LEO-Studie zeigt dringenden Bedarf an Alphabetisierung

Verbundprojekt entwickelt neue Angebote und Fortbildungen für die Alphabetisierung Erwachsener

10.03.2011

Die gerade veröffentlichte LEO-Studie zur Literalität von Erwachsenen der Universität Hamburg zeigt: 7,5 Mio. Erwachsene in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben. "Das sind dramatische Zahlen, die weit über dem liegen, was jahrelang angenommen wurde", kommentiert Privatdozent Dr. Markus Höffer-Mehlmer, Leiter des Projekts Alphabetisierung und Bildung (AlBi) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Veröffentlichung. "Wir entwickeln in unserem Verbund von zwei Universitäten und verschiedenen Trägern der Weiterbildung schon seit zwei Jahren Angebote und Fortbildungen für die Alphabetisierung. Die jetzt vorgelegte Studie zeigt, wie dringend solche Initiativen sind."

Für die Betroffenen hat es gravierende Folgen, nicht ausreichend lesen und schreiben zu können. In hoch entwickelten Ländern wie Deutschland bedeuten Grundbildungsmängel Ausgrenzung, v.a. auf dem Arbeitsmarkt, und einen erheblichen Verlust von Lebensqualität. Deshalb gilt es, neben der Prävention im Schulalter auch im Erwachsenenalter Bildungsbenachteiligung weiter abzubauen und Grundbildung für alle zu ermöglichen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen der Weltalphabetisierungsdekade der Vereinten Nationen die Forschung und Entwicklung in der Alphabetisierung und Grundbildung. Zu den geförderten Projekten gehört das Projekt Alphabetisierung und Bildung, in dem zwei Universitäten und Verbände bzw. Träger der Weiterbildung aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zusammenarbeiten.