Sonderpreis des Datenschutzbeauftragten des Landes geht an William Lindlahr für Arbeit über RFID

Doktorand am Institut für Physik erhält Auszeichnung für Arbeit über weitverbreitete Radiofrequenz-Identifikation und Entwicklung eines thematischen Schülerprojekts

21.04.2011

William Lindlahr, Doktorand in der Arbeitsgruppe LARISSA von Prof. Dr. Klaus Wendt am Institut für Physik der Universität Mainz, erhält den Sonderpreis des Datenschutzbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz. Lindlahr wird damit für seine wissenschaftliche Prüfungsarbeit mit dem Thema "Von Baumstämmen und Reisepässen - Konzeption eines Schülerlabors zum Thema Radio Frequency Identification (RFID)" ausgezeichnet. Der Preis ist mit einer Urkunde und einem Geldbetrag verbunden.

Der altbekannte Barcode wird bald durch das deutlich effizientere RFID-System ersetzt. RFID, die Abkürzung steht für die Identifizierung mittels Radiofrequenz, ermöglicht die berührungslose Datenerfassung im Vorbeigehen, teilweise auf mehrere Meter Entfernung. Eine vollgepackte Palette bspw. muss dazu nur am Lesegerät vorbeifahren, schon weiß der Computer, was alles darauf verpackt ist. Dies ist aber auch der Fall, wenn sich die Produkte später in einer verschlossenen Einkaufstasche befinden, so dass private Inhalte wie Arzneimittel, Zeitschriften, Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände plötzlich unerwünscht öffentlich sind - eine Aufgabe für den Datenschutz, meint William Lindlahr, der sich mit der neuen Technologie eingehend befasst hat.

Bereits heute wird die RFID-Technologie vielfach eingesetzt: bei elektronischen Schlüsseln und Bezahlsystemen, der elektronischen Wegfahrsperre im Auto, beim gechipten Haustier und nicht zuletzt beim elektronischen Personalausweis. Die RFID-Technik nutzt jeder quasi täglich - aber nur wenige sind sich dessen bewusst oder wissen gar, wie RFID funktioniert bzw. wo die Möglichkeiten und Gefahren liegen. Lindlahr hat vor diesem Hintergrund ein physikalisches Schülerlabor entwickelt. "Die Schülerinnen und Schüler können damit während eines Projekttags erfahren und erlernen, wo sie selbst mit der Technik bewusst oder unbewusst in Kontakt kommen, wie sie funktioniert und wo Vorteile aber auch Risiken liegen", so der Doktorand. So löten die Schüler ihr eigenes RFID-System und ein Lesegerät zeigt ihnen die in ihrem Reisepass gespeicherten persönlichen Daten samt Passbild. Ein weiteres RFID-Lesegerät zeigt verfängliche Inhalte einer geschlossenen Aktentasche und provoziert dadurch eine kritische Diskussion der Schülerinnen und Schüler über die Technologie und ihre Gefahren.

"Mit dem Konzept eines Schülerlabors als Lernprojekt wird dabei ein alternativer Ansatz verfolgt, der das Thema methodisch und didaktisch aufbereitet und Sensibilität für die Technologie und damit verbundene Chancen und Risiken schafft", so der Landesbeauftragte für den Datenschutz Rheinland-Pfalz.