Transfercafé will Brücken schlagen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Breites und vielfältiges Spektrum möglicher Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft nutzen

09.03.2011

Aus dem "Elfenbeinturm" direkt in die Stadt: Mit diesem Ziel haben der Präsident der Fachhochschule Mainz, Prof. Dr. Gerhard Muth, der Geschäftsführer der IHK für Rheinhessen Günter Jertz, der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, der Rektor der Katholischen Fachhochschule Mainz Prof. Peter Orth und Oberbürgermeister Jens Beutel das Transfercafé im Proviantmagazin eröffnet. "Forscher der Mainzer Hochschulen haben einiges zu bieten. Das Transfercafé soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen anschaulich zeigen, warum es sich für Unternehmerinnen und Unternehmer lohnen kann, mit Wissenschaftseinrichtungen zusammen zu arbeiten", so Prof. Dr. Gerhard Muth, Präsident der Fachhochschule Mainz, unter dessen Federführung das Transfercafé installiert wurde.

"Das Spektrum möglicher Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist breit und vielfältig", erklärt der Sprecher der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. "Die neue Transferstelle ermöglicht Partnerschaften, die von Forschungsaufträgen über Ausbildungs- und Weiterbildungskooperationen bis hin zu umfassenden gemeinsamen Forschungsvorhaben reichen. Die Einrichtungen der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ bieten eine ausgezeichnete und leistungsstarke Infrastruktur – die Unternehmen sind eingeladen, von dieser Forschungslandschaft zu profitieren."

Oberbürgermeister Jens Beutel ergänzt: "Unsere Stadt bietet mit mehr als 4.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und fast 41.000 Studierenden ein sehr hohes Potenzial an Wissen. Mit dem Transfercafé ist nun ein attraktives Angebot geschaffen, damit dieses Know-How auch Anwendung im Arbeitsalltag oder bei besonderen Problemen und Fragestellungen von Mainzer Unternehmen findet. Insbesondere größere Mainzer Unternehmen schätzen das Potenzial bereits, wie die Best-Practice-Beispiele im Proviantmagazin zeigen. Aber auch kleinere und mittelständische Unternehmen können von diesem neuen Service sicherlich profitieren."

Neben der dauerhaften Präsentation von Beispielen gelungener Kooperationen sowie einem Informationsstand zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit bieten die Transferbeauftragten der Mainzer Wissenschaftseinrichtungen persönliche Beratungsgespräche an. Sie werden zu festen Uhrzeiten und zu Unternehmensstammtischen im Proviantmagazin vor Ort sein.

Projekte aus der Fachhochschule und der Universität Mainz, die in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft durchgeführt wurden, wurden bereits bei der Eröffnung präsentiert: So hat Prof. Bernd Benninghoff von der Fachhochschule Mainz, Studiengang Innenarchitektur, unter dem Titel "Material als Design-Impuls" bereits mehrere Kooperationsprojekte mit Industriepartnern initiiert. Ziel der Semesterprojekte ist dabei immer die experimentelle, forschende Auseinandersetzung mit ausgesuchten Werkstoffen – auf der Suche nach neuen Anwendungsmöglichkeiten und Designlösungen im Grenzbereich zwischen Produkt und Raum. Als ein weiteres Beispiel erfolgreicher Kooperation ist ein Projekt aus dem Bereich Gentechnologie unter der Leitung von Prof. Dr. Erwin Schmidt vom Institut für Molekulargenetik der Universität Mainz zu nennen. Die Entwicklung der Molekulargenetik hat in den letzten 30 Jahren die Lebenswissenschaften revolutioniert. Die "Erfindung" der schnellen DNA-Sequenzierung hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Das Mainzer Institut betreibt seit Kurzem eine "Next Generation Sequencing"-Einrichtung, mit der es möglich ist, das gesamte  Erbmaterial bereits in wenigen Tagen vollständig zu entschlüsseln. Damit gewinnt diese Technologie einen extrem breiten Anwendungsbereich von der Humanmedizin über die Pharmaindustrie bis hin zur Landwirtschaft.

 

Hintergrund: Mainz – Stadt der Wissenschaft 2011

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft würdigt das besondere Engagement der Landeshauptstadt Mainz zur  Förderung von Wissenschaft und deren Vernetzung mit Wirtschaft und Kultur.  Er wird dabei unterstützt von der Deutschen Bank.

Stadt der Wissenschaft 2011 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landeshauptstadt Mainz zusammen mit den Mainzer Wissenschafts-, Forschungs- und Kultureinrichtungen, der Wirtschaft  sowie dem rheinland-pfälzischen Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.