Zahnmedizinische Nothilfe in Nepal

Absolventinnen der Universitätsmedizin Mainz reisen mit dem Programm des Vereins "Dental Volunteers" in den Himalajastaat

04.05.2011

Die zahnmedizinische Unterversorgung ist in weiten Teilen Nepals ein großes Problem. Um dort Nothilfe zu leisten, begeben sich Hanna Monien und Anne Schnell nach Abschluss ihres Studiums der Zahnmedizin an der Universitätsmedizin Mainz in das südostasiatische Gebirgsland. Ein Mangel an Strom und fließend Wasser - hierzulande Grundvoraussetzung für eine umfassende Zahnbehandlung - ist in Nepal vielerorts nicht verfügbar und wird die Arbeit vor Ort erschweren.

"Wir müssen nahezu zu jeder Zeit improvisieren, um auch ohne feste Behandlungsstationen zahnmedizinische Eingriffe durchführen zu können", weiß die Absolventin der Zahnmedizin an der Universitätsmedizin Mainz, Hanna Monien, um die besonderen Herausforderungen in Nepal. Es werde dabei auch auf die Unterstützung der Bewohner der abseits gelegenen Hochgebirgsdörfer ankommen, so die 26-jährige.

Was sie in Nepal erwartet, davon haben Hanna Monien und Anne Schnell eine genaue Vorstellung: Nepal ist eins der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Erde. Fast 30% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und kann sich weder die Busfahrt in die Hauptstadt Kathmandu leisten, noch eine zahnärztliche Behandlung. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Nepalesen über Jahre hinweg unter massiven Zahnschmerzen leiden ohne Hoffnung auf Besserung.

Im Fokus des Aufenthalts stehen zudem die Themen Prophylaxe, Zahnpflege und Mundhygiene. „Rund 1600 Schüler, von denen etliche noch nie eine Zahnbürste besessen haben, durchlaufen bei uns den zahnmedizinischen Gesundheitscheck, und im Gruppenunterricht zeigen wir unter anderem Putztechniken“, so Hanna Monien. Als wichtige Ausgangsbasis für das Projekt ließen sich im Vorfeld durch private Spenden für 650 Schülerinnen und Schüler Zahnbürsten und Zahnpasta finanzieren.

"Bei diesem Projekt geht es nicht um Profit. Was zählt ist ausschließlich der Gedanke, den Menschen zu helfen. Entscheidend für die Nachhaltigkeit des Projekts ist aber auch, dass die beiden Absolventinnen einen Beitrag für die Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Sie werden von Nepalesen begleitet, um diesen die Grundzüge der Dentalbehandlung beizubringen", so der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin, Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban.

Vom Engagement der beiden Nachwuchszahnärztinnen ist auch der Präsident der Landeszahnärztekammer, Dr. Michael Rumpf, begeistert und überzeugt: "Die Erfahrung, welche die beiden Absolventinnen unmittelbar nach ihrem Studium in einer der ärmsten Regionen der Welt machen, wird ihr weiteres ärztliches Handeln prägen. Wir freuen uns über den großen sozialen Einsatz unserer beiden Kolleginnen, der nachhaltig zum Ansehen unserer Profession beiträgt."

Aktuell sammeln Hanna Monien und Anne Schnell noch weitere Spenden für ihr Projekt, das vom 9. Mai bis 23. Juni 2011 dauert. Wer die Projekte der Dental Volunteers e.V. unterstützen will, kann sich über die Internetseite informieren.