Grüne Schule des Botanischen Gartens erhält Auszeichnung als offizielles Projekt der UNESCO-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

"Fairführungen" als eindrucksvolles Beispiel zukunftsfähiger Bildung

25.02.2011

Die von der Grünen Schule des Botanischen Gartens der Universität Mainz in Zusammenarbeit mit dem Weltladen Unterwegs organisierte Projektreihe "Fairführung" ist von der Deutschen UNESCO-Kommission als offizielles Projekt der Weltdekade 2011/2012 ausgezeichnet worden. "Die Angebote der Projektreihe 'Fairführung' zeigen eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann", lobt Prof. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade in Deutschland, in seiner Laudatio das Konzept dieses Bildungsprogramms für Schulklassen im Botanischen Garten.

Die Reihe "Fairführungen" umfasst 3 Projekte für unterschiedliche Altersgruppen zu den Nutzpflanzen Kakao, Kaffee und Baumwolle. In jedem der Angebote erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erstaunliches über den Weg dieser Produkte, angefangen in ihren tropischen Herkunftsgebieten bis in unsere Hände. Nach einer Einführung in der Grünen Schule geht es in die tropischen Gewächshäuser des Botanischen Gartens auf dem Campus der Universität Mainz. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler die jeweilige Nutzpflanze und ihren Anbau und die Ernte auf anschauliche Weise kennen. In handlungsorientierten und interaktiven Lernparcours können die Besucher globale Produktionsschritte und Auswirkungen des eigenen Konsums nachvollziehen und  abschließend eigene Handlungsoptionen, z.B. den Fairen Handel, diskutieren.

Die Projekte sind fächerübergreifend konzipiert und insbesondere für den Unterricht der Fächer Biologie, Erdkunde, Wirtschafts- und Sozialkunde geeignet. "Das Votum der Jury würdigt dieses Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln", betont de Haan.

In Deutschland erhalten 70 Projekte für den Zeitraum 2011/2012 die begehrte Auszeichnung der UNESCO, die mit ihrer Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014" einen enormen Schub in der Bildungsarbeit ausgelöst hat. Bildung für nachhaltige Entwicklung stellt und beantwortet Fragen, wie: Wo kaufe ich Kleidung, ohne die Ausbeutung in den Anbau- und Verarbeitungsländern zu unterstützen? Wie ernähre ich mich möglichst umweltverträglich? Weltweit werden Projekte ausgezeichnet, in denen Kinder lernen, ökonomisch sinnvoll, ökologisch verträglich und sozial gerecht zu handeln. Voraussetzung ist die Ausrichtung der Arbeit an den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). So müssen Wissen und Kompetenzen aus mindestens 2 der 3 Nachhaltigkeitsdimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt vermittelt werden. Das Erlernen von Fähigkeiten wie Teamfähigkeit oder interdisziplinäres Denken steht dabei im Vordergrund. Schließlich funktioniert nachhaltige Entwicklung nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Außerdem wichtig für die Auszeichnung: Die Projekte haben einen innovativen Charakter, wirken in die Breite und bemühen sich um die Zusammenarbeit mit anderen Projekten.