Sanierung und Umbau von Verfügungsbau SB II-IV gestartet

Zünftiges Interimsquartier bei weiteren Sanierungen auf dem Gutenberg-Campus

02.02.2022

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DES LANDESBETRIEBS LIEGENSCHAFTS- UND BAUBETREUUNG UND DER JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ

Mit einer Generalsanierung wird der Verfügungsbau SB II-IV auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht. Der große kreuzförmige Komplex am Colonel-Kleinmann-Weg 2 soll künftig verschiedenen Bereichen der JGU als hochwertiges Interimsquartier dienen, während deren Gebäude saniert werden. Das teilen die JGU und der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) mit. Das Land stellt dafür 43,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Verfügungsbau SB II-IV wurde Anfang der 1970er-Jahre ursprünglich zu Verwaltungszwecken erbaut. Später wurde er überwiegend als Lehrgebäude genutzt, in dem neben Vorlesungsräumen auch Büros, Verwaltung, Bibliotheken und Labore untergebracht waren. Rund 300 Räume verteilen sich auf sechs Geschosse und vier Gebäudeflügel. Aktuell wird das Gebäude leergezogen, die kürzlich aufgebauten Gerüste zeigen den Beginn der Generalsanierung an. Hauptkriterien sind dabei Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, wobei Anpassungen an wechselnde Nutzer mit geringem baulichen Aufwand möglich sein sollen. Brandschutz und Barrierefreiheit werden auf den aktuellen Stand gebracht und die Energieeffizienz verbessert. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.

"Mit dem Umbau des Gebäudes SBII-IV zum Interimsgebäude wird die temporäre Unterbringung von Instituten und anderen universitären Einrichtungen während der Sanierung zentraler Lehr- und Forschungsbauten möglich", erklärt die Kanzlerin der JGU, Dr. Waltraud Kreutz-Gers. "Geeignete Auslagerungsflächen auf dem Campus sind Voraussetzung für die Sanierung unserer in die Jahre gekommenen Gebäude. Ein umfassendes, viele Jahre in Anspruch nehmendes Sanierungsprogramm für den Campus ist für zeitgemäße Forschung und Lehre an der JGU dringend erforderlich und gleichzeitig ein essenzieller Beitrag zum Klimaschutz."

Innen wird der SB II-IV bis auf die Stahlbetonkonstruktion entkernt. Im Zuge des neuen Innenausbaus werden die Räumlichkeiten neu angeordnet. Danach sind die Hörsäle und Seminarräume im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss konzentriert. Im 2. Obergeschoss sind Büro- und Seminarräume geplant, im 3. bis 5. Obergeschoss sind Büroräume vorgesehen.

Die Fensterbänder in der Fassade werden vollständig zurückgebaut. Auf die alten Brüstungen in Form einer sogenannten "Stahlbeton-Sandwichkonstruktion" kommt eine 20 Zentimeter starke Wärmedämmung und eine neue vorgehängte Fassade aus großformatigen zementgebundenen Fassadenplatten. Die Fassade wird durch die geplanten Beige-grau-Töne der geschlossenen Elemente sowie die dunklen Fensterbänder ein modernes und komplett neu anmutendes Gesicht erhalten. Im gesamten Gebäude werden neue Aluminiumfenster mit effektiver Wärmedämmung eingebaut, außen angebrachte Aluminium-Jalousetten schützen vor zu starker Sonneneinstrahlung. Um dem Gebäude auch im Sommer zu angenehmen Temperaturen zu verhelfen, werden in die Fensterbänder zusätzliche Lüftungsflügel mit Wetterschutz eingebaut, die nachts eine Auskühlung des Gebäudes, die sogenannte Nachtlüftung ermöglichen. Dach und Kellerdecke werden ebenfalls gedämmt.

Holger Basten, Geschäftsführer des Landesbetriebs LBB, erklärt: "Die Generalsanierung ist das Ergebnis einer detaillierten Planung, die nicht nur funktional, sondern auch nachhaltig und wirtschaftlich das Bestandsgebäude für einen weiteren Lebenszyklus ertüchtigt. Eine konsequente, unterbrechungsfreie Umsetzung der nachfolgenden Maßnahmen der Sanierungskette, unter anderem mit den Gebäuden des Philosophicums und der Naturwissenschaftlichen Fakultät, ist eine besondere, aber in jeder Hinsicht Erfolg versprechende Herausforderung für alle Beteiligten."

Die verbesserte Anordnung der Raumtypen wirkt sich auch auf die Optimierung des Brandschutzes aus. So werden unter anderem die vier nachträglich an die Fassade angebauten Spindel-Fluchttreppen abgebaut und durch breitere, parallel zu den Gebäudeflügeln verlaufende Fluchttreppen in den unteren Geschossen ersetzt, da sich künftig im Erdgeschoss sowie im 1. und 2. Obergeschoss mehr Menschen aufhalten. Die Anzahl der Personen in den darüber liegenden Geschossen wird durch die künftige reine Büronutzung deutlich reduziert. Daher reichen die beiden vorhandenen Treppenhäuser als Fluchtwege aus.

Für durchgehende Barrierefreiheit sorgen eine neue Rampenanlage am Haupteingang, fünf barrierefreie Aufzüge und barrierefreie WC-Anlagen auf jeder Etage. Türschilder mit Braille- oder Profilschrift mit erhabenen Buchstaben sowie tastbare Leitsysteme erleichtern Menschen mit Sehbehinderung die Orientierung im Gebäude. In allen Hörsälen werden die ersten beiden Sitzreihen mit Hörschleifen für die Nutzung mit Hörgeräten ausgestattet.

Die bestehenden 50 Pkw-Stellplätze an den vier Gebäudeecken werden Teil der Baustelle und sind daher vorübergehend nicht nutzbar. Sie werden in leicht veränderter Anordnung und mit neuem Belag in derselben Anzahl wiederhergestellt, davon zwei barrierefreie Stellplätze in unmittelbarer Nähe des Haupteingangs. Für Fahrräder sind 164 Einstellplätze vorgesehen, davon 96 mit Überdachung.