Strategiekonzept führt zum Hochschulentwicklungsplan

Handlungsrahmen für gesamtuniversitäre Entwicklung

02.06.2004

Die Universitäten in Deutschland stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Während die Finanzierung durch die öffentliche Hand deutlich rückläufig ist, wächst zeitgleich die Zahl der Studierenden weiter an. Darüber hinaus verändern sich nationale und internationale Bildungsangebote grundlegend. Deutsche Universitäten müssen als Schnittstellen zwischen Forschung, Bildung und Innovation nicht nur innerhalb Europas, sondern weltweit konkurrenzfähig sein und Forschung und Lehre auf höchstem Niveau bieten. Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) auf der Basis ihres Leitbildes im Jahr 2003 ein Strategiekonzept entwickelt und durch den Senat der Universität verabschiedet. "Mit dem Strategiekonzept beschreibt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz einen Handlungsrahmen für die gesamtuniversitäre Entwicklung in den kommenden drei bis fünf Jahren", erklärt der Präsident der JGU, Prof. Dr. Jörg Michaelis, "mit der konkreten Umsetzung der strategischen Projekte und Maßnahmen, was zum Teil bereits im Jahr 2003 erfolgte, kommt die Johannes Gutenberg-Universität ihrem Ziel näher, sich in eine klar strukturierte, profilierte Großuniversität zu wandeln."

Das Strategiekonzept übersetzt die Inhalte des Leitbildes in konkrete strategische Ziele und in einen Handlungsrahmen mit verschiedenen Perspektiven. Zielen wie beispielsweise "Schwerpunkte in Forschung und Lehre bilden", "Internationalisierung stärker ausbauen" oder "Führungs- und Entscheidungsstrukturen weiterentwickeln" sind strategische Projekte und Maßnahmen wie die "Bildung regionaler Forschungsschwerpunkte durch die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen", "Aufbau weiterer integrierter internationaler Studiengänge" oder "Einrichtung von Fachbereichsservicebüros" zugeordnet. "Ein Teil dieser Projekte und Maßnahmen ist für die Universität in hohem Maße verbindlich, weil sie als Vorgaben im neuen Landeshochschulgesetz formuliert werden", so der Präsident, "die Mehrzahl kommt jedoch aus der Universität und spiegelt den selbst erkannten Reformbedarf wider." Einige dieser Maßnahmen und Projekte wurden bereits im Jahr 2003 umgesetzt – wie beispielsweise die Eröffnung des Weiterbildungszentrums, der Ausbau des Studienbüros durch das Internet-Portal oder die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung.

Netz an Zielvereinbarungen bildet den Hochschulentwicklungsplan

Der weitere Umgang mit dem Strategiekonzept sieht vor, dass die Fachbereiche und anderen universitären Einrichtungen aus dem Katalog an Aktivitäten nach ihren jeweiligen spezifischen Bedingungen und Schwerpunkten eine Auswahl treffen. Diese Aktivitäten werden gemeinsam mit der Hochschulleitung in einer offen ausgehandelten Zielvereinbarung verbindlich festgelegt, die auch das Erheben dazu passender und aussagefähiger Kenngrößen regelt. Das daraus entstehende Netz an Zielvereinbarungen bildet den Hochschulentwicklungsplan, der nach dem neuen Hochschulgesetz erstellt werden soll. "Der Prozess der Strategieentwicklung hat sehr intensiv zur regen inneruniversitären Diskussion und Verständigung über erforderliche Zielsetzungen und vordringliche Aufgaben beigetragen", so der Präsident, "die Vision des Leitbildes wurde präzisiert und damit besser fassbar. Der Johannes Gutenberg-Universität stellt sich mit ihrem Strategiekonzept vielfältige, herausfordernde Aufgaben."