Henriette Herz-Scouting-Programm ernennt drei Humboldt-Scouts an der JGU

Prof. Dr. Virginia Gail Toy, Jun.-Prof. Dr. Jamir Marino und Prof. Dr. Jairo Sinova als Humboldt-Scouts ausgewählt

20.01.2022

Gezielt Forschende als Scouts gewinnen, die über ein internationales Netzwerk verfügen und ihr Team um exzellente Humboldt-Forschungsstipendiatinnen und -stipendiaten erweitern möchten – das ist der Kern des Henriette Herz-Scouting Programms der Alexander von Humboldt-Stiftung. 19 Scouts wurden aktuell neu ernannt, darunter auch drei Forschende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU): Prof. Dr. Virginia Gail Toy aus den Geowissenschaften sowie Jun.-Prof. Dr. Jamir Marino und Prof. Dr. Jairo Sinova aus der Theoretischen Physik der Kondensierten Materie. Jeder von ihnen kann Wissenschaftstalente aus dem Ausland auswählen und für seine Forschungsgruppe gewinnen.

"Ich habe zwar schon einige Kandidaten im Auge, aber noch keine Stipendiaten ausgewählt", erzählt Virginia Gail Toy, die an der JGU im Bereich der Strukturgeologie und Tektonik forscht und lehrt. Doch so viel ist klar, die Projekte der Stipendiaten werden einen Beitrag zu den Hauptinteressen der Arbeitsgruppe leisten: Wie verteilen sich strategische Minerale, wie zirkulieren heiße Fluide durch geothermische Reservoirs und wie wirken sich aktive Verwerfungen auf die Erdbebengefahr aus? Toy hofft, diese Fragen durch Fernmessungen der elektrischen Struktur der Erde beantworten zu können, indem sie erforscht, wie Gestein elektrische Ladung leitet. Drei Stipendiaten werden Toys Arbeitsgruppe bei diesen und anderen Forschungen unterstützen.

"Im Rahmen des Scouting-Programms werde ich zwei Postdocs einstellen, die sich mit Nichtgleichgewichts-Quanten-Vielkörperphysik befassen – in einem interdisziplinären Sinn, von der Atom- und Molekülphysik über die Quantenoptik bis hin zur kondensierten Materie", freut sich Jamir Marino, Juniorprofessor in der Theoretischen Physik der Kondensierten Materie der JGU. Der Fokus liegt darauf, Materiezustände zu erreichen, die gegen die konventionelle Thermodynamik verstoßen – also in der Natur nicht vorkommen – und diese für neuartige Quantentechnologien zu verwenden. "Dabei möchte ich interdisziplinäre Brücken zur Gruppe von Jairo Sinova schlagen, die hauptsächlich im Bereich der Spintronik arbeitet", erläutert Marino.

Denn um ihre Chancen zu erhöhen und nicht miteinander in Wettbewerb treten zu müssen, haben Jamir Marino und Jairo Sinova ihre jeweiligen Anträge miteinander koordiniert. "Die Koordination unserer Anträge war ein Alleinstellungsmerkmal von uns", ergänzt Sinova aus der Theoretischen Physik der Kondensierten Materie der JGU, der ebenfalls zwei Stipendiaten einstellen wird. "Wir sind die einzigen Scouts, die im selben Fachbereich arbeiten. Von dieser Verbindung können sicherlich beide Arbeitsgruppen profitieren. Es hat uns daher sehr gefreut, dass der Alexander von Humboldt-Stiftung dieses neuartige Konzept gefiel." Insgesamt vier talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die synergetisch zusammenarbeiten möchten, wollen die beiden Forscher über das SPICE-Zentrum finden, das Teil des Gutenberg International Conference Center (GICC) der JGU ist.