Erforschung vormoderner Herrscher erhält Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

DFG bewilligt Wissenschaftliches Netzwerk "Kraftprobe Herrschaft. (Re-)Konstruktionen von vormodernen Herrscherfiguren zwischen Herausforderung und Behauptung"

12.08.2020

Die Arbeitsgruppe "Kraftprobe Herrschaft" hat ein Wissenschaftliches Netzwerk konzipiert, dass von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Die Arbeitsgruppe besteht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) seit 2014 und bringt Expertinnen und Experten aus verschiedenen historisch arbeitenden Disziplinen aus dem In- und Ausland zusammen, um die Figur des vormodernen Herrschers genauer zu betrachten. Die DFG fördert das Netzwerk in den kommenden zwei Jahren mit rund 30.000 Euro.

Kaum eine andere Persönlichkeit erscheint im Rückblick so allgegenwärtig wie der Monarch. Häufig werden ganze Zeitalter nach ihm benannt. Dennoch wird selten hinterfragt, worin seine Tauglichkeit für die Rolle eines unangefochtenen Potentaten besteht. Das Wissenschaftliche Netzwerk wird diesen Fragen transdisziplinär nachgehen und gleichsam eine wissenschaftsgeschichtliche Neubewertung ausgewählter Herrscherfiguren anstreben. Ziel der gemeinsamen Forschung ist es, Herrscherfiguren unter anderem in ihrer Funktion als Projektionsfläche verschiedener Erwartungen zu rekonstruieren und vergleichend zu analysieren. Die Herrscherfiguren werden auf ihre unmittelbare Wirkung und Auswirkung sowie auf ihre kurz- und langfristige Wirkungsgeschichte untersucht, wozu auch die wissenschaftlichen Forschungstraditionen gehören.

"Kraftprobe Herrschaft" ist Teil des Profilbereichs "40.000 Years of Human Challenges: Perception, Conceptualization and Coping in Premodern Societies" der JGU. Profilbereiche sind international etablierte Arbeitsgruppen, die bereits herausragende Leistungen erbracht haben. Sie werden von der Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz gefördert.

Ein Wissenschaftliches Netzwerk der DFG besteht aus einem festen Personenkreis von in der Regel 10 bis 20 Personen, dem auch im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angehören können. Sie sollen durch die Förderung die Möglichkeit zum mehrjährigen ortsübergreifenden Austausch zu einem selbstgewählten wissenschaftlichen Themenbereich erhalten.