Landesförderung in Höhe von über 2,5 Millionen Euro für Rechenzentrumsallianz Rheinland-Pfalz

Unterstützung des Netzausbaus der Hochschulen sowie des Ausbaus zentraler IT-Infrastrukturen und IT-Dienste des Landes Rheinland-Pfalz

09.11.2021

PRESSEMITTEILUNG DES MINISTERIUMS FÜR WISSENSCHAFT UND GESUNDHEIT

Wissenschaftsminister Clemens Hoch hat anlässlich der jährlichen Mitgliederversammlung der Rechenzentrumsallianz Rheinland-Pfalz (RARP) Bewilligungsbescheide aus dem Programm zur "Stärkung der Digitalisierung an den Hochschulen" überreicht. Mit den Bewilligungen wird der Ausbau des Wissenschaftsnetzes WiN-RP, die Integration zentraler IT-Infrastrukturen und IT-Dienste sowie der Aufbau eines Informations-Sicherheits-Management-Systems gefördert.

"Die Corona-Pandemie hat uns allen deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine verlässliche und leistungsfähige IT-Infrastruktur für das Funktionieren der Hochschulen ist. Hier hat das Land Rheinland-Pfalz bereits vor längerer Zeit wertvolle und zukunftsweisende Weichen gestellt, indem es die Vorteile von Vernetzung im Bereich digitale Infrastrukturen und digitale Dienste frühzeitig erkannt und gefördert hat. Die Rechenzentrumsallianz Rheinland-Pfalz ist ein zentraler Pfeiler dieser wichtigen Vernetzungsstruktur, ohne die die vergangenen drei Digitalsemester nicht in der Form, wie wir sie erlebt haben, möglich gewesen wären. Ich danke dem Geschäftsführer der Rechenzentrumsallianz und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschulrechenzentren für ihr herausragendes Engagement während der Corona-Pandemie", so Wissenschaftsminister Clemens Hoch. Mithilfe der jetzt überreichten Projektförderungen würde die Landesregierung der Rechenzentrumsallianz ermöglichen, die Hochschulen in ihren digitalen Möglichkeiten weiter zu stärken und entscheidend dabei zu unterstützen, die neuen digitalen Möglichkeiten nutzbringend und sicher ausschöpfen zu können.

Für das Projekt "Extend-RP" erhält die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) federführend für alle elf staatlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz eine Fördersumme in Höhe von 1 Million Euro. Die Förderung unterstützt den Netzausbau der Hochschulen. Mit der zweiten Bewilligung, die den Projekttitel "Integration zentraler IT-Infrastrukturen und IT-Dienste der RARP sowie Unterstützung beim Aufbau eines Informations-Sicherheits-Management-Systems (ISMS)" trägt, erhalten die Technische Universität Kaiserslautern und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine Fördersumme in Höhe von jeweils 776.000 Euro. Die Förderung beruht auf einem gemeinsamen Antrag aller Hochschulrechenzentren.

"Ich freue mich im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen über die uns heute vom Minister zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung der Rechenzentrumsallianz Rheinland-Pfalz", betont RARP-Geschäftsführer Prof. Dr. Nicolas Gauger. "Umso schöner, dass wir mit den Förderbescheiden die IT-Infrastruktur des Landes und seine IT-Dienste weiter ausbauen können. Insbesondere im Bereich der IT-Sicherheit sind nachhaltige und harmonisierte Strukturen für das ganze Land mehr denn je gefragt."

Seit 2005 betreibt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz das Wissenschaftsnetz Rheinland-Pfalz (WiN-RP), das alle Hochschulen des Landes mit einem kostengünstigen und leistungsfähigen Internetanschluss versorgt. Über WiN-RP sind alle Hochschulen des Landes Rheinland-Pfalz und deren Institute verbunden. Die Corona-Pandemie hat die Lehr-, Arbeits- und Forschungsabläufe an rheinland-pfälzischen Hochschulen grundlegend verändert und eine Verlagerung einer Vielzahl von Veranstaltungen in den digitalen Raum erforderlich gemacht. So nahmen Studierende nicht vor Ort an Vorlesungen oder Seminaren teil, sondern über Videokonferenzsysteme. Die Hochschulrechenzentren mussten eine datenschutzkonforme Arbeitsumgebung sicherstellen. Die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung an den Hochschulen hat dazu geführt, dass die Abhängigkeiten der Hochschulen von WiN-RP sowie dessen Nutzung in kürzester Zeit stark angestiegen sind. Ein Ausfall der Internetanbindung einzelner Hochschulen hätte zur Folge, dass zentrale Dienstleistungen nicht oder nur unzureichend genutzt werden können. Mit dem Vorhaben "Extend-RP – Ausbau des Wissenschaftsnetzes WiN-RP" hat sich die Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Ziel gesetzt, den Ausbau des Wissenschaftsnetzes WiN-RP vorzuverlegen, um den durch die Corona-Pandemie gestiegenen Anforderungen der Hochschulen an die Ausfallsicherheit und Bandbreite von Internetanschlüssen besser gerecht zu werden.

Den Antrag für das zweite geförderte Projekt "Integration zentraler IT-Infrastrukturen und IT-Dienste der RARP sowie Unterstützung beim Aufbau eines Informations-Sicherheits-Management-Systems (ISMS)" an allen Universitäten und Hochschulen des Landes haben alle Hochschulrechenzentren untereinander abgestimmt und mit Zustimmung der Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) eingereicht. An der Umsetzung sind neben der TU Kaiserslautern und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auch die Rechenzentren der Universität Trier, der Hochschule Trier und der Universität Koblenz-Landau beteiligt, die sich die Aufgaben und die zur Verfügung stehenden Ressourcen teilen. Während der Corona-Pandemie mussten die rheinland-pfälzischen Hochschulen ihren Betrieb zu großen Teilen und sehr kurzfristig ins Homeoffice verlagern. Die Hochschulrechenzentren waren durch die hohe Zahl von Bediensteten in den Homeoffices, die stärkere Nutzung von Kollaborations- und Cloud-Diensten und die Umstellung auf Online-Lehre und -Prüfungen stark gefordert; insbesondere auch kleinere Hochschulstandorte standen vor einer großen Herausforderung. Mit ihrem hochschulübergreifenden Projektantrag wollen die Technische Universität Kaiserslautern, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Universität Trier und die Universität Koblenz-Landau ausdrücklich auch die Rechenzentren der kleineren Hochschulen dabei unterstützen, auf zentrale Dienstleistungen der Rechenzentrumsallianz Rheinland-Pfalz zugreifen zu können. Um diese Dienste für alle Hochschulen in Rheinland-Pfalz anschlussfähig zu machen, wird eine hochschulübergreifende Task Force an den Standorten Kaiserslautern, Mainz, Trier und Koblenz-Landau ins Leben gerufen, die gemeinsam an entsprechenden Lösungen arbeiten wird. Ein weiteres Thema der vergangenen drei Digitalsemester war die IT-Sicherheit an den Hochschulen. Um ein funktionsfähiges landesweites Informations-Sicherheits-Management-System gegen die gestiegene Zahl von Cyber-Angriffen aufzubauen, wird ein IT-Sicherheitsteam ins Leben gerufen, das hilft, die rheinland-pfälzischen Hochschulen besser vor Hackerangriffen zu schützen. Die Mittel werden jeweils hälftig über die TU Kaiserslautern und die JGU bereitgestellt.