Europäisches Hochschulnetzwerk FORTHEM startet neues Projekt "FIT FORTHEM"

Renommiertes EU-Programm Horizont 2020 unterstützt JGU und Partner in schrittweiser Etablierung einer beispielhaften Europäischen Universität

18.12.2020

Die Europäische Kommission fördert im Rahmen des EU-Rahmenprogramms Horizont 2020 die von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) koordinierte europäische Hochschulallianz FORTHEM in der Umsetzung eines neuen Projekts: FIT FORTHEM, kurz für "Fostering Institutional Transformation of R&I Policies in European Universities", soll allianzübergreifende Strategien für die Bereiche Forschung und Innovation entwickeln, sich mit verschiedenen Open Science Policies auseinandersetzen und eine gemeinsame Forschungsagenda für alle sieben FORTHEM-Partner entwerfen, die es erlaubt, die ambitionierten Ziele der Allianz nachhaltig zu verfolgen. Die EU fördert das dreijährige Vorhaben mit zwei Millionen Euro aus dem Horizont-2020-Programm "Science with and for Society" und unterstützt damit die nächsten ehrgeizigen Schritte der Allianz zur Transformation in eine echte Europäische Universität.

Die europäische Hochschulallianz FORTHEM, kurz für "Fostering Outreach within European Regions, Transnational Higher Education and Mobility", ist eines von insgesamt 17 Hochschulnetzwerken, das seit Herbst 2019 in einer ersten Pilotphase von der Europäischen Kommission im Rahmen des ERASMUS+-Programms gefördert wird. Das gemeinsame Projekt der JGU als Sprecherhochschule mit der Université de Bourgogne in Frankreich, der Jyväskylän yliopisto in Finnland, der Uniwersytet Opolski in Polen, der Università degli Studi di Palermo in Italien, der Latvijas Universitāte in Lettland und der Universitat de València in Spanien hat im September 2019 sein Arbeit aufgenommen mit dem Ziel, die Mobilität von Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu befördern, einen virtuellen Campus zu schaffen, Forschungsprogramme und Doppel- und Mehrfachabschlüsse der Partneruniversitäten bis 2022 in einer gemeinsamen "Transnational Higher Education Strategy" zusammenzuführen und diese bis 2025 auf die gesamte Allianz zu übertragen. Zudem fokussiert das Netzwerk auf gemeinsame gesellschaftliche Outreach-Aktivitäten und unterstützt alle Partner bei der institutionellen Integration.

Austausch und Kooperation im Bereich Forschung und Innovation

Das Projekt FIT FORTHEM will die bereits angelaufenen gemeinsamen Forschungsaktivitäten in den sieben FORTHEM Labs zu Themen von "Experiencing Europe" und "Diversity and Migration" bis hin zu "Food Science" und "Climate and Resources" intensivieren und ausweiten, um sowohl die einzelnen Partner als auch die gesamte Allianz international gut aufzustellen und zu positionieren. Innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit von FIT FORTHEM werden die Partner zunächst Best Practices in Forschung und Innovation austauschen und an Konzepten für einen wechselseitigen Zugang zu bestehenden Forschungsinfrastrukturen arbeiten. Gleichzeitig gilt es, eine langfristige strategische Planung aufzusetzen, Prozesse im Wissenschaftsmanagement weiter zu professionalisieren und eine solide Wissenschaftskommunikation auf- und auszubauen. Davon versprechen sich alle Partner eine verstärkte Außenwirkung und zugleich die Eröffnung neuer Karrierewege in Wissenschaft und Forschung sowie im Wissenschaftsmanagement.

"Zudem arbeiten die Partner an übergreifenden Support-Strukturen, etwa für die Vorbereitung von europäischen, aber auch bi- oder multinationalen Forschungsanträgen, sowie an der länder- und sektorenübergreifenden Stärkung ihres jeweiligen Innovationspotenzials", betont Prof. Dr. Stefan Müller-Stach, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der JGU und Koordinator des FIT-FORTHEM-Projekts. "Den Startpunkt für all die angestrebten transformativen Prozesse bildet eine umfassende Potenzialanalyse unter Berücksichtigung der verschiedenen nationalen Wissenschaftssysteme als Grundlage für die Fortführung und Weiterentwicklung der Allianz über die aktuellen Projektförderungen im Rahmen von ERASMUS+ und Horizon 2020 hinaus", so Müller-Stach weiter.

Die Idee der Europäischen Universitäten

Die Idee der Europäischen Universitäten (European Universities) geht zurück auf die Grundsatzrede "Initiative für Europa" des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vom 26. September 2017 an der Pariser Universität Sorbonne, in der er vorgeschlagen hatte, bis 2024 ein europäisches Universitätsnetzwerk aufzubauen. In der ersten Pilotphase hatten sich europaweit 54 Netzwerke beworben, von denen seit Herbst 2019 17 Verbünde mit insgesamt rund 85 Millionen Euro gefördert werden, drei davon unter Sprecherschaft deutscher Universitäten. Auf diesem Wege will die EU-Kommission bis 2025 einen europäischen Bildungsraum schaffen, in dem Lernen, Studieren und Forschen über Ländergrenzen hinweg selbstverständlich ist.

"So ist es auch eine der Grundideen des FORTHEM-Netzwerks, neue Formen der institutionellen Zusammenarbeit in der europäischen Hochschulbildung und -forschung zu erproben, Hürden, die die nationalen Systeme mit sich bringen, zu identifizieren und abzubauen. Wir wollen europaweit Barrieren überwinden und gemeinsam Brücken bauen", betont JGU-Vizepräsident Prof. Dr. Stefan Müller-Stach.

Das Projekt FIT FORTHEM wird aus Mitteln des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 (Fördervertrag 101017248) finanziert.