Ergebnisse der Mainzer Begleitstudie zur UEFA Fußball-EM 2008 in Österreich liegen vor

EURO 2008 brachte Österreich 415,2 Millionen Euro Bruttowertschöpfung

23.10.2008

Die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich war für das Gastgeberland ein wirtschaftlicher Erfolg. Zu diesem Schluss kommt Prof. Dr. Holger Preuß, Sportwissenschaftler an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der gemeinsam mit seinem Projektmitarbeiter Dr. Norbert Schütte und dem Management Center Innsbruck (MCI) die EM mit einer Studie zu den wirtschaftlichen Faktoren des internationalen Großevents begleitete. "Uns interessierte auf der einen Seite das Konsummuster der Besucher, also wie viel Geld sie wofür ausgaben. Auf der anderen Seite wollten wir herausfinden, welche gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen die einzelnen Spielorte bzw. Österreich als eines der beiden Gastgeberländer neben der Schweiz durch die EURO 2008 erfahren hat", erklärt Prof. Dr. Holger Preuß die Ausgangssituation.

Die Auswertung der insgesamt 8.039 Fragebögen, die 32 Interviewer in zehn europäischen Sprachen im Stadienumfeld und in den Fanzonen der Host Cities Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck-Tirol einholten, bestätigen nun die nachhaltig positive Wirkung der UEFA EURO 2008TM, auf die die österreichischen Host Cities in den vergangenen Monaten immer wieder verwiesen haben. So ergibt sich unter Berücksichtigung der verschiedensten Einflussfaktoren eine Bruttowertschöpfung von 415,2 Millionen Euro für die österreichische Wirtschaft allein durch die EM-Besucher. Beispielsweise übernachtete mehr als ein Drittel der Karteninhaber im Durchschnitt 6,1 Tage, 20 Prozent waren Tagestouristen. Die Tagestouristen gaben dabei durchschnittlich 256 Euro pro Tag aus, Touristen mit Übernachtung durchschnittlich 176 Euro pro Tag. Obwohl die Finalstadt Wien den größten wirtschaftlichen Gewinn verzeichnen konnte, haben doch alle Bundesländer Österreichs von der EURO 2008 profitiert.

Auch bestätigte eine große Mehrzahl der EM-Besucher Österreich in seinem gastfreundlichen Image. So waren 75 Prozent der Befragten mit der Gastfreundlichkeit im Land zufrieden, 39,2 Prozent sogar sehr zufrieden. Dieses positive Bild spielt auch in die Nachhaltigkeit der Wirkung von Österreich als Urlaubsland hinein: So gaben 65 Prozent der befragten Besucher an, Österreich wahrscheinlich noch einmal zu besuchen, 43 Prozent von ihnen kreuzten hier sogar "sehr wahrscheinlich" an. Außerdem wollten 84 Prozent der Gäste Österreich als Reiseziel weiterempfehlen.

Die Studie ist ein durch öffentliche Mittel Österreichs finanziertes Forschungsprojekt, dessen wissenschaftliche Projektleitung an Prof. Dr. Holger Preuß von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vergeben wurde.