Vier Millionen Euro für europäischen Kooperationsstudiengang "Transnational German Studies"

Förderung aus dem Erasmus-Mundus-Programm der EU insbesondere für die Ermöglichung von Studienstipendien

15.12.2021

Das europäische Joint-Degree-Studienprogramm "Transnational German Studies" der Universitäten von Porto, Luxemburg, Mainz und Palermo wird im Rahmen des Erasmus-Mundus-Programms der Europäischen Union in den kommenden fünf Jahren mit rund vier Millionen Euro gefördert. Die Fördermittel werden in erster Linie für Studienstipendien eingesetzt. "Diese Förderung durch die EU ist eine Auszeichnung für das Anliegen und die Qualität unseres integrierten Masterstudiengangs – gerade im Hinblick darauf, dass aktuell insgesamt nur wenige geisteswissenschaftliche, davon nur drei Programme mit einem Fokus auf Literatur und Kultur gefördert werden", betont Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und Mitinitiator und Leiter des Kooperationsstudiengangs. "Unser Studiengang ist eine Reise durch die europäische Kultur- und Literaturgeschichte und macht unseren Studierenden die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas erlebbar. Er bietet interdisziplinäres, internationales und interkulturelles Lernen zugleich – immer auch mit einem klaren Blick auf Kompetenzerwerb und die Vermittlung berufsrelevanter Fähigkeiten", so Jolie, der am Deutschen Institut der JGU lehrt.

Der viersemestrige Masterstudiengang "Transnational German Studies" setzt die Beschäftigung mit europäischer Kulturgeschichte in Bezug zu deutscher Literaturgeschichte. Die Studierenden setzen sich mit zentralen Motiven der deutschen und europäischen Literatur auseinander, um den interkulturellen Aspekt europäischer Literatur im Allgemeinen und deutscher Literatur im Speziellen zu untersuchen. Dabei wird Mehrsprachigkeit als Idee und historische Tatsache in den Blick genommen, zugleich auch praktisch unter den internationalen Studierenden gelebt, indem die internationalen Studierenden Sprachkurse zur deutschen Sprache beziehunsweise für die Sprachen der Aufenthaltsuniversitäten (Italienisch, Portugiesisch, Luxemburgisch oder Französisch) besuchen. "Gleichzeitig unterstützen wir durch die Ermöglichung des Netzwerkens mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Karrierewege sowie mit Praktika und Praxisprojekten, in denen unsere Studierenden ihr persönliches fachliches Profil entwickeln und reflektieren, den Übergang ins spätere Berufsleben", betont JGU-Vizepräsident Prof. Dr. Stephan Jolie. Ermöglicht wird dieses besondere Angebot auch durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen außeruniversitären Kooperationspartnern aus Wirtschaft, Medien und Kultur an allen vier Standorten. Studierende entwickeln neben zentralen Kompetenzen für das Arbeitsleben so auch ein persönliches berufliches Netzwerk.

Der Studiengang "Transnational German Studies" wurde im Rahmen der von der JGU geleiteten, EU-geförderten Strategischen Partnerschaft "TALC_me" (Textual and Literary Cultures in Medieval Europe) unter Federführung von Prof. Jolie an der JGU entwickelt und wird nun von Prof. John Greenfield, Preisträger des Gutenberg Teachíng Award 2014, an der Universität Porto koordiniert. Es handelt sich um einen Joint-Master-Studiengang: Alle Studierenden sind während der gesamten Studiendauer an allen vier Universitäten eingeschrieben und erhalten ein gemeinsames Abschlusszeugnis von diesen vier Universitäten.

Die Studierenden lernen vier Semester lang in gleichbleibenden Gruppen – in jedem Semester an einer anderen europäischen Universität in einem anderen europäischen Land. "Unsere Studierenden verbindet das gemeinsame Ankommen und Einleben in immer wieder neuen europäischen Ländern, das gemeinsame Lernen, das gemeinsame Erleben von Europa – das schafft starken Zusammenhalt", so Jolie. Der Studiengang leistet damit einen wichtigen Beitrag zur europäischen Vernetzung von Studium und Lehre an der JGU. Mit der Universität Palermo ist auch ein Partner aus der European University Alliance FORTHEM beteiligt, die durch die JGU koordiniert wird.

Der Großteil der pro Durchgang verfügbaren 25 Studienplätze ist für Studierende aus Erasmus-Partnerländern aus aller Welt, also von außerhalb des Erasmus-Raums, reserviert. Hinzu kommen Studierende aus Erasmus-Programmländern, wobei in der Regel maximal zwei Studierende aus demselben Land aufgenommen werden. Mit den jetzt eingeworbenen Fördermitteln der EU können etwa 15 Studienplätze pro Durchgang mit einem Stipendien vergeben werden; für die weiteren 10 Plätze können Bezuschussungen etwa für Gebühren und notwendige Reisekosten bereitgestellt werden.