habilitation im Fach Pharmazeutische Chemie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Titel der Habilitation: "Synthese, In-vitro-Testung und Struktur-Wirkungs-Beziehungen neuer peptidischer Cystein-Protease-Inhibitoren: Die Bedeutung von Aziridindicarbonsäure-Bausteinen"
1993-1999
Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
1993
Promotion (summa cum laude) am Pharmazeutischen Institut (heute Institut für Pharmazeutische Wissenschaften) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Titel der Dissertation: "Enzymatische Hydrolyse E/Z-diastereotoper Diester und E/Z-diastereomerer Monoester"
1989-1993
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Pharmazeutischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
1988
Approbation als Apothekerin
1987-1988
Pharmaziepraktikum, Bären-Apotheke, March-Buchheim
1982-1987
Studium der Pharmazie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Forschungsschwerpunkte
- Inhibitoren von Proteasen
- Enzym-Assays
- Chemie kleiner Heterozyklen
- Peptide und Peptidomimetika
- Antiparasitäre und antivirale Wirkstoffe
- Wirkstoffe gegen Mykobakterien
- Inhibitionsmechanismen von Enzymhemmstoffen
- Bioaktive Naturstoffe aus marinen Schwämmen
Publikationen (Auswahl)
- Axinellamycins: Tetromycin derivatives with anti-trypanosomal and protease inhibitory activities, S. M. Pimentel-Elardo, V. Buback, T. A. Gulder, T. S. Bugni, J. Reppart, G. Bringmann, C. M. Ireland, T. Schirmeister, U. Hentschel, Marine Drugs (2011) im Druck
- Peptidomimetic nitriles as selective inhibitors for the malarial cysteine protease falcipain-2
- V. Ehmke, F. Kilchmann, C. Heindl, K. Cui, J. Huang, T. Schirmeister, F. Diederich, MedChemComm 800-804 (2011)
- Development of novel peptidomimetics containig a vinyl sulfone moiety as proteasome inhibitors, R. Ettari, C. Bonaccorso, N. Micale, C. Heindl, T. Schirmeister, M. L. Calabrò, S. Grasso, M. Zappalà, ChemMedChem 6, 1228-1237 (2011)
- New cis-configured aziridine-2-carboxylates as aspartic acid protease inhibitors
- C. Büchold, Y. Hemberger, C. Heindl, A. Welker, B. Degel, T. Pfeuffer, P. Staib, S. Schneider, P. J. Rosenthal, J. Gut, C. Sotriffer, J. Morschhäuser, G. Bringmann, T. Schirmeister, ChemMedChem 6, 141-152 (2011)
- The effect of electron-withdrawing substituents on the epoxide ring - An experimental and theoretical electron density analysis of a series of epoxide derivatives, S. Grabowsky, T. Pfeuffer, C. Paulmann, T. Schirmeister, P. Luger, J. Org. Chem. 76, 1305-1318 (2011)
- Aziridine-2,3-dicarboxylate-based cysteine cathepsin inhibitors induce cell death in Leishmania major associated with accumulation of debris in autophagy-related lysosome-like vacuoles, U. Schurigt, C. Schad, C. Glowa, U. Baum, K. Thomale, J. K. Schnitzer, M. Schultheis, N. Schaschke, T. Schirmeister, H. Moll, Antimicrob. Agents Chemother. 54, 5028-5041 (2010)
- Allicin and derivates are cysteine protease inhibitors with antiparasitic activity, T. Waag, C. Gelhaus, J. Rath, A. Stich, M. Leippe, T. Schirmeister, Bioorg. Med. Chem. Lett. 20, 5541-5543 (2010)
- Michael-acceptor based antiplasmodial and antitrypanosomal cysteine protease inhibitors with unusual amino acids, A. Breuning, B. Degel, F. Schulz, C. Büchold, M. Stempka, U. Machon, S. Heppner, C., Gelhaus, M. Leippe, M. Leyh, C. Kisker, J. Rath, A. Stich, J. Gut, P. J. Rosenthal, C. Schmuck, T. Schirmeister, J. Med. Chem. 53, 1951-1963 (2010)
- Enzyme kinetics and hit validation in fluorometric protease assays, S. Ludewig, M. Kossner, M. Schiller, K. Baumann, T. Schirmeister, Curr. Top. Med. Chem. 10, 368-382 (2010)
- Rational design of improved aziridine-based inhibitors of cysteine proteases, V. Buback, M. Mladenovic, B. Engels, T. Schirmeister, J. Phys. Chem. B 113, 5282-5289 (2009)
