MRE-Netzwerk Rhein-Nahe geht an den Start

Ziel: Minimierung der Infektionsraten sowie Entwicklung und Anwendung wirksamer Strategien gegen multiresistente Erreger (MRE)

28.09.2011

Auf Initiative der Landkreise Mainz-Bingen, Bad Kreuznach, Alzey-Worms und Rhein-Hunsrück sowie der Universitätsmedizin Mainz wurde jetzt das MRE-Netzwerk gegründet, um Hilfestellung bei Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) zu leisten. In dem Netzwerk arbeiten derzeit die genannten Gesundheitsämter und medizinische Leistungserbringer wie die Universitätsmedizin Mainz, das Katholische Klinikum Mainz, die Diakonie Bad Kreuznach und das Krankenhaus St. Marienwörth aus Bad Kreuznach sowie das Landeskrankenhaus Alzey zusammen. Von den Pflegeinrichtungen sind das Haus St. Joseph aus Bad Kreuznach und das Haus Maria Königin aus Kirn vertreten.

Gemeinsames Ziel des Netzwerks ist die Minimierung der Infektionsraten sowie die Entwicklung und Anwendung wirksamer Strategien gegen multiresistente Erreger. Daher steht das Netzwerk für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens in der Region offen, wobei sich die Einrichtungen mit der Aufnahme in das Netzwerk zur Einhaltung grundlegender hygienischer Standards verpflichten. Eine wichtige Aufgabe des Netzwerks ist die schnelle und umfassende Information aller Akteure und der Betroffenen hinsichtlich grundlegender Aspekte und neuer Entwicklungen bei der Bekämpfung von multiresistenten Erregern im Rhein-Nahe Gebiet sein. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Gesetzgebung zum Infektionsschutz durch den Bund und die Länder gerade grundlegend überarbeitet wurde und weitreichende Änderungen im Infektionsschutzgesetz erst kürzlich durch den Bundestag verabschiedet wurden, kommt den Ländern eine wichtige Rolle in der Infektionsverhütung zu. So wird die Gründung regionaler Netzwerke von der Landesregierung unterstützt.

Dr. Dietmar Hoffmann, Leiter des Gesundheitsamts der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, sieht eines der akuellen Probleme an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Durch unzureichende oder verspätete Informationsweitergabe könne es bei notwendigen Behandlungen oder im Einzelfall erforderlichen besonderen Infektionsschutzmaßnahmen zu Verzögerungen kommen. Mit einem von der Koordinatorengruppe des Netzwerks erarbeiteten "Sanierungs- und Übergabeprotokoll" solle künftig eine schnellere Informationsweitergabe erfolgen und die aufnehmende Einrichtung nicht nur über die bisherige Behandlung, sondern auch über weiterführende Maßnahmen unterrichtet werden. Grundsätzliches Ziel sei zunächst die Selbstverpflichtung der Einrichtungen des Gesundheitswesens in der Region zu einem definierten Hygienestandard; dessen Einhaltung solle durch externe Kontrollen überprüft werden.

In ganz Europa sind Infektionen, die sich Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten medizinischen Behandlung zuziehen (sogenannte nosokomiale Infektionen), ein ernst zu nehmendes Problem. Viele dieser Infektionen werden durch Krankheitserreger verursacht, die gegen Arzneimittel resistent geworden und daher immer schwieriger zu bekämpfen sind. Daher sind eine gute Infektionshygiene und eine Vermeidung der Ausbreitung von resistenten Krankenhauserregern von zunehmender Bedeutung. Bisher wurden diese Aufgaben in Deutschland vor allem von Einrichtungen geleistet, die geeignete Strukturen in der Krankenhaushygiene hatten. Es sich aber gezeigt, dass diese vereinzelten Anstrengungen nicht ausreichen, da mit multiresistenten Erregern (MRE) besiedelte Patienten nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Altenheimen, Rehabilitationseinrichtungen oder in ihrer häuslichen Umgebung betreut werden müssen.