Baumpflanzkampagne auf dem Gutenberg-Campus gestartet

Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung erweitert Baumbestand auf dem Campus / Rund 1.000 neue Bäume in mehreren Pflanzungen bis Ende 2023 

03.12.2020

PRESSEMITTEILUNG DES LANDESBETRIEBS LIEGENSCHAFTS- UND BAUBETREUUNG (LBB)

Auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat eine auf mehrere Jahre angelegte Erweiterung des Baumbestands begonnen. Bei der ersten Pflanzaktion mit 86 jungen Bäumen im sogenannten "Wäldchen" an der Universitätsbibliothek haben JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch und der Geschäftsführer des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Holger Basten, eine Schwarzkiefer und eine Zelkove gesetzt. Ende 2023 soll es auf dem Campus rund 1.000 Bäume mehr geben als heute.

Ausgangspunkt der Pflanzkampagne war eine systematische Bestandsaufnahme der rund 4.640 vorhandenen Campus-Bäume unter der Leitung der Mainzer Niederlassung des Landesbetriebs LBB. Eine Untersuchung eines Baumgutachters in Zusammenarbeit mit den Gärtnern der Universität zeigte auf, dass der Baumbestand um gut 20 Prozent erhöht werden kann, ohne künftig bebaubare Flächen einzubeziehen und unter Berücksichtigung der unterirdischen Leitungssysteme.

Der Pflanzungsplan sieht eine Mischung aus einheimischen und neu aufgenommenen Baumarten vor. An städtischen Standorten langjährig erprobte Baumarten wie Bergahorn, Spitzahorn, Hainbuche, Sandbirke und Eberesche werden ergänzt durch Burgenahorn, Esskastanie, Hopfenbuche oder Flügelnuss, die mit weniger Niederschlag auskommen. Damit wird die Artenvielfalt auf dem Campus erhöht und der Baumbestand insgesamt widerstandsfähiger gegen Trockenstress, Pilzbefall und Krankheiten.

"Wir freuen uns über die Initiative des LBB, die den Baumbestand auf dem Gutenberg-Campus nachhaltig stärken wird. Zusätzliche Grünflächen als Entspannungs- und Begegnungsorte sowie Bäume als unverzichtbare Frischluftlieferanten und Schattenspender werten unseren Campus auf", betont Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Entsprechend danken wir allen Beteiligten und freuen uns bereits heute auf die weiteren Pflanzungen in den nächsten Jahren."

Der Ort der ersten Pflanzaktion auf dem Gutenberg-Campus wurde mit gutem Grund gewählt. Im "Wäldchen" mussten zahlreiche Ahornbäume wegen der von einem Pilz ausgelösten Rußrindenkrankheit, gegen die es bisher kein Mittel gibt, gefällt werden. Der besonders im Sommer beliebte schattige Rückzugsort am Jakob-Welder-Weg wurde damit lichter, mit den 86 Setzlingen, die jetzt dort in die Erde kommen, wird kräftig nachverdichtet. Die Kosten für die erste Pflanzaktion liegen bei rund 50.000 Euro, inklusive drei Jahre Bewässerung der jungen Bäume durch den beauftragten Gartenbaubetrieb. Für die nächste Pflanzaktion im Februar 2021 sind rund 155 neue Bäume mit Schwerpunkt im westlichen Bereich des Campus vorgesehen. Jährlich sollen 200 bis 300 Jungbäume gesetzt werden. Die Standorte verteilen sich über den gesamten Campus, teils entlang von Straßen und Wegen, teils gruppiert auf Freiflächen zwischen Gebäuden.

"Der Neubau von Gebäuden und das Pflanzen von Bäumen haben etwas gemeinsam", so LBB-Geschäftsführer Holger Basten. "Beide sind Investitionen für die kommenden Jahrzehnte. Mit der Vergrößerung des Baumbestands und seiner Anpassung an die klimatischen Veränderungen zielen wir auf eine langfristige Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des Mikroklimas auf dem Campus insbesondere in den Sommermonaten. Damit greifen wir auch Anregungen aus dem 2019 vorgestellten Projekt 'Freiraum Campus' des Geographischen Instituts der JGU und der Hochschule Geisenheim auf."

Die Befragung von Studierenden im Rahmen des Projekts hatte ergeben, dass eine Mehrheit die vorhandenen Grünflächen als Rückzugs- und Erholungsflächen sowie als Außenarbeitsplätze schätzt. Die Nutzerinnen und Nutzer des Campus wünschen sich mehr Grün, Vielfalt und eine Ausweitung des Mobiliars auf den Außenflächen. Die Kulturgeographinnen Dr. Eva Riempp und Dr. Julia van Lessen vom Geographischen Institut der JGU als Leiterinnen des Projekts "Freiraum Campus" begrüßen die Pflanzkampagne: "Wir freuen uns sehr, dass die im Kontext einer Lehrveranstaltung ermittelten Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer des Campus solch eine Resonanz entwickelt haben. Unser Forschungsprojekt hat gezeigt, dass Bäume nicht nur in Bezug auf die mikroklimatische Entwicklung, sondern gerade im Kontext der Aufenthaltsqualität sehr positive Auswirkungen haben. Das 'Wäldchen' wird durch seine natürliche Lebendigkeit besonders von den Studierenden als Rückzugsort geschätzt und ermöglicht Abstand von der Strukturierung und der kognitiven Ausrichtung des Unialltags. Solche Orte braucht der Campus der Zukunft."

Dass der gewählte Pflanzzeitpunkt nah am meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember liegt, hat nicht zuletzt mit klimatischen Veränderungen im Zuge der globalen Erwärmung zu tun. Warmphasen ziehen sich inzwischen häufig bis ins letzte Novemberdrittel. Bäume behalten länger ihr Laub und lagern noch Speicherstoffe für den nächsten Austrieb in die Wurzel ein. Um diesen Prozess nicht zu stören, darf das Ausgraben der Wurzelballen in der Baumschule nicht zu früh erfolgen. Nach dem Einpflanzen am neuen Standort ruht das Wurzelwerk über den Winter. Sobald im März, mitunter schon im Februar, die Bodentemperatur über null Grad steigt, setzt das Wurzelwachstum ein. Dezember und Februar gelten somit als ideale Pflanzzeiten für Bäume und Gehölze.