Human Factors: Neuer Schwerpunkt im Psychologie-Masterstudiengang zur Mensch-Maschine-Schnittstelle

Schwerpunkt Human-Factors-Psychologie befasst sich mit Mensch-Maschine-Interaktionen und der Gestaltung von Schnittstellen entsprechend den Bedürfnissen der Menschen

03.11.2020

Die Interaktion von Mensch und Maschine steht im Mittelpunkt eines neuen Masterstudiengangs, der zum Sommersemester 2021 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) startet. Der Studienschwerpunkt Human-Factors-Psychologie richtet sich an Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen: aus der Psychologie, aber auch aus den Ingenieurwissenschaften, der Physik, Biologie und Informatik. "Wir hatten in der Psychologie bereits einen Masterstudiengang mit klinisch-gesundheitsbezogenem und einen mit anwendungsorientiertem Schwerpunkt angeboten, aber die Voraussetzung war hier jeweils ein Bachelorabschluss in Psychologie. Bei dem neuen Schwerpunkt möchten wir jedoch verschiedene Vorkenntnisse und Forschungsrichtungen verknüpfen", erklärt Prof. Dr. Heiko Hecht vom Psychologischen Institut der JGU den Ansatz. Bei der Human-Factors-Psychologie geht es darum, wie Mensch-Maschine-Schnittstellen gestaltet werden können, um sie optimal auf die Bedürfnisse des Menschen abzustimmen. Interessenten können sich bis zum 15. November 2020 um einen Studienplatz bewerben.

Saugroboter, Smart-Home, robotergestützte Chirurgie oder der Bremsassistent im Auto – immer mehr technische Systeme begleiten uns in Beruf und Alltag. Die Human-Factors-Psychologie befasst sich mit diesen Systemen im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit und die Benutzerschnittstellen sowie mit weiteren spannenden Fragestellungen auf der Basis allgemeinpsychologischen Wissens über die menschliche Wahrnehmung und Kognition und unter Verwendung aktueller Forschungsmethoden. "Das heißt, wir verstehen Human Factors als einen interdisziplinären Ansatz zur Erforschung der Mensch-Maschine-Interaktion, bei dem die Psyche des Menschen im Vordergrund steht", erklärt Hecht.

Berufsperspektiven mit Human-Factors-Schwerpunkt eröffnen sich in allen Branchen

Berufsfelder für Absolventinnen und Absolventen des Human-Factors-Masters eröffnen sich auf praktisch allen Gebieten: In High-Tech-Märkten, im Gesundheitssystem und im öffentlichen Sektor gewinnen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit an Bedeutung. Zugleich werden scheinbar triviale Dinge wie Lampen oder Rasenmäher mit Zusatzfunktionen ausgestattet, die ein Interface benötigen. Die Akzeptanz dieser Produkte steht und fällt mit der psychologischen Eingängigkeit der Benutzerschnittstelle.

Im Schwerpunkt Human Factors des Studiengangs Master of Science Psychologie werden die Studierenden neben allgemeinen psychologischen Inhalten lernen, Designlösungen zu erarbeiten und zu bewerten. Dafür erwerben sie Kenntnisse der Human-Factors-Psychologie, trainieren die Anwendung der relevanten Forschungs- und Analysemethoden und setzen sich mit Themen wie Produktergonomie, Konzepten menschengerechter Arbeitsgestaltung, Taxonomien zur Unterscheidung komplexer Systeme, Automation und dem Resilience Engineering auseinander. Thematische Schwerpunkte sind beispielsweise die Verkehrspsychologie, Luft- und Raumfahrt oder Virtual Reality.

Der Studiengang wird im Schwerpunkt Human Factors von der Abteilung Allgemeine Experimentelle Psychologie am Psychologischen Institut der JGU verantwortet.