Pol Besenius erhält deutsch-französischen Forschungspreis für Arbeiten zur Selbstorganisation von supramolekularen Polymeren

Langjährige Kooperation mit Thomas Hermans von der Universität Straßburg mit dem Preis Forcheurs Jean-Marie Lehn gewürdigt

21.06.2021

Prof. Dr. Pol Besenius vom Department Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und Prof. Dr. Thomas Hermans von der Universität Straßburg haben für ihre langjährige gemeinsame Forschung zur Selbstorganisation von supramolekularen Polymeren den deutsch-französischen Forschungspreis Forcheurs Jean-Marie Lehn erhalten. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro, 10.000 Euro pro Preisträger, dotiert und wird jährlich von der französischen Botschaft in Deutschland, der Deutsch-Französischen Hochschule sowie den Unternehmen Sanofi Deutschland und BASF Frankreich verliehen. Besenius und Hermans haben ihn gestern in der französischen Botschaft in Berlin im Beisein der französischen Botschafterin und des Chemienobelpreisträgers Prof. Dr. Jean-Marie Lehn entgegengenommen.

"Die Zusammenarbeit von Thomas Hermans und mir vereint das Beste aus zwei Welten", sagt Besenius. "Während er einzigartige Kenntnisse darüber hat, wie sich Selbstorganisation und Nichgleichgewichtszustände in supramolekularen Polymeren mithilfe von Magnetismus beeinflussen lassen, verfüge ich über die Expertise darüber, wie sich die Bildung von supramolekularen Strukturen und Polymeren in wässrigen Lösungen kontrollieren lässt." Die Arbeitsgruppe von Besenius benutzt supramolekulare Polymere unter anderem dazu, um synthetische Impfstoffe oder interaktive Gerüste für Zellkulturen herzustellen. "Der Einsatz von schwachen magnetischen Feldern stellt eine neue Methode dar, die Bildung solcher Biomaterialien in wässrigen Lösungen zu kontrollieren. Vieles darüber ist noch unbekannt. Aber wir hoffen, durch unsere Zusammenarbeit mehr zu erfahren", so Besenius weiter. "Eines unserer Ziele ist es, die Methode auch zur Herstellung von selbstorganisierten Hydrogelen zu verwenden."

Zusammenarbeit im Graduiertenkolleg "Kontrolle über die Strukturbildung von weicher Materie an Grenzflächen" der JGU

Zurzeit kooperieren die beiden Forscher im Graduiertenkolleg "Kontrolle über die Strukturbildung von weicher Materie an Grenzflächen" der JGU, an dem Besenius als leitender Wissenschaftler und stellvertretender Sprecher sowie Hermans als Mercator-Fellow beteiligt ist. Kennengelernt hatten sie sich im Jahr 2008 als Postdoktorand beziehungsweise Doktorand an der Technischen Universität Eindhoven. Seither haben sie bereits drei gemeinsame Fachartikel veröffentlicht.

Der Preis Forcheurs Jean-Marie Lehn wird seit dem Jahr 2017 vergeben. Sein Name besteht aus einem Kofferwort aus dem deutschen Wort "Forscher" und dem französischen Wort "chercheur" ("Forcheurs") sowie dem Namen des französischen Chemikers Jean-Marie Lehn, der 1987 den Nobelpreis für Chemie erhalten hatte und Schirmherr des Preises ist. Mit dem Preis Forcheurs Jean-Marie Lehn werden herausragende deutsch-französische Forschungskooperationen in den Bereichen Chemie, Pharmakologie oder Gesundheit gewürdigt. Ziel ist es, die engere Zusammenarbeit der deutschen und der französischen Wissenschaftsgemeinschaft zu fördern.