Elektronisches Medienzentrum der JGU ermöglicht deutsch-amerikanische Internetkonferenz

Videoteaching als neues Lernmedium

16.06.2004

Das Elektronische Medienzentrum (EMZ) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) überträgt im Sommersemester 2004 zusammen mit dem Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV) erstmals ein Seminar via Internetkonferenz live in die USA. Kursleiter Prof. Dr. Karl Nikolaus Renner ist von den neuen Möglichkeiten des Videoteaching überzeugt. Die Gesprächssituation am Bildschirm sei etwas gewöhnungsbedürftig, meint Renner, würde sich aber nach kurzer Zeit gut einspielen. Die interkontinentale Zusammenarbeit schätzt Renner sowohl für die Studierenden als auch für die Dozenten als gewinnbringend ein: "Gerade weil die Veranstaltung als ein gemeinsames Projekt konzipiert ist, bekommt man einen völlig neuen Zugang zu den Medien und Medienfächern in Deutschland und den USA."

Für die Übertragung kommt die Studiotechnik des digitalen Fernsehstudios zum Einsatz, die in der Regel bei den TV-Produktionen der Universität und des Offenen Kanals eingesetzt wird. In der Regie werden die Bild- und Tonsignale aus dem Studio abgemischt und über einen Rechner ins Internet eingespeist. Im direkt nebenan gelegenen Studio können die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer die Reaktionen ihrer US-amerikanischen Kommilitonen als Großbildprojektion mitverfolgen. Die technische Zusammenarbeit hat gut funktioniert, wie auch Renner findet: "Hier habe ich von Seiten des EMZ und des ZDV sehr große Unterstützung erfahren und das hat sich auch alles sehr gut eingespielt." Via Internetkonferenz ist die Ball State University in Muncie, USA, zugeschaltet, sodass die Studierenden beider Universitäten miteinander direkt über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Nachrichtensysteme diskutieren können. So können sie bei bei dem Seminar konkrete Fälle wie die Terroranschläge von Madrid oder den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf in der aktuellen deutschen und amerikanischen Berichterstattung vergleichen.

Die internationale Zusammenarbeit ist für die Studierenden eine Chance, andere wissenschaftliche Ansätze im direkten Austausch kennenzulernen. "Wichtige Ziele waren, einen Kontakt zwischen den Studierenden in Muncie und Mainz herzustellen und die Möglichkeiten dieses Videoteachings zu erproben", erklärt Renner. "In akademischer Hinsicht geht es vor allem darum, dass sich beide Seiten gemeinsam einen Einblick in die Vorzüge und in die Probleme der verschiedenen amerikanischen, deutschen und europäischen Fernsehnachrichten erarbeiten. Konkret gesprochen geht es um einen Vergleich der Nachrichten von NBC und Fox einerseits und von ARD, ZDF und RTL sowie arte andererseits."

Das Nachrichtenseminar zeigt, dass sich neben den Möglichkeiten, die das Studio als Ausbildungs- und Produktionsstätte bietet, nun nach kleinen technischen Ergänzungen auch ganz neue Anwendungsgebiete eröffnen. Diesen Bereich wird das EMZ in Zukunft weiter ausbauen. Unter dem Stichwort E-Learning wird das EMZ nicht nur Internetkonferenzen im Medienhaus ermöglichen. Auch in den Bereichen Lehrfilme und interaktive DVD-Produktion engagiert sich das EMZ bereits.