Erste deutsche Studie zur Anwendung von komplementären und alternativen Behandlungsmethoden bei krebskranken Kindern vorgelegt

Aktuelle Veröffentlichung im European Journal of Cancer

15.10.2008

In der aktuellen Ausgabe des international renommierten "European Journal of Cancer" berichten der Kinderkrebs-Spezialist Dr. Alfred Längler, Leitender Arzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschafskrankenhaus Herdecke, und Co-Autoren von den Ergebnissen der weltweit bislang größten Studie zur Häufigkeit der Anwendung komplementärer und alternativer Behandlungsmethoden bei krebskranken Kindern. Ein wesentliches Ergebnis dieser, in enger Kooperation mit dem Deutschen Kinderkrebsregister an der Universität Mainz durchgeführten Befragung von über 1.595 Eltern aus ganz Deutschland ist, dass mehr als ein Drittel aller Kinder (35%) mit Krebserkrankungen in Deutschland komplementäre und alternative Behandlungsmethoden parallel zur konventionellen Therapie erhalten. Diese Zahl deckt sich weitgehend mit den Ergebnissen anderer kleinerer, v.a. in den USA und Kanada durchgeführter Studien. Die mit am häufigsten angewandten Therapieverfahren sind homöopathische Medikamente und anthroposophische Medizin inkl. Misteltherapie.

Auffallend ist eine sehr hohe Zufriedenheit der Eltern mit dieser Form der Behandlung. Entgegen der landläufigen Meinung haben über 70% der Eltern mit einem behandelnden Arzt über den Einsatz von komplementären und alternativen Behandlungsmethoden gesprochen. Dennoch wünschen sich die Eltern eine deutlich bessere und umfassendere Aufklärung über Grenzen und Möglichkeiten komplementärer und alternativer Behandlungsmethoden durch ihre behandelnden Ärzte.

Eine Besonderheit dieser Studie ist die Tatsache, dass die erhobenen Daten die Behandlungsrealität für ganz Deutschland widerspiegeln und sich nahezu alle kinderonkologischen Zentren Deutschlands an dieser Umfrage beteiligt haben. Durch die enge Kooperation der beteiligten Institutionen (Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Universität Witten/Herdecke, Deutsches Kinderkrebsregister) konnte ein hohes wissenschaftliches Niveau der Untersuchungen sichergestellt werden, was sich u. a. in der Publikation in einem der namhaftesten europäischen wissenschaftlichen Krebsjournale widerspiegelt.

Finanziert wurde die Studie durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung.