Deutsche Forschungsgemeinschaft setzt Unterstützung für Open Access an Johannes Gutenberg-Universität Mainz fort

120.000 Euro stehen im Jahr 2015 für Open Access-Publikationen bereit / Insbesondere Nachwuchswissenschaftler werden gefördert

02.12.2014

Auch im kommenden Jahr unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Veröffentlichungen von Mainzer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frei zugänglichen Medien. Für Open Access-Publikationen stellt die DFG im Jahr 2015 Mittel in Höhe von 75.000 Euro bereit. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und die Universitätsmedizin tragen aus zentralen Mitteln 30.000 Euro und die Universitätsbibliothek 15.000 Euro dazu bei, sodass Wissenschaftlern im nächsten Jahr ein Fonds von 120.000 Euro zur Verfügung steht.

Seit 2013 unterstützt die DFG das Projekt finanziell. Im Jahr 2014 hatte der Publikationsfonds ein Volumen von insgesamt 88.000 Euro. Bei der Vergabe der Fördermittel wird der wissenschaftliche Nachwuchs bevorzugt behandelt. Um eine EU-Förderung durch das Rahmenprogramm Horizont 2020 zu erhalten, wird erwartet, dass die Publikationen von geförderten Forschungsarbeiten innerhalb von 6 bis 12 Monaten frei zugänglich gemacht werden. Mit dem Publikationsfonds können die Bearbeitungsgebühren für Artikel in Open Access-Zeitschriften finanziert werden, die der Autor zu entrichten hat. Damit diese nicht zum Hindernis werden, haben Universität und Universitätsmedizin im Jahr 2012 den Open Access-Publikationsfonds eingerichtet. Aus diesem Fonds können diese Autorengebühren erstattet werden.

Open Access-Publikationen sind für jedermann öffentlich zugänglich und ermöglichen so eine uneingeschränkte Verbreitung von Forschungsergebnissen unter Wissenschaftlern und allen anderen Interessenten. "Es gibt viele Gründe, die für Open Access sprechen, nicht zuletzt die hohen Kosten, die bei Print- und Closed Access-Publikationen auch für die Autoren, besonders aber für die Bibliotheken anfallen", so Nicole Walger von der Universitätsbibliothek der JGU. Außerdem erleichtert es die webbasierte Zusammenarbeit beispielsweise in den Digital Humanities und ermöglicht die Bearbeitung durch computerbasierte Verfahren, beispielsweise beim Einsatz von Plagiatsdetektionssoftware. "Neben den bekannten Vorteilen wie schnelle globale Verfügbarkeit, verstärkte Nutzung, vermehrte Zitierung, leichte Auffindbarkeit und Beschleunigung des Forschungsprozesses entspricht Open Access-Publizieren auch den Anforderungen an ein verändertes Forschungs- und Publikationsverhalten", ergänzt Walger.

Auch für Bibliotheken eröffnet Open Access neue Handlungsspielräume. Die Kosten für Abonnements vieler Fachzeitschriften sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen. Zahlreiche Bibliotheken kommen deshalb nicht umhin, Abonnements zu kündigen und damit zu riskieren, dass die Literaturversorgung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet werden kann.