Weiterbildungsstudiengang Psychodynamische Psychotherapie startet an der Universitätsmedizin Mainz

Erste universitäre Einrichtung im Rhein-Main-Gebiet mit kombinierter Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten in den Fachkunden tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie

11.05.2011

In dem an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gerade gestarteten neu gegründeten Weiterbildungsstudiengang Psychodynamische Psychotherapie erhalten Studierende u.a. die Möglichkeit einer kombinierten Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten in den Fachkunden tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie. Der Weiterbildungsstudiengang ist in die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz eingebunden. Dadurch erhalten Studierende eine theoretische Ausbildung auf universitärem Niveau sowie klinische Anleitung durch langjährig erfahrene Praktiker in einer forschungsaktiven klinischen Einrichtung. Durch die angeschlossene Ausbildungsambulanz erhalten Patienten neue ambulante Behandlungsmöglichkeiten mit sorgfältiger klinischer Supervision und Qualitätssicherung.

"Unser Weiterbildungsangebot bringt aus der Psychoanalyse abgeleitete Psychotherapieverfahren an die Universität, wo derzeit hauptsächlich verhaltenstherapeutische Ausbildungsverfahren vertreten sind. Damit werden in Mainz erstmals beide Richtlinienverfahren auf universitärem Niveau angeboten", so Prof. Dr. med. Manfred E. Beutel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. "Eine tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapieausbildung vermittelt ein breitgefächertes klinisches Erfahrungsspektrum und schafft das Fundament für eine flexible, den individuellen Bedürfnissen der Patienten angepasste klinische Tätigkeit", ergänzt Dr. Claudia Subic-Wrana, Leitende Psychotherapeutin an der Psychosomatischen Klinik und Ausbildungskoordinatorin des Weiterbildungsstudiengangs.

Das Angebot richtet sich an Psychologinnen und Psychologen, die eine Psychotherapieausbildung in aus der Psychoanalyse abgeleiteten Verfahren auf universitärem Niveau suchen. Dabei können Interessenten zwischen zwei Ausbildungsmöglichkeiten wählen:

  • Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten/ zur Psychologischen Psychotherapeutin in der Fachkunde tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie als Vollausbildung in 6 Semestern oder als berufsbegleitende Ausbildung in 10 Semestern.
  • Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten/ zur Psychologischen Psychotherapeutin in den Fachkunden tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie als berufsbegleitende Ausbildung in 10 Semestern.

Beide Ausbildungsmöglichkeiten umfassen mindestens 4.200 Std. und führen zur Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten auf der Grundlage des Psychotherapeutengesetzes. Die theoretische und praktische Ausbildung wird durch ein Dozententeam aus klinischen Praktikern und Wissenschaftlern getragen, die einen beziehungsorientierten psychotherapeutischen Ansatz in der psychoanalytischen Tradition vertreten. Die Vermittlung der Studieninhalte aus der Entwicklungs-, Bindungs- und Psychotherapieforschung erfolgt mittels moderner Verfahren in Verbindung mit videobasierter Supervision und Fallarbeit bei Experten mit hoher klinischer Expertise.

Psychotherapeutische Praxiserfahrungen erwerben die Teilnehmer des Weiterbildungsstudiengangs durch die Behandlung von Patienten in der Ausbildungsambulanz des Weiterbildungsstudiengangs an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die Psychosomatische Klinik verfügt über die komplette klinische Versorgungskette aus Ambulanz, Tagesklinik und Akutstation und hat einen Schwerpunkt in der Psychotherapieforschung. Aktuelle Trends der klinischen "best practice" werden hier nicht nur praktiziert, sondern teilweise mitbestimmt.